Liebe Gondwana!
Bei meinen Kindern habe ich einiges beobachten können, allerdings nicht vordergründig. Z.B. hat mir meine Älteste mal folgende Geschichte erzählt, da war sie grade so alt, dass sie sprechen konnte. Ich hörte anfangs gar nicht sooo genau zu, dann allerdings war ich sprachlos:
"Es war so dunkel, und da bin ich rückwärts die Treppe runtergefallen. Und ich hab versucht, mich anzuhalten, weil ich Angst hatte, aber ich bin immer weiter ins Dunkle gefallen und dann war es plötzlich hell - und ich war auf der Welt...."
Dass meine Jüngste den Opa, also meinen verstorbenen Schwiegervater gesehen hatte, nachdem er gestorben war und bei ihr eine unglaubliche Nachricht hinterlassen hatte, die niemand von uns wissen konnte, hab ich an anderer Stelle glaub ich, schonmal erzählt.
Ja, bei der Jüngsten war auch was: Als meine Schwiegermutter (also Opas Frau) starb, war ich gerade schwanger. Meine Kleine wurde geboren, wuchs heran und als Opa starb, "erbten" wir die ganzen Fotos von ihm. Als meine Jüngste ein Foto von der Schwiegermutter sah, erklärte sie ganz begeistert, dass sie diese Frau kenne.
Auf meine Frage hinauf, woher sie sie kenne, erzählte sie, dass diese Frau bei ihrer Geburt dabeigewesen ist und ihr geholfen habe. (Die Hebamme konnte es nicht gewesen sein, die sah gänzlich anders aus).
Und meine Älteste nimmt heute noch manchmal (sie ist jetzt 19) den Opa wahr. Einmal, da hatte sie grad fürchterlichen Liebeskummer, kam sie total verstört und mit hochrotem Kopf zu mir und erzählte, dass sie gerade von hinten umarmt wurde, obwohl niemand im Zimmer war. Sie erschrak fürchterlich, aber dann hörte sie dicht an ihrem Ohr die Stimme vom Opa, der zu ihr sagte, sie solle sich keine Sorgen machen, es sei schon alles richtig, wie es gekommen ist. Opa hatte sie umarmt und getröstet, war total lieb, finde ich.
Mein Bruder ist auch so ein Kandidat.

Allerdings kriegt er die Panik und will nichts davon wissen, was die Sache eher verschlimmert. Als er Besuch von seinem Freund aus Kindertagen gehabt hatte, rannte er nur noch mit aufgestellten Nackenhaaren durchs Haus - er meinte, "da ist wer...." - es stellte sich heraus, dass sich eine Freundin dieses Bekannten kurz vorher das Leben genommen hatte. Offensichtlich hatte er sie bei seinem Besuch "mitgebracht".
Meine Schwägerin erzählte mir, dass sie im Wohnzimmer saßen, mein Bruder wieder ganz weiß wurde und sagte: "Da ist wieder wer"....und plötzlich der große Ficus Benjamini, der im Eck stand, so zu zittern begann, wie wenn jemand daran kräftig rütteln würde.
Ich meinte, dass diese arme Frau vielleicht Hilfe braucht, vielleicht einfach ein Gebet oder gute Wünsche, gute Worte (sie wurde von allen eher verachtet, sie war drogensüchtig, gewalttätig auch gegen ihre kleinen Kinder und solche Sachen - ihr Tod war eine Überdosis) - einfach Hilfe.
Ich stell mir das irgendwie schlimm vor, man stirbt und alle sind froh darüber....ich glaube, dass liebevolle Gedanken und liebevolle Gefühle so etwas wie eine Brücke über den Fluss sein können...
Sie haben (obwohl nicht gerade gläubig) für sie gebetet und versucht, mit ihr zu reden und sie liebevoll zu verabschieden. Es war dann vorbei mit dem "Spuk".
Bei mir gabs auch noch so eine Geschichte...
In den Nachtdiensten bei der Rettung schlief ich meistens alleine im Zimmer, es gab zwei Zimmer, weil die Männleins meistens schnarchten, legte ich mich immer in das zweite. (Oft war ja an Schlaf nicht zu denken, aber man gab die Hoffnung halt nicht auf dass es eine Nacht ohne viele Einsätze würde).
Eines Nachts "spukte" es im Zimmer. Die Kastentüren gingen auf und zu - ein Nylonsackerl mit meinem Taggewand, das am Boden stand, bewegte sich durchs Zimmer - ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Woche später - dasselbe wieder, auch in der folgenden Woche. Zuhause war alles ok, nur bei der Rettung nicht.
Bis eine Freundin von mir an meine Türe klingelte und mich fragte, ob es möglich sei, über die Rettung jemanden suchen zu lassen. Und da war sie da, die Gänsehaut - ich wusste sofort dass nun die Erkärung für den Spuk folgen würde...
Und so war es - ihr Mann war vor 4 Wochen weggefahren (nach einem Streit), und seit drei Wochen (!) gab es kein Lebenszeichen mehr, die Spur hätte sich verloren, keine Kontoabhebungen mehr, nichts. Und - er hatte eine Waffe dabei. Drei Wochen - das war genau die Zeit, seit der es bei der Rettung so eigenartig zuging...
Ich meinte, ob sie die Möglichkeit schon in Betracht gezogen hätte, dass er nicht mehr bei uns verweilen würde und sie bejahte es...er wurde ziemlich genau ein Jahr später in einem Wald von einem Pilzsucher gefunden. Er hatte sich erschossen.
Detail am Rande: Am (ist jetzt aus ich denke nachvollziehbaren Gründen konstruiert) 7. Juli 2000 war sein Begräbnis. Danach bekam meine Freundin von der Polizei seine Sachen ausgehändigt. Dabei war eine Mineralwasserflasche, die seinen Vornamen als Marke hatte plus das Wort -quelle.
Das Ablaufdatum der Flasche war der 7. Juli 2000 - genau der Tag seines Begräbnisses. Also, sein Name+Quelle - Ablaufdatum=Begräbnis.
So, nun genug mit meinen (wahren) Gruselgeschichten.

Liebe Grüße
Spirit