Schönen guten Abend!
Ich weiß, es gibt schon einen oder auch mehrere Threads dazu, die dieses Thema behandeln, aber ich dachte mir: "Mensch, jetzt kommts Frühjahr, wird Zeit, ein positives, frisches Thema aufzumachen!".

Ich würde gerne über meine Erfahrungen mit dem "Zieldenken" berichten.
Den Ausdruck Zieldenken wähle ich, weil der Begriff "Positivdenken" meiner Meinung nach nicht den Kern der Sache trifft und vor allem oft zu Missinterpretationen führt wie die Meinung, man würde sich etwas schöndenken oder wegschauen bei Negativem oder ähnlichem.
Zieldenken beschreibt das viel, viel besser, denke ich.
Zieldenken heißt, sich etwas mithilfe seiner Gefühle und Gedanken zu erarbeiten - es ist eine Technik, eine Denk-Technik, eine Fühl-Technik.
Und ich würde nicht nur gerne darüber schreiben, sondern würde auch gerne hören, wie Ihr das so seht und wie Eure Erfahrungen damit sind.
Gebraucht wird das Zieldenken, um sich (Herzens-)Wünsche zu erfüllen.

Es sind dabei drei, ganz wichtige Punkte zu beachten (die leider bei manchen Beschreibungen des "Positivdenkens" nicht erwähnt werden und man sich dann wundert, warums nicht funktioniert

):
1.)
Bleib immer in Dir. Das ist so zu verstehen, dass man bei den Bildern, beim Visualisieren IMMER durch seine Augen sehen muss. Also wenn ich mir z.B. eine Situation vorstelle, dann darf ich micht NICHT wie einen Schauspieler selbst ehen (z.B. von oben oder seitlich), sondern muss immer durch meine eigenen Augen DIE ANDEREN sehen. Ich muss immer in mir drin bleiben und die Umgebung wahrnehmen. So wie in der Realität.
Sich wie in einem Film zu sehen, wäre Tagträumen oder Luftschlösser bauen. Ist schön, bringt aber keinen Effekt.
2.)
Die Sprache der Bilder, des Visualsierens kennt kein "NICHT". Es hätte also überhaupt keinen Sinn, sich vorzustellen, NICHT krank zu sein, das Unterbewusstsein versteht dann KRANK. Weil es eine Negation nicht versteht. Also jeder Satz, jedes Gefühl, jedes Bild müsste etwas positives sein - in dem Falle "ich bin gesund". Wenn man z.B. ein krankes Bein hat, so stellt man sich nicht vor, dass das Bein nicht mehr krank ist, sondern man sieht sich selbst (in sich bleibend) hüpfend und springend, als hätte es das kranke Bein nie gegeben. Zieldenken --> sich das Ziel vorstellen und NICHT das Problem.
3.)
Das Ziel ist bereits erreichte Gegenwart, nicht Zukunft - sonst bleibt es Zukunftsmusik. Also wenn ich mir etwas wünsche, dann visualisiere ich den ERREICHTEN Zustand - und zwar genauso, als WÄRE ER SCHON ERREICHT. Man könnte auch sagen, ich empfinde dabei Dankbarkeit für das erreichte Ziel - dann stimmt das Gefühl, das "richtig" ist, um es zur Realität werden zu lassen. Nicht wünschen, sondern bedanken, das ist der Schlüssel. Denn bedanken kann ich mich erst, wenn ich das Gewünschte erhalten habe -und genau diesen Zustand muss ich mir vorstellen, mit jeder Faser meines Körpers.
Funktionieren tuts folgendermaßen, man macht das täglich (mindestens einmal täglich) über mehrere Wochen bzw. bis zum Erreichen:
Man setzt sich bequem hin oder legt sich hin, manche Menschen praktizieren das gerne bewusst und untertags, manche machen das lieber abends im Bett. (Ich selbst steh auf abends im Bett, da schläft man mit dem tollen Gefühl ein und es geht schneller.)
Nun holt man sich schöne Bilder, am besten immer die gleichen, um in die Technik einzusteigen.
Z.B. stellt man sich einen Wald vor, durch den man geht, sieht eine schöne, helle Lichtung, legt sich ins Gras...wichtig ist dabei nicht, ob die Bilder besonders deutlich sind, es geht nur mal um das entspannte, freundliche Gefühl, das dabei entsteht.
Wenn es mal an einem Tag nicht besonders gut oder leicht geht, dann einfach die Mundwinkel heben, grinsen und dieses Grinsen halten. Damit stellt sich nach kurzer Zeit automatisch dieses gelöste Gefühl ein.
Und nun wird visualisiert, das heißt, mann stellt sich die Situation, die man gerne hätte, als bereits erreicht vor.
Ich möchte dazu zwei Beispiele nehmen, z.B. finanzielle Wünsche und den Partnerwunsch.
Finanzielles stellt man sich am besten so vor, dass man (um jetzt gleich bei der Lichtung oder Wiese zu bleiben) im Gras liegt (in sich selbst bleiben!), durch seine Augen auf den Himmel guckt, in seinen Händen spürt man ein Sparbuch.
Man befühlt das Papier, schlägt das Sparbuch auf und sieht dort (durch die eigenen Augen!) die Summe, die man sich vorgenommen hat. Und man spürt in sich eine unheimliche Dankbarkeit, dass man dieses Sparbuch jetzt in den Händen hält. Dankbarkeit und Freude, sosehr, dass einem ganz warm wird. Je mehr Emotion, je mehr Gefühl reingelegt wird, desto besser ist es.
Auch die Sinne sind wichtig. Je plastischer die Vision wird, desto schneller funktionierts. Also Fühlen, Riechen, Schmecken, alles Sinne für die Vorstellung dazunehmen, die man hat (z.B. bei einem Auto: Ich sehe mich selbst (in mir drinbleiben!) im Auto sitzen, unter mir spüre ich den Autositz, in meiner Hand FÜHLE ich das Lenkrad, ich RIECHE den Geruch des neuen Autos - ich SEHE meine Freundin vergnügt neben mir, ich HÖRE ihre Stimme, wie sie mir gratuliert zum neuen Auto). Also alles, was diese Vision realistischer macht, ist gut.
Beim Sparbuch kann man sich auch vorstellen, wie einem das Umfeld gratuliert und die Hände schüttelt zum großartigen Erfolg...man kann die Menschen hören, die sagen: "Hey, gratuliere, dass Du nun ....Euro besitzt!"
Ich möchte noch ein wenig ausschweifen, auch wenns dadurch lang wird, aber das ist mir ein Anliegen beim Thema Geld: Ich habe vorhin davon geschrieben, dass das Unterbewusstsein kein NICHT kennt.
Es führt exakt das aus, was wir ihm durch Bilder auftragen. Darum muss man sehr, sehr aufpassen - unter dem Motto, wünsche Dir nichts, es könnte sein, dass es in Erfüllung geht....
Ich habe, um meinem damaligen Mann zu beweisen, dass es funktioniert, eine Wette abgeschlossen, dass ich mithilfe dieser Technik unser Haus schuldenfrei bekommen kann.
Ich begann wie wild zu visualisieren, und es dauerte nur sehr kurz, bis sein Vater, den ich sehr, sehr mochte, schwer erkrankte, schließlich starb und uns genau (auf den Schilling genau!) die Summe hinterließ, die unsere Hausschulden abdeckten.
Ich fühle mich heute noch "schuld" daran.
Was hatte ich visualisiert? Ich wollte s c h u l d e n f r e i sein. Es erfüllte sich - ich war frei (finanziell) UND schuld. Genauso wie das Unterbewusstsein kein NICHT kennt, nimmt es schuld und frei.
Dazu kommt, dass ich mir seitdem vor jedem Wunsch wirklich überlege, ob ich bereit wäre - jede Konsequenz dafür zu tragen. Ihr kennt hier im Forum ja sicher den "Verwünschungsthread" - wo man seinen Wunsch erfüllt bekommt....aaaaaber....die Konsequenzen tragen muss.
Und beim Visualisieren sollte man sich vorstellen, dass es allen Menschen dabei gut geht. Das wäre glaube ich, sehr, sehr wichtig.
Nun zum Partnerwunsch:
Wichtig ist hier beim Visualisieren, dass es KEINE Eingrenzung oder Einschränkung gibt - denn das wäre das "KEIN" - sondern das Konzentrieren auf einen Zustand, nicht auf eine Person.
Wenn ich dem UB anschaffe, mir einen 1,90 großen Partner mit blonden Locken und grünen Augen, 2780,- Euro Nettoverdienst und Haus in meiner Straße zu besorgen, wird es sicher schwer werden.

Viel bessere Chancen habe ich, wenn ich mich frage, was ich mir von einer Partnerschaft erwarte. Gefühlsmäßig. Und dabei völlig offenlasse, wie er aussieht, was er kann, wie er ist - weil wenn ich dieses GEFÜHL erreiche, dann passt er ja sowieso.
Wärme, Liebe, Freude - und genau diese Gefühle visualisiere ich.
Ich liege also jetzt wieder auf meiner Wiese und SPÜRE einen Parnter neben mir, ich HÖRE seine angenehme Stimme, ich RIECHE seine Haut, ich FÜHLE mich total glücklich und geborgen und verstanden und geliebt und gut aufgehoben und und und....
Es ist ja in Wahrheit völlig wurscht, ob er eine Glatze oder Locken wie der Jimmy Hendrix hat - Hauptsache, das Gefühl passt.
Und darum geht es viel, viel schneller und wunderbarer, wenn man sich auf den Gefühlszustand der seligmachenden Zweisamkeit konzentriert.
Und wichtig ist auch hier, dieses glückliche, DANKBARE Gefühl, das im Unterbewusstsein das Bild des BEREITS ERREICHTEN ZUSTANDES setzt.
Nur wenn beim Zieldenken der Zustand als bereits erreicht erlebt wird, mit allen Sinnen, mit ganz viel Gefühl und Dankbarkeit - dann funktioniert das.
Ich hab mir mit dieser Technik schon einiges im Leben um vieles leichter machen können. Haus schuldenfrei, Super-Partner "erwünscht", Auto, manchmal die Noten der Kinder (ich habs ihnen beigebracht) visualisiert, für mich selbst Prüfungserfolge visualisiert, um nun nur einiges zu nennen. Ich bin schleissig geworden in letzter Zeit, sollte selbst wieder mal beginnen damit...

So, ist jetzt lang geworden - ich freu mich über Meinungen, Berichte und Kritik dazu!
Liebe Grüße
Spirit