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Autor Thema: Die Germanistin  (Gelesen 612 mal)
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Spirit
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« am: 05. August 2007, 22:16:58 »

Ich habe gerade das Buch "die Germanistin" von Patricia Duncker fertig gelesen und bin noch immer etwas benommen von der Handlung.

Hier eine Kurzbeschreibung:

Quelle: http://www.ceryx.de/literatur/duncker_germanistin.htm

Zitat
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Beziehung zweier Männer – ein verrückter Schriftsteller und sein verloren geglaubter Leser.

Der Roman erzählt auf packende Weise die Geschichte eines jungen Romanistik-Studenten aus England, der das Werk des französischen Schriftstellers Paul Michel studiert. Mit Unterstützung seiner Freundin, der Germanistin, nimmt der Romanist – beide Figuren bleiben namenlos – Kontakt mit psychiatrischen Anstalten in Frankreich auf, wo der Schriftsteller Paul Michel seit vielen Jahren eingesperrt ist. Er reist nach Paris und spürt schließlich Paul Michel in Clermont-Ferrand auf. Der Briefwechsel von Paul Michel und dem französischen Philosophen Foucault gewinnt bei dieser detektivischen Arbeit besondere Bedeutung. Der junge Protagonist und der alte Schriftsteller schließen Freundschaft, die sich zu einer intellektuellen und erotischen Leidenschaft entwickelt. Der Protagonist kann die Psychiater schließlich überzeugen, Paul Michel zu beurlauben. Die gemeinsame Reise der beiden an die Côte d’Azur führt zu einer überraschenden Wendung der Geschichte.

Großartig sind die Betrachtungen Dunckers über den Wahnsinn Paul Michels. Der Leser verfällt wie der Protagonist leicht dem Charisma des verstörten Schriftstellers.

Die Autorin Patricia Duncker lebt in Wales und legte mit Hallucinating Foucault ihren ersten Roman vor.

Der Roman ist wunderschön geschrieben und auf seltsame Art und Weise wird die entstehende Homosexualität des Hauptdarstellers (der Ich-Schreiber), ausgelöst durch den "verrückten" Schriftsteller, der in einer psychiatrischen Klinik lebt, als völlig logisch erlebt. Der fast sympathischen und auch teilweise erotischen Faszination des Schizophrenen kann man sich als Leser kaum entziehen. Das Ende hat einen "Knalleffekt" und ist, wie in einer Rezension bei Amazon von einem Leser sehr treffend beschrieben, eine "gelungene, spannende und irrsinnige Konstruktion".

Hat mir sehr gut gefallen, dieses Erstlingswerk von Patricia Duncker.  Cheesy

Liebe Grüße
Spirit
« Letzte Änderung: 05. August 2007, 22:43:19 von Spirit » Gespeichert

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Yda
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« Antworten #1 am: 15. Mai 2008, 00:33:19 »

Liebe Spirit,
da mir grade der Lesestoff ausgegangen ist, erfreue ich mich hier an dem Tipp von Dir.
Habe mir soeben das Buch sehr günstig gebraucht bei AMAZON bestellt.  Grin

Hast du von derselben Autorin auch das hier gelesen?
http://www.amazon.de/gp/product/3833301279/ref=pd_luc_0000134231350263833301279

Leserattengrüßchens von Yda
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« Antworten #2 am: 15. Mai 2008, 09:28:55 »

Wow, das finde ich super, Yda! Ich bin schon total gespannt, wie Dir das Buch gefällt - mich hat es total fasziniert, überhaupt wenn man bedenkt, dass das das erste Buch von ihr ist!

Weitere Bücher von ihr kenn ich leider noch nicht....ich geh gleich mal gucken...

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #3 am: 17. Mai 2008, 19:07:44 »

Das Buch ist da!!!  Banane
Aber: Es ist ein BÜCHLEIN!
Da bin ich mal gespannt - so viel Spannung auf so wenig Seiten?
Es passte in einen Briefumschlag. *lach*

Ich melde mich auf jeden Fall, wenn ich mehr weiß.
Leider komme ich heute nicht mehr dazu...  Winken

LG, Yda
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« Antworten #4 am: 18. Mai 2008, 19:30:19 »

Spiritchen,
lesefreudige Grüße von Yda.

Ich bin auf Seite 58 und voller Faszination.
Das Buch darf klein sein, da es SOFORT losgeht mit Spannung.

Die Beschreibung des Charakters der Germanistikstudentin und seine Wirkung auf den verliebten Protagonisten - himmlisch! Mit Gänsehauteffekt und Gruselzusatz.

Schade, ich muss leider bald wieder los zum Nachtdienst, aber so freue ich mich schon auf morgen früh.
Nach dem Frühstück mit Buch ins Bett und lesen, bis die Augen zufallen.

Vielen Dank noch mal für den Tipp!

Yda
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« Antworten #5 am: 18. Mai 2008, 21:31:21 »

Bin schon echt gespannt, wie es Dir gefällt - das Beste kommt ja zum Schluss *gemeingrinst*

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #6 am: 19. Mai 2008, 07:00:47 »

... die Spannung steigt...
Du machst ja was mit mir!  yeah1

Schnell ins Schlafzeug hüpfen. Gläschen Wein dazu und leeeesen. Das ist FEIN!
So lässt sich's gut leben.

Nachti,
Yda  Winken
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« Antworten #7 am: 19. Mai 2008, 09:00:41 »

*gespanntwarte*   lach

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« Antworten #8 am: 19. Mai 2008, 18:07:59 »

Punkt 17 Uhr war ich fertig.
Der Nachbar mähte den Rasen, aber ich war nicht sooo ärgerlich über das vorzeitige Wecken, da ich ja was GUTES zu lesen hatte...

Was für eine Geschichte!!!

Ich bin ganz aufgewühlt.
Das war ja ein echtes Hammerteil!
Und ein happy end hatte es auch nicht wirklich. Oder hast du es so empfunden?
Ok, der Geplagte hat seinen Frieden gefunden, aber die Beteiligten... *seufz*

Die Germanistin hat ihr Lebensziel verwirklichen können mit Hilfe ihres Freundes.
Dass dieser nun zeitlebens an dieser wirklich tiefgehenen Episode zu knabbern hat, ist die andere Seite.
Ich fühle irgendwie sehr mit ihm.

Wie ist es dir damit ergangen?

LG, Yda

PS: Ich würde mich riesig freuen, wenn du die "Bewohnte Frau" lesen würdest. Für mich ist es wundervoll, sich über Lieblingsbücher auszutauschen. Im realen Leben treffe ich dauernd nur auf Leute, die mir sagen, sie würden ja gern lesen, aber sie hätten keine Zeit... *schnuffz*
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« Antworten #9 am: 19. Mai 2008, 19:19:36 »

Liebe Yda!

Wie es mir so damit ergangen ist...ich möchte jetzt nicht allzuviel schreiben, weil ich in der Laberkiste gelesen habe, dass 11e das Buch lesen wird - und da möcht ich jetzt nix verrraten.

Aber ich war auch total aufgewühlt - es gibt manche Bücher, die vergisst man nicht. Und dieses ist so eines davon - ich habe, wie wahrscheinlich alle anderen Leser auch, tatsächlich im Google nach diesem Paul Michel gesucht, so real war diese Geschichte.  Rotwerden DAS ist Erzählkunst, die unter die Haut geht.

Auch war ich total fasziniert, mit welcher Natürlichkeit und Logik diese prickelnde Erotik zwischen den beiden Männern entsteht. Das war irgendwie so unausweichbar, das musste so kommen. Und dieses Charisma des Paul Michel war durch die Zeilen spürbar, so eine Art gefährliche Sympathie.  Blinzeln

Die Autorin führt den Leser, finde ich, irgendwie ist man als Leser ausgeliefert, man fällt von einer Emotion in die nächste und wenn man das Buch fertig hat, merkt man erst, wie man selbst dieser Illusion erlegen ist.

Ein tolles Buch - es gibt ein Buch, das an dieses Werk herankommt, obwohl es im Schreibstil völlig anders ist und nochdazu von einem bekannten Schriftsteller geschrieben wurde: "Die Tiefe" von Henning Mankell. Das ist ein Buch, das wollt ich schon weglegen, weil es anfangs eher langatmig geschrieben ist und ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, diese Hauptperson des Buches nicht zu verstehen.

Ich dachte die ganze Zeit daran, dass das wohl so ist, wenn man als Frau ein Buch liest, das von einem Mann geschrieben wurde. Da allerdings die anderen Werke von Mankell für mich immer nachvollziehbar waren, las ich weiter, auf eine Lösung oder auf eine Brücke wartend, die mir den Zugang zur Hauptperson ermöglichen würde. Und als ich das Buch fertig hatte, war ich irgendwie schockiert. Weil es ähnlich einer Patricia Highsmith die menschlichen Abgründe aufzeigt, nur: bei Mankell gabs für mich im Gegensatz zu Highsmith zwar eine Logik seiner Handlungen, aber kein emotionelles Verständnis für den Täter.

Und dann, nach dem Ende des Buches, passierte es, dass meine Gedanken immer wieder und immer wieder um dieses Buch kreisten. Mir ist das noch nie passiert, dass ein Buch mich NACH dem Lesen solange und so intensiv beschäftigt hat. Und ich denke, er hat als Mann hier einen Mann beschrieben, wie das nur ein Mann beschreiben und nachvollziehen kann. Und genau das dürfte das Faszinierende für mich sein - da steigst Du als Leserin in eine Gedankenwelt ein, die Dir als Frau gespenstisch erscheint - weil sie so männlich ist.

Frau liest dieses Buch und schlüpft in die Emotionen und Sichtweisen eines Mannes, das rüttelt einen total durch.

Jetzt hab ich Dir wieder was schmackhaft gemacht...*kicher*

Die bewohnte Frau steht, wie ich schon schrieb, auf meiner Merkliste.....ich muss allerdings gestehen, dass ich seit einiger Zeit eher weniger lese.  Rotwerden Also ich bin auch eine von denen, die sagt, sie würde gerne lesen, aber sie hätte keine Zeit.... Traurig1 - was natürlich eine Ausrede ist.

In Wahrheit habe ich eine Leseblockade. Ich hatte ein Erlebnis, aufgrund dessen ich das Gefühl nicht mehr loskriege, intellektuell ein Nackerpatzl zu sein...und das Lesen von Büchern bei mir so ähnlich wie umsonst ist.  Daran kaue ich noch, das muss ich noch lösen, das Problem. Aber das war jetzt offtopic - und ist ein Nebenschauplatz, der nicht in einen Thread gehört.

Zurück zur Germanistin:

Wenn diese Geschichte tatsächlich so stattgefunden hätte, wäre ich niemand von den Rollen gerne gewesen, weder die Germanistin, noch ihr Freund, noch Paul Michel...ich finde, das war für jeden eigentlich eine persönliche Tragödie. Aber das Interessante daran war das Zusammenspiel, mit dem man als Leser überhaupt nicht rechnet. Und mehr schreib ich jetzt nicht mehr, weil sonst verplapper ich mich und bringe 11e damit um den ganzen Genuss....

Liebe Grüße
Spirit





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« Antworten #10 am: 19. Mai 2008, 19:49:10 »

 Grin Spirit, da hinten im Buch die Biografie der Schriftsteller aus dem Buch tabellarisch angefügt ist, habe ich zuletzt auch geglaubt, sie wären real existent!!! Das Googlen kann ich mir ja nun sparen, da du das schon erledigt hast.  Lachen

Besondere Charaktere können schon eine gefährliche Sympathie erwirken.
Das ist Anziehung und Abschreckung zugleich.

Ok, sprechen wir nicht weiter ausführlich über den Inhalt, sonst braucht die liebe 11e nicht mehr lesen.
Und ich bin schon gespannt, was sie uns hinterher erzählt...

Im Buch stehen übrigens noch die anderen, in deutsch erschienenen Buchtitel der Autorin. Ich werde mal die Augen offen halten. Auch nach Mankell, dessen Name mir schon mal irgendwo begegnet ist.

G l G, Yda
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« Antworten #11 am: 19. Mai 2008, 20:20:14 »

  Ich werde mal die Augen offen halten. Auch nach Mankell, dessen Name mir schon mal irgendwo begegnet ist.

G l G, Yda

Henning Mankell schreibt "normalerweise" Krimis, gute Krimis. Die Hauptfigur ist ein gewisser Wallander, der Kommissar, den hast Du bestimmt schon mal wo gelesen. Und "die Tiefe" ist ein Buch von Mankell, das eigentlich gar nicht der Schublade entspricht, in der er sich hinein geschrieben hat im Laufe seiner Bücher...

Hier ein Link:

http://www.krimi-couch.de/krimis/henning-mankell-tiefe.html

Interessant waren für mich auch die Rezensionen der Leser, die man ganz unten findet - sie decken sich größtenteils mit meinen Empfindungen dabei. Zusammenfassung: Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst, auch wenn man es nicht richtig mag... cool1

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #12 am: 21. Mai 2008, 11:26:49 »

Schau, was für ein Zufall, hab ich in der heutigen Zeitungsausgabe gefunden:

http://www.kurier.at/kultur/161163.php

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #13 am: 21. Mai 2008, 16:13:08 »

Danke schön, liebe Spirit!  Winken

Ja, das macht neugierig!
Und er sieht genau so aus, wie ich mir einen Schriftsteller vorstelle. *pruuust*
Er hat ein sehr warmherziges Äußeres.

Seine Spendengabe für ein SOS-Kinderdorf - alle Achtung!  Anbetung
Wunderbar, dass es solche Menschen gibt, die etwas so Großes bewegen.
Und das "nur" mit dem Schreiben von Büchern!  Smiley
Da habe ich alle Hochachtung davor.

LG, Yda ---> Mankell auf ihren innere Leseliste setz'
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