Lieber Amoruritme!
Du kannst davon ausgehen, dass Dir hier niemand an die Wäsche will. Prinzipiell können wir über alles diskutieren, solange keine Angriffe oder Unterstellungen stattfinden. Dann bleibt mehr Energie für das Wesentliche, denn sonst kommt man im Thema nicht wirklich weiter, wenn man sich immer um die Befindlichkeiten kümmern muss - wenn man niemanden angreift, ist das effizienter - fürs Thema, finde ich.
Ich muss Dir ehrlich sagen, dass ich bei manchen Sachen gar nicht mehr auf den Inhalt gucken kann, wenns zugedeckt ist mit (wenn auch leichten) Unterstellungen, das versperrt den Weg zum Inhalt. Ist schade drum - wir sind mit unseren Meinungen oft gar nicht weit auseinander - und trotzdem entwickelt sich dann eine Art Kampf - das müsste nicht sein.
Die User hier ziehen in etwa am selben Strang bei der Überzeugung, dass uns eine vernünftige Gesprächskultur wichtig ist - aber wir sind nicht eine kompakte Masse mit einer Meinung, jeder ist für sich. Es gab hier auch schon Diskussionen, die heftiger waren (in meinen Augen, ist subjektiv) - aber manche Sachen wurden auch mit einem Zwinkerer gerettet.

Ein wenig nachlassen, den anderen nicht als Feind betrachten, sondern als Mensch mit eben anderen Erfahrungen - und schon gibts Wege....und wenn dann letztendlich zwei Meinungen gleich-gültig nebeneinander stehen bleiben, passiert auch nichts in Wahrheit.
Was ist schon "recht", das man haben kann?Mit ein Grund, warum ich das hier schreibe war auch eine Begebenheit, die für sich spricht:
Ich hab heute mit Bauchweh in den Nachrichten die Reportage über die Gerichtsverhandlung verfolgt, in der ein paar junge Leute angeklagt wurden, einem 22-jährigen schwerste Verletzungen zugefügt zu haben - er ist gelähmt, kann nicht mehr sprechen und nur noch ein Auge bewegen - ich habe daran gedacht, dass er nach heutiger Lebenserwartung noch ca. 50 Jahre in diesem Zustand zu "leben" hat...
Die Täter waren selbst noch jung, ein Mädchen (das nicht geschlagen hatte aber der Streitpunkt war, sie fühlte sich beleidigt von dem 22-jährigen und holte die anderen "zu Hilfe"), war erst 17 und hat noch angefeuert...
Da ist ein Leben völlig zerstört - wenn das mein Junge wäre, der 22-jährige, würd ich wahrscheinlich Tag und Nacht brüllen vor Wut und Schmerz. Der Junge hat keine Chance mehr, jemals wieder lachen zu können. Nie mehr tanzen, nie mehr Fussball spielen, keine Familie gründen können, sich nicht mal mehr verlieben können....das ist der schlimmste lange und qualvolle Tod, der Jahrzehnte dauern wird - das würd ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen....
Und wenn die Täter meine Kinder wären, würd ich auch schreien vor Wut und Schmerz - ihr Leben ist auch zerstört....mit diesem Geschehenen zu leben, die Konsequenzen dafür tragen zu müssen, das ist auch ein Wahnsinn. Eine Tochter von mir ist in dem Alter, wenn ein Junge sie "angehen" würde (und ein 22-jähriger ist für eine 17-jährige schon ein anderes Kaliber), würde sie wahrscheinlich auch Hilfe holen.

Und warum? Warum gibt es soviele zerstörte Leben auf einen Schlag?
Nur deshalb, weil sich jemand verletzt/beleidigt/gekränkt gefühlt hat und glaubte, deshalb RECHT zu haben.
Und damit das Recht, den anderen zu verletzen....
Was wäre gewesen, hätten sie miteinander geredet - einfach geredet, aufgeklärt und das aus der Welt geschafft?
.....Chancen verspielt man, indem man glaubt, unbedingt im Recht zu sein.
Wie bei den Jugendlichen - jeder sah sich im Recht....
Und die "Wahrheit" - soferne es eine allgemein gültige Wahrheit jemals geben kann (was ich persönlich stark bezweifle) - wird irgendwo dazwischen liegen...
Gespräche, die klären, stiften Frieden und bringen weiter. Gespräche, die entzweien, sind kontraproduktiv.
das ändert aber nichts daran, dass ich glaube, dass sich die neue väterbewegung eine theorie geben muss, und diese wird sich wohl gegen eine ideologie des hyperfeminismus richten... was soll ich anderes sagen? ich BIN feminist, aber gegen den hyperfeminismus. wär das ein ausgangspunkt?
oder anders gesagt: ja, ich bekenne mich zu eva herman und dem männer- und kinder- und menschenversteherInnenprinzip (bin ich desh jetzt schon wieder unten durch? - wieder ohne zynismus)
Vielleicht versuchen wir gleich zu Beginn mal einige Begriffe deutlich zu klären - was ist für Dich GENAU die "neue Väterbewegung" - was gehört in Deinen Augen dazu und was nicht?
Was verstehst Du GENAU unter Feminismus im Gegenzug zu Hyperfeminismus?
Wenn wir da konkrete Begriffsbestimmungen hätten, würden wir vielleicht nicht aneinander vorbeireden.
Ich sag Dir mal (für meinen Teil), was ich unter einer "neuen Väterbewegung" verstehe - gleichen wir das ab:
Die neuen Väter möchten mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, sie sind meistens schon bei der Geburt dabei und nehmen an der Entwicklung ihrer Kinder aktiv teil, gehen mit der Arbeitszeit spürbar zurück, um für die Kinder da zu sein.
Sie helfen in der Familie mit, die Arbeit im Haushalt wird geteilt. Angefangen vom Kochen, Putzen bis zum Wäschewaschen, also alles, was Kinder (mit)verursachen, wird geteilt. Verantwortungsübernahme in allen Bereichen, die Kinder betreffen.
Das ist für mich z.B. eine (positive) Definition für die neue Väterbewegung. Wie ist Deine?
Definition Feminismus - bei mir trifft am ehesten die Definition Differenzfeminismus den Nagel auf den Kopf. Hyperfeminismus existiert nicht im deutschen Sprachgebrauch - das müsstest Du genau erklären, was Du darunter verstehst.
Denn auch wenn ich es mit Hyper und Feminismus also als Steigerungsstufe interpretiere, klärt es nicht, welche Art von Feminismus Du "hyperisierst" (das Wort gibts in Wahrheit auch nicht) - weil es gravierende Unterschiede in den Strömungen gibt. Vielleicht meinst Du den Radikalfeminismus, ich weiß es nicht.
Das müsste auch mal geklärt werden, um zu wissen, wovon das Gegenüber spricht. Wir müssen mal eine Basis schaffen, Unklarheiten und Missverständnisse ausräumen.
Liebe Grüße
Spirit