Kreativ-Forum  DAS Kreativforum für Kreative, Freigeister und Aufgeschlossene
22. November 2008, 00:30:30 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
News: ACHTUNG: Die "Nordlichter" veranstalten ein Forumstreffen -- Hier klicken für Info!!!
 
 
   Übersicht   Kreativ-Galerie Hilfe Kalender Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] 2 3   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Gluckenmutter  (Gelesen 1247 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« am: 28. November 2007, 10:16:17 »

Eigentlich wollte ich es in den Blog schreiben, dann dachte ich mir, Nein - ich möcht ja gerne EURE Meinung dazu hören, wie Ihr das handhabt, also entschuldigt, wenns eher ein Blogtext ist....

Meine richtigen Großeltern sind gestorben, als meine Mutter und ihre Geschwister noch klein waren. War eine Tragödie, weil sie alleine dastanden und das in der Nachkriegszeit.

Irgendwie übernimmt man ja gerne was aus der Ahnenreihe, daher auch immer meine Angst, ich könnte sterben, bevor meine Kinder auf eigenen Beinen stehen können.

Ich habe auch allzuoft eine Ahnung davon, wie sich meine Oma gefühlt haben muss, sterben zu müssen und zu wissen, dass sie ihre Kinder alleine lässt. Ok, sie wusste ja nicht, dass ihr Mann auch sterben würde. Sie dachte wahrscheinlich, dass sie beschützt wären. Er starb ein Jahr drauf an Krebs. Und er wusste, dass sie niemanden haben. Er bat einen Pfarrer, seinen Kindern zu helfen. Das war das einzige, was er tun konnte.

Es muss fürchterlich gewesen sein - diese Gedanken, seine Kinder noch so klein auf dieser Welt alleine lassen zu müssen. Um die Erfahrung gebracht zu werden, seine Kinder groß werden zu sehen, sie nicht umarmen können....nicht für sie da sein können, wenn sie leiden.....schrecklich, der Gedanke.

Diese Gedanken sind im Raum-Feld geblieben - ich hab sie aufgefangen und mir selbst versprochen, dass ich solange für meine Kinder da bin, bis sie es alleine schaffen.

Viele Fehler, die ich gemacht habe, kamen aus dieser Motivation heraus. Wenn ich es auch immer geschafft hatte, Vertrauen ins Leben zu haben, Kraft zu empfinden und mich zeitweise auch fallen zu lassen - in diesem Bereich war ich immer verkrampft.

In der Familienaufstellung würde man sagen, ich habe mir angemaßt, das Schicksal meiner Großeltern an mich zu reissen. Ja, stimmt.

Ich habe es oft versucht, in Gedanken dieses Verhalten zurückzugeben, zu erkennen, dass es nicht meines ist, dass ich das nicht "wiedergutmachen" kann, was in meinen Augen so schrecklich war.

Gestern ist meine Kleine mit einer 5 auf Mathe heimgekommen. Ich habe Angst. Ich sehe nicht die guten Noten, die auch da sind. Ich spüre nur Angst.

Dieses Muster, diese Angst, mein Kind könnte es nicht schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen - ICH könnte dieses unsichtbare Versprechen nicht einhalten, die sitzt mir im Nacken.

Es ist wie ein Fluch. Und manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich wütend bin auf meine Großeltern, so richtig wütend.

Sie hatten es nämlich auf der anderen Seite auch leicht - sie haben ihre Kinder nur in der "schönen" Zeit gehabt - sie mussten nicht durch die Pubertät, sie mussten da nicht durchhalten, sie waren nie in der Situation, auch den Hass der Kinder, der manchmal kommt, wenn Mutter als Blitzableiter verwendet wird, aushalten zu müssen.

Ich weiß, dass ich selbst schuld bin - hab mir das ganze ja so ausgesucht. Ich hätte auch nichts übernehmen müssen,keine Gefühle, keine Erinnerungen. Kein Mensch hat mich je dazu gezwungen - ich weiß nicht, warum ich so dämlich war. Und offensichtlich noch bin.

Meine Gefühle meinen Großeltern gegenüber sind also nur durch unendliches Mitleid mit gleichzeitiger Wut zu definieren.

Ich wär so gerne die lockere Mutter, die sich sagen kann: Lass sie, wenn sie nicht lernen wollen, auch gut.

Nun meine Frage: Wie geht ihr mit Eurem Mutter-Sein um? Ist das für Euch leicht (gewesen), dass Akzeptieren, das Loslassen, das Zusehen, wenn sie wo reinrennen...?

Liebe Grüße & Danke schon mal für Eure Meinung dazu
Spirit






Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Yda
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 2919
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.359





Ignoriere
« Antworten #1 am: 28. November 2007, 12:20:52 »

Liebe Spirit!
Das ist ein schweres Thema, aber sei versichert, dass ich mich genauso damit umtue, wie du!

Ich muss bei beiden Kindern zusehen, wie sie große Umwege beschreiten.
Aber anders habe ich es ihnen ja nicht vorgelebt. Trotzdem: Es sind ihre Umwege.

Hier ein Beispiel:
Mein Sohn hat hier in der Nähe eine FESTANSTELLUNG beim Ausbildungsbetrieb erhalten!!!
Aber: Er zieht zu seiner Freundin, 70 km weit weg..., schmeißt jetzt diese Festanstellung in dem Betrieb,
den er kennt und der ihn hochhält (!) weg, um sich in der Großstadt was Neues zu suchen. Er, der Mann vom Lande, der überhaupt keine Erfahrung mit der Großstadt hat und eigentlich auf einem Bauernhof leben wollte!!!
Dazu kommt, dass du wissen solltest, dass hier bei uns im Haus eine kleine Wohnung frei wird, die er für einen Appel und ein Ei hätte haben können. Dazu kommt, dass der Vater meiner Vermieterin Tischler war und eine volltändig eingerichtete Werkstatt im Hof auf meinen Sohn gewartet hatte!!!
Das wäre aber alles zuuuu einfach gewesen. Und mein Sohn hatte mich wohl als zu erdrückend empfunden. Also hat er sich abgenabelt. Auch verständlich.

So kann ich nur die Daumen halten - momentan dafür, dass es mit der Arbeit in der Nähe für ihn klappt, und hoffen, dass er glücklich wird.
Irgendwie bin ich mir trotzdem sicher, dass er eines Tages sein Fachwerkhaus mit einer eigenen Werkstatt haben wird.

Bei meiner Tochter ist das Ganze noch komplizierter gelagert. Das ist so verzwickt, dass ich es hier nicht reinschreiben kann... Ich durfte ihr erst neulich wieder "ein schönes Leben" wünschen, als sie mal wieder unseren Kontakt abgebrochen hat aus Gründen, die ich verstehe und die sich hoffentlich bald abarbeiten lassen in ihrer Therapie.

Das sage ich jetzt, damit du siehst, dass du mit deinen Mutter-Gefühlen nicht allein bist!
Wenn es so weit ist, können wir nur tief durchatmen und vertrauen, dass alles seinen natürlichen Lauf nimmt. Und den Kindern anbieten, dass wir für sie da sind, wann immer sie uns brauchen - auch dann, wenn es um Fehlerkorrektur geht, auch dann, wenn diese Geld kostet.

Meine Kinder sind nun aus dem Haus, aber meine innere Sorge nicht beendet.
Ich starte jetzt aber durch für MEIN Leben, das Leben NACH der Mutterschaft.

Das sind so meine ersten Gedanken dazu.
Und mach dir nicht sooo große Sorgen um Zensuren. Versuche, deine Tochter zu ermutigen! Ich hab so ein Buch, das heißt "Ermutigen statt zensieren", und das ist von der Grundaussage sicher ganz wichtig. Nicht jeder muss in Mathe mit "gut" abschließen. Ich habe mein Abi mit ach und krach in Mathe mit 4 bestanden. Dafür waren die Sprachen viel besser. Notfalls kann auch ein Schuljahr wiederholt werden. Das musste ich meinen Kindern auch zugestehen; wäre für mich in meiner Kindheit UNDENKBAR gewesen! Welche Schande, damals...

Sei gedanklich ganz lieb umarmt,  Umarmung1
Yda
Gespeichert

Wortkombinationen, FP:
Forumsprobleme hab ick keene. Frappant, oder? (ok, der letzte war jetzt gemogelt.) whistle
greenbuddha
Basis Advanced
**

Bewertung: 36
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 95



WWW

Ignoriere
« Antworten #2 am: 28. November 2007, 12:39:33 »

..Spirit, ich brauche Dir vermutlich nicht erklären, dass eine 5 in Mathe nichts über die Überlebensfähigkeit Deines Kindes aussagt, oder?

Ich glaube ja, die Angst davor, vor Erwachsenwerden meiner Kinder zu sterben ist reiner Egoismus (nicht, dass Du mich missverstehst: bei mir würde ich das jedenfalls so einschätzen), denn Kinder überleben noch ganz andere Katastrophen, und meine, so wie ich sie bisher heranwachsen sehe, sind prima dafür ausgerüstet, dem Glück genug Platz zu gönnen.

@Yda
...bestens, was Dein Sohn da macht, egal was dabei herauskommt, das sieht mir nach einer absolut richtigen Lösung aus, in jeder Hinsicht.
Ich habe mich während meines eigenen Ablösungsprozesses von meiner Eltern ein Mal zu einer "Bleiben"-Entscheidung durchgerungen, ich würde es nie wieder so machen, das hat mich fast zwei Jahre gekostet, die ich einfach nur unzufrieden mit allem war. Und es hat noch viel länger eine diffuse Wut auf meine Eltern hinterlassen, von denen ich mich habe breit schlagen lassen. immerhin hat es mir früh deutlich gemacht, dass ich immer so handeln muss, dass ich nichts bereue, es war also nicht ganz zwecklos.
Gespeichert


Gondwana
Magische Vielfalt
****

Bewertung: 930
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.096



WWW

Ignoriere
« Antworten #3 am: 28. November 2007, 14:33:40 »

Liebe Spirit :-),

ich kann Dich so gut verstehen, so gut. Weil ich´s gerade hinter mir habe, das abnabeln von meinem Sohn. Wir hatten ja schon eine andere Wohnung fest und dann kam was dazwischen, dann bei der nächsten und der übernächsten Wohnung auch, - es war wie verhext. In all diese Wohnungen wäre mein Sohn nicht miteingezogen, wäre viel zu weit von der Schule entfernt gewesen ...

Allein schon der Schritt, zu sagen: Ich lebe jetzt mein Leben, weil ich die Möglichkeit auf ein schöneres habe (weg vom permanenten Autolärm, der schlechten Luft, den hohen Kosten für die Nachtspeicheröfen ) - das war sehr schwer.

Nun hat es sich so ergeben, daß wir DOCH eine Wohnung haben, in die er wg. der Schulnähe miteinziehen konnte, - was alles andere als geplant war. Losgelassen hatte ich ihn da schon. Jetzt ist er hier, wiederholt das Schuljahr, weil ich irgendwann letztes Jahr lockerließ - auch von der komischen Selbstverpflichtung, ihn aufgrund seiner Schulausbildung in ein, wie mir schien "gutes" Leben für ihn entlassen zu wollen ...

Woher wollen wir überhaupt wissen, was für einen anderen Menschen ein gutes Leben ist??? Auch wenn es sich dabei um unser Kind handelt. Vielleicht macht gerade die 1 in Mathe das Kind in Folge total unglücklich! Es gibt 1.000 Möglichkeiten und noch mehr ;-), wie das Leben abläuft und es gibt noch mehr Möglichkeiten, glücklich zu sein.

Nur als Beispiel: Deine Tochter hätte eine 1 geschrieben, sich in einer Uni, an der sie Mathe oder xyz studieren kann, eingeschrieben, dort einen Mann kennengelernt, der sie kreuzunglücklich gemacht hätte etc. etc. etc. - Du weißt, was ich meine  Ja

Deine Angst - gesteh´ sie Dir doch einfach zu, sie ist zwar irrational, aber Deine. Behalte sie einfach, Deine Angst, es wird sowieso das passieren, was passiert, ob Du Angst hast oder nicht.

Auch wenn Du selbst das als krampfhaft empfindest, noch krampfhafter ist es doch, krampfhaft diese Angst loslassen zu wollen. Ein Krampf lässt niemals etwas los. Lass` es einfach so, wie es ist, dann geht es.

Stell´ Dir vor, daß sie glücklich ist, Deine Tochter - indem Du ihr alles Glück der Erde visualisierst, tust Du das beste für sie! (... und wer hat schon eine Mutter, die so gut im Wünschen ist wie Du?  Cool)


Ich hoffe, das kam nun nicht zu sehr wie eine Moralpredigt rüber ... denn das soll es nicht sein!


Ich drück´ Dich und wünsche Dir, daß es Dir gut geht.

 Trösten
Gespeichert

Wake up ... you´re not dreaming!
DieWölfin
Basis Advanced
**

Bewertung: 33
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 66





Ignoriere
« Antworten #4 am: 28. November 2007, 15:39:42 »

Hallo Spirit

Daß eine 5 in Mathe nicht so schlimm ist, muß ich dir nicht sagen...das weißt du...
Ist sie denn durchweg in Mathe so schlecht...? Oder wars eine Ausnahme?
Dir ist schon klar, daß sie deine Empfindungen bezüglich der schlechten Note empfängt?

Ich stehe immer auf dem Standpunkt, daß es wichtig ist, sich seinen Kindern zu erklären.
Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sie merken, daß da was ist, aber es nicht einordnen
können und sich die schlimmsten Dinge ausmalen...z.B. daß du sie für dumm hältst und
enttäuscht von ihr bist...das wäre schlimm, wenn sie sowas denken würde, also fände ich
es wichtig, wenn du einfach mit ihr redest...auch kleine Kinder verstehen schon mehr, als
man denkt, wenn man sich die Zeit nimmt.

Ich habe meiner Großen z.B. schon 2x in ihrem Leben eine Ohrfeige gegeben und das tat mir
dann unendlich leid...als ich ihr dann erklärte, warum es mir grad so schlecht ging, daß ich mich
so wenig unter Kontrolle hatte und wie leid mir das tut, konnte sie wesentlich besser damit
leben...was die Ohrfeige nicht entschuldigen soll, aber es war wohl doch sehr wichtig für sie,
daß ich mich entschuldigte und ihr erklärte, wieso es dazu kommen konnte...

So habe ich es bei vielen dingen gehalten, bevor sie darüber nachgrübelt, was wohl los ist...
habe ich von selber Erklärungen dazu abgegeben...mit denen sie was anfangen konnte...
Sie ist heute für ihre 13 ziemlich weit und vernünftig, obwohl sie schon vieles erleben mußte...
Ich finde, Fehler bei der Erziehung darf man machen und wird man so oder so machen-jeder-
das A und O ist den Kindern zu erklären...daß sie verstehen können...
Gespeichert

Es gibt nichts, was es nicht gibt.


Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« Antworten #5 am: 28. November 2007, 18:20:49 »

Erstmal: Danke schön für Eure Antworten! Es tut gut, da irgendwie verstanden zu werden, wenn man sich selbst nicht mehr versteht. Verrückt

Zitat
So kann ich nur die Daumen halten - momentan dafür, dass es mit der Arbeit in der Nähe für ihn klappt, und hoffen, dass er glücklich wird.
Irgendwie bin ich mir trotzdem sicher, dass er eines Tages sein Fachwerkhaus mit einer eigenen Werkstatt haben wird.

Ja, das ist ein gutes Beispiel - da hat man dann als Mutter das Gefühl, der Satz: "Kinder sind dann erwachsen, wenn sie einen Ratschlag annehmen können, auch wenn er von den Eltern kommt" schon was Wahres dran hat.

Zitat
Das sage ich jetzt, damit du siehst, dass du mit deinen Mutter-Gefühlen nicht allein bist!
Wenn es so weit ist, können wir nur tief durchatmen und vertrauen, dass alles seinen natürlichen Lauf nimmt. Und den Kindern anbieten, dass wir für sie da sind, wann immer sie uns brauchen - auch dann, wenn es um Fehlerkorrektur geht, auch dann, wenn diese Geld kostet.

Ja, ich möchte eh für meine Kinder da sein und auch wenn was schiefläuft, da sein - aber erst ab einem gewissen Alter...denn bei einer Dreijährigen wird man ja auch nicht zuschauen, wie sie auf die heiße Herdplatte greift, weisst, was ich meine? Ich bin so im Zwist mit mir selbst, wann es ein Schutz ist und wann Bevormundung. Wo ist die Grenze?

Zitat
Das sind so meine ersten Gedanken dazu.
Und mach dir nicht sooo große Sorgen um Zensuren. Versuche, deine Tochter zu ermutigen! Ich hab so ein Buch, das heißt "Ermutigen statt zensieren", und das ist von der Grundaussage sicher ganz wichtig. Nicht jeder muss in Mathe mit "gut" abschließen. Ich habe mein Abi mit ach und krach in Mathe mit 4 bestanden. Dafür waren die Sprachen viel besser. Notfalls kann auch ein Schuljahr wiederholt werden. Das musste ich meinen Kindern auch zugestehen; wäre für mich in meiner Kindheit UNDENKBAR gewesen! Welche Schande, damals...

Ich mach mir nicht wirklich Sorgen um die eine 5...ich hoffe, das ist bei meinem Posting auch rausgekommen, es ist die Tendenz - sie hat schon mal eine Klasse wiederholt. Und es ist schade, wenn sie das Gym aufgeben muss, nur weil sie nichts machen möchte. Und mit nichts meine ich wirklich NICHTS.

Ich hab in etwa den Vergleich mit den zwei anderen Schwestern von ihr: Sie steht ihnen im Begreifen und im Level eigentlich um nix nach. Sie ist weder langsamer noch tut sie sich schwer - da würd ich gar nix sagen. Sie ist immer irgendwie durchgekommen, indem sie sich den Stoff aus der Stunde gemerkt hat. Sie hat nie gelernt, Hausübungen macht sie sporadisch, also dann, wenns bereits ne Vorladung gibt, weil sie schon wieder nichts macht...und Mathe hätte sie zumindest ein wenig üben sollen, weil ihr Rechnungen nicht klar waren. Wir wollten ihr die Rechnungen erklären, es wäre nur eine Kleinigkeit gewesen - aber sie hat abgelehnt. Sie würde lieber bei der Note zocken, es ist ihr egal.

Und das (und andere Sachen auch noch, aber das ist jetzt nicht wirklich so Thema) war der Grund, warum sie bereits einmal wiederholt hat. Und sie ist 15 und nicht mehr schulpflichtig - d.h. wenn es den Lehrern mal endgültig reicht, dann muss sie gehen.

Zitat
Ich glaube ja, die Angst davor, vor Erwachsenwerden meiner Kinder zu sterben ist reiner Egoismus (nicht, dass Du mich missverstehst: bei mir würde ich das jedenfalls so einschätzen), denn Kinder überleben noch ganz andere Katastrophen, und meine, so wie ich sie bisher heranwachsen sehe, sind prima dafür ausgerüstet, dem Glück genug Platz zu gönnen.

Das sehe ich nicht so - ganz im Gegenteil. Wie schon geschildert, gab es genau das in meiner Familie und das war mehr als tragisch - für die Eltern UND für die Kinder. Aber ich glaube zu wissen, was Du meinst: Ich würd mich auch am liebsten davor drücken....

Zitat
Woher wollen wir überhaupt wissen, was für einen anderen Menschen ein gutes Leben ist??? Auch wenn es sich dabei um unser Kind handelt. Vielleicht macht gerade die 1 in Mathe das Kind in Folge total unglücklich! Es gibt 1.000 Möglichkeiten und noch mehr ;-), wie das Leben abläuft und es gibt noch mehr Möglichkeiten, glücklich zu sein.

Ja, ich weiß, was Du meinst. Nur - um beim Beispiel mit der Herdplatte zu bleiben - ich schwanke immer zwischen Beschützen und Begleiten wollen und Bevormundung. Was ist wann was? Hier bräuchte ich mal eine Anleitung im Mutter-Sein... Hilfe

Zitat
Deine Angst - gesteh´ sie Dir doch einfach zu, sie ist zwar irrational, aber Deine. Behalte sie einfach, Deine Angst, es wird sowieso das passieren, was passiert, ob Du Angst hast oder nicht.

Auch wenn Du selbst das als krampfhaft empfindest, noch krampfhafter ist es doch, krampfhaft diese Angst loslassen zu wollen. Ein Krampf lässt niemals etwas los. Lass` es einfach so, wie es ist, dann geht es.


Weisst, ich denk mir halt, wenn ich es geschafft hätte, meine Angst zu überwinden, würd sie sich auch leichter tun. Denn sie würde auf einmal spüren, dass es mir ernst ist. Dass SIE jetzt das Ruder übernehmen muss, schön langsam, aber doch. So weiss sie ganz genau, Mama macht schon irgendwie die Zukunft für sie...Ich weiß nur nicht, ob ich das mit 15 schon verlangen kann - die anderen zwei waren da anders. Ok, da hatte ich auch Probleme, ist in dem Alter halt so - aber die waren anderer Natur.

Zitat
Ich hoffe, das kam nun nicht zu sehr wie eine Moralpredigt rüber ... denn das soll es nicht sein!

Nein, überhaupt nicht. Ich hab ja um Meinungen gebeten, und Du bist eh so ein Samthandschuh-Typ.... Engel1

Zitat
Ich stehe immer auf dem Standpunkt, daß es wichtig ist, sich seinen Kindern zu erklären.
Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sie merken, daß da was ist, aber es nicht einordnen
können und sich die schlimmsten Dinge ausmalen...z.B. daß du sie für dumm hältst und
enttäuscht von ihr bist...das wäre schlimm, wenn sie sowas denken würde, also fände ich
es wichtig, wenn du einfach mit ihr redest...auch kleine Kinder verstehen schon mehr, als
man denkt, wenn man sich die Zeit nimmt.

Liebe Wölfin, ich hab eher das umgekehrte Problem - meine Kinder können mich schon nicht mehr hören. "Lass uns in Ruhe mit dem Psychokram!"....Ich versuche immer, mich zu erklären, meine Motive, meine Hintergründe....es interessiert sie nicht mehr. Wahrscheinlich hab ichs übertrieben  Roll Eyes

Ich würde ihr nie sagen, dass ich sie für dumm halte oder so, ganz im Gegenteil. Aber eine positiv motivierende Mutter kann einem auch ganz schön auf den Keks gehen - zumindest den Aussagen meiner Kinder nach.

Weisst, ich glaub gar nicht, dass ich da viel falsch mache, es ist nur so, dass in dem Alter einfach alles falsch sein kann, was man macht. Was bei der einen Tochter super war ist bei der anderen total daneben.

Und sie ist wie ein Wasser, das sich überall durchschlängelt, nicht greifbar ist, sich nicht in irgendwelche Bahnen bringen lässt, was an sich ja auch schön ist. Nur: Wenns mich nicht mehr gibt oder geben sollte, würde sie untergehen (passt jetzt als Metapher genau zum Wasser, sollt ich drüber nachdenken, dass Wasser ja nicht untergehen kann... Roll Eyes).

Und es wär so mein Wunsch, dass sie es schaffen, alleine durchzukommen. Ich möcht einfach alles dafür getan haben, ich möcht nix falsch gemacht haben...ok, es gibt ja kein richtig und kein falsch, aber ich glaube, Ihr wisst, was ich meine...

Liebe Grüße
Spirit




Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Yda
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 2919
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.359





Ignoriere
« Antworten #6 am: 28. November 2007, 20:58:42 »

Spiritchen,
mir ging es da ähnlich wie dir.
Meine Kinder rollten oft schon mit den Augen, wenn ich redeschwallte.
Als mein Sohn erwachsen war und noch bei mir wohnte, erlaubte er sich die knappe und genervte Zwischenfrage: "Fertig? Kann ich gehen?", die dann explizit anzeigte, dass ich übertrieben hatte...
Irgendwann hab ich drüber lachen können.
Oder schon beim Augenrollen von ihm aufgehört und mich zurückgenommen.

In einer ruhigen Stunde bei einem Glas Wein hat mir mein Sohn dann auch gesagt, dass er mich schon verstehen würde, nur dass es so nervt, dass ich alles doppelt und dreifach ausführe, er wäre doch nicht begriffsstutzig.
Naja, da war meine Antwort, dass ich eher aufhören würde, wenn ich das Gefühl hätte, er würde mich verstehen. Da er aber keine Reaktion von sich gibt, geht die Predigt weiter... *lach*

So haben wir uns irgendwie gelernt zu verstehen und akzeptieren inzwischen unsere Unterschiede.

Fällt mir grade auf - ich hab schon lange keine Gardinenpredigten mehr halten können.
Darum werden hier meine Beiträge so lang...  Wink

Grüßchens, Mama Yda
Gespeichert

Wortkombinationen, FP:
Forumsprobleme hab ick keene. Frappant, oder? (ok, der letzte war jetzt gemogelt.) whistle
Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« Antworten #7 am: 29. November 2007, 08:26:23 »


In einer ruhigen Stunde bei einem Glas Wein hat mir mein Sohn dann auch gesagt, dass er mich schon verstehen würde, nur dass es so nervt, dass ich alles doppelt und dreifach ausführe, er wäre doch nicht begriffsstutzig.
Naja, da war meine Antwort, dass ich eher aufhören würde, wenn ich das Gefühl hätte, er würde mich verstehen. Da er aber keine Reaktion von sich gibt, geht die Predigt weiter... *lach*

....DAS hätte jetzt von mir sein können. Winken

 Ich erinnere mich an das Gordon-Seminar, das ich mal besucht hatte. Thomas Gordon, bekannt durch die "Familienkonferenz", ein interessantes Buch, war früher mal meine Bibel. Das ist ein Erziehungsstil, der darauf basiert, dass Kindern zugetraut wird, selbst Lösungen zu finden.

Das ist die eine Säule dabei. Die andere ist, dass man ihnen immer erklärt, warum und wieso man so oder so denkt, ihnen sagt, welches Problem MAN SELBST dabei hat, wenn es sich so oder so verhält und dazu auffordert, eine Lösung zu finden.

Ist absolut genial dieser Erziehungsstil - nur: Man redet den gaaaanzen Tag. Da war ein Vater bei dem Seminar, der erzählte, wie es abläuft (und das lief total gut ab), da bekam man bereits Kopfschmerzen beim Zuhören... Roll Eyes

Frage-Antwort-Spiel den ganzen Tag lang....und das womöglich bei mehreren Kindern. Ich habs eine Zeitlang praktiziert, war gut. Nur irgendwann, wenn sie mal in der Pubertät sind, dann machen sie da nicht mehr mit, weil Mama ihnen im besten Falle noch auf die Nerven geht.

Umgelegt auf meine Jüngste müsste ich jetzt (nach Thomas Gordon) hergehen und ihr erklären, warum ich so denke (gut, das weiß sie zur Genüge) und das "Problem" nun in ihre Hände lege und sie eine Lösung finden lasse.

Da sind wir aber wieder beim Beispiel mit der Herdplatte... Traurig1

Naja, mal schauen, wies weitergeht...irgendwie hattens unsere Vorfahren schon leichter, zumindest in der Beziehung. Ob es gut war, ist was anderes, aber leichter.  Roll Eyes

Liebe Grüße
Spirit
Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Gondwana
Magische Vielfalt
****

Bewertung: 930
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.096



WWW

Ignoriere
« Antworten #8 am: 29. November 2007, 11:27:59 »

*lach* - mit dem reden ist es bei uns genau anders herum: mein Sohn bricht für jede Handreichung eine ellenlange Diskussion vom Zaun und schwafelt dann so lange, bis der Arzt nicht nur kommt, sondern schon längst wieder gegangen ist  Verrückt, so daß ich dann schon meist abwinke. Wenn man nicht selbst dabei gewesen ist, kann man das kaum glauben. Aber ich bin nicht die einzige, der das auf den Keks geht ... meine Oma sagt auch so oft: oh, dieses diskutieren, was der immer macht - da bin ich zu alt für * eyerolls*


Liebe Spirit,

als mein Sohn 15 war, konnte ich auch noch nicht loslassen so wie heute - er ist letzten Monat 19 geworden. Am besten, Du folgst Deinem Gefühl, das ist doch bei Dir sehr stimmig ausgeprägt! (danke für den Samthandschuh-typ  Rotwerden)


LG,
Gondwana

Gespeichert

Wake up ... you´re not dreaming!
Die Suchende
Mittlerer Kreis
***

Bewertung: 24
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 243





Ignoriere
« Antworten #9 am: 30. November 2007, 19:17:18 »

Liebe Spirit,

ein dickes Dankeschön an dich, dass du dieses Thema aufgeworfen hast.

Ein Thema das mich nämlich auch sehr beschäftigt, weil ich auch zu dieser Sorte von Mutter gehöre, die eine sehr innige Bindung zu ihrem Kind hat und emotional sehr eng mit ihr verstrickt bin.

Sicherlich, viel Erfahrung kann ich jetzt nicht einbringen, meine Kleine ist ja erst 3,5. Aber ich habe viel über dieses Thema nachdenken müssen, als der Start in den Kindergarten anstand. Und ich habe mich in der Anfangsphase ganz oft gefragt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, mein Kind und mich durch den Besuch im Kindergarten ganz bewusst in den räumlichen Loslassungsprozess reinzudrängen. Eines meiner schlimmsten Gefühle war die Unsicherheit über die Richtigkeit der Entscheidung, gemischt mit dem Gefühl eines schlechten Gewissens nicht mehr genügend Zeit für mein Kind zu haben. Dieses Gefühl kam auch wieder auf, als ich wieder anfing zu arbeiten und ich meine Tochter erst um halb drei nachmittags bei der Oma abhole.

Was mir persönlich auffällt: Meine Tochter kommt damit klar, aber mir fehlt oft das Vertrauen, dass sie es alleine schaffen KANN, wenn ich ihr den Freiraum lasse, halt auf ihre Art und Weise. Und dann ist es oft so, dass ich mich ertappe, dass ich mich persönlich mit ihrem Leben verwechsle. Soll heißen, ich sehe mich oft in ihr als kleines Kind, aber meine "Probleme" und die nicht gestillten Bedürfniss sind ja ganz anderer Natur als ihre. Oft habe ich den Eindruck, dass ich an IHR das ausbügeln möchte, was MIR in meiner Kindheit gefehlt hat. Riesiger Fehler!!!

Es gibt da einen Text, der mich in solchen "Krisenzeiten" sehr inspiriert:



aus "Der Prophet" von Khalil Gibran:

"Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, doch nicht aus euch.
Und sind sie auch bei euch, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihren Körpern dürft ihr eine Wohnstatt bereiten, doch nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft, und das bleibt euch verschlossen, selbst in euren Träumen.
Ihr dürft danach streben, ihnen ähnlich zu werden, doch versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben schreitet nicht zurück, noch verweilt es beim Gestern. "




Vielleicht sollten wir alle nochmals darüber nachdenken, ob wir unseren Kindern und dem Leben nicht ein wenig mehr vertrauen können, dass unsere Kinder den ihnen bestimmten EIGENEN Weg sicher gehen werden...

Natürlich lasse ich meine Tochter nicht die heiße Herdplatte anfassen, natürlich erkläre ich ihr, dass eine fünf in Mathe nicht der Renner ist, natürlich versuche ich immer für sie da zu sein.

Aber vielleicht überlege ich mir auch, dass NICHT alles in meinen Verantwortlichkeitsbereich hineinfällt, dass ich NICHT auf alles Einfluss habe. Ich glaube, dass ist nämlich so ein Knackpunkt. Wir denken oft, alles was unsere Kindern an "Fehlern" so begehen beruht darauf, dass wir als Eltern unsere Verantwortung nicht genügend wahrgenommen haben... So eine Erwartung kann uns nur überfordern. Wir sind nicht immer die "Macher", viele Dinge geschehen. Wir können oft nur "Geschehen lassen" und vielleicht ist gerade das Entwickeln von Gelassenheit im Mutter-Kind- (Vater-Kind)- Bereich die allergrößte Herauforderung für uns Mütter (und Väter).

Und liebe Spirit, ich erlebe dich hier in dem Forum als eine sehr starke Persönlichkeit. Ich bin fest davon überzeugt, dass du deinen Weg auch hier finden wirst.

Alles Gute.
Gespeichert

Ich wünsche uns allen zwei treue Freunde: Liebe und Frieden.
Yda
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 2919
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.359





Ignoriere
« Antworten #10 am: 30. November 2007, 21:06:06 »

Liebe Suchende,
ich danke dir sehr für die Erinnerung an diesen Text von Khalil Gibran.
Als ich den zum ersten Mal vor Jahren las, musste ich mich erstmal sammeln.
Anfangs machte er mich wütend. Ich fühlte mich ertappt.
Dann war ich erschrocken über mich.
Und dann habe ich eine Runde abgeheult und den Inhalt annehmen können. grmpf
Das war mir eine wirkliche Lektion.

Liebe Spirit, kennst du diesen Text?
Vielleicht hilft dir das auch ein wenig beim Gefühlumschalten in eine Loslass-Richtung?

Ganz liebe Grüße von Yda kiss1
Gespeichert

Wortkombinationen, FP:
Forumsprobleme hab ick keene. Frappant, oder? (ok, der letzte war jetzt gemogelt.) whistle
Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« Antworten #11 am: 01. Dezember 2007, 22:10:38 »

als mein Sohn 15 war, konnte ich auch noch nicht loslassen so wie heute - er ist letzten Monat 19 geworden. Am besten, Du folgst Deinem Gefühl, das ist doch bei Dir sehr stimmig ausgeprägt! (danke für den Samthandschuh-typ  Rotwerden)


Das ist das Problem - ich weiß nicht, wanns Zeit ist loszulassen bzw. obs dann nicht unter Vernachlässigung fällt (ist krass das Wort, aber mir fällt nix anderes ein  Roll Eyes) - Ein Mädel mit 15 "darf/soll" selbst entscheiden, ob es lernen möchte oder nicht....ist so ne Gratwanderung... Traurig1

Liebe Grüße
Spirit
Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« Antworten #12 am: 01. Dezember 2007, 22:17:28 »


Was mir persönlich auffällt: Meine Tochter kommt damit klar, aber mir fehlt oft das Vertrauen, dass sie es alleine schaffen KANN, wenn ich ihr den Freiraum lasse, halt auf ihre Art und Weise. Und dann ist es oft so, dass ich mich ertappe, dass ich mich persönlich mit ihrem Leben verwechsle. Soll heißen, ich sehe mich oft in ihr als kleines Kind, aber meine "Probleme" und die nicht gestillten Bedürfniss sind ja ganz anderer Natur als ihre. Oft habe ich den Eindruck, dass ich an IHR das ausbügeln möchte, was MIR in meiner Kindheit gefehlt hat. Riesiger Fehler!!!

Ja, den Fehler kenne ich von mir auch. Weil man etwas als sehr belastend erlebt hat, möchte man sein eigenes Kind davor beschützen. Mir ist es allerdings schon passiert, dass ich draufkommen musste, dass meine Kindern das überhaupt nicht als belastend erlebten, sondern es wirklich nur MEIN Problem war...

Zitat
Aber vielleicht überlege ich mir auch, dass NICHT alles in meinen Verantwortlichkeitsbereich hineinfällt, dass ich NICHT auf alles Einfluss habe. Ich glaube, dass ist nämlich so ein Knackpunkt. Wir denken oft, alles was unsere Kindern an "Fehlern" so begehen beruht darauf, dass wir als Eltern unsere Verantwortung nicht genügend wahrgenommen haben... So eine Erwartung kann uns nur überfordern. Wir sind nicht immer die "Macher", viele Dinge geschehen. Wir können oft nur "Geschehen lassen" und vielleicht ist gerade das Entwickeln von Gelassenheit im Mutter-Kind- (Vater-Kind)- Bereich die allergrößte Herauforderung für uns Mütter (und Väter).

Danke für den Text von Gibran - ich kenne ihn und er gefällt mir sehr gut.

Das mit dem Geschehen-Lassen ist so eine Sache, überhaupt wenn sie größer werden. Lässt man geschehen, wenn man bemerkt, dass der Freundeskreis im Drogenmilieu angesiedelt ist? Lässt man geschehen, wenn man sieht, dass das Kind lieber vorm TV sitzt als Hausübungen zu machen? Da gibts viele Fragen, wo man immer wieder überlegt, wie mach ich das jetzt "richtig"....Was ist Bevormundung oder Manipulation, was ist berechtigte Sorge, wo stülp ich dem Kind jetzt grade meine eigenen Ängst über?


Zitat
Und liebe Spirit, ich erlebe dich hier in dem Forum als eine sehr starke Persönlichkeit. Ich bin fest davon überzeugt, dass du deinen Weg auch hier finden wirst.

Danke liebe Suchende Umarmung. Aber auch starke Persönlichkeiten wissen oft nicht, wie sies angehen sollen.  Roll Eyes Und grade mit meiner Jüngsten hatte ich meistens genau DIE Situationen, von denen ich immer dachte, MIR würde das nie passieren....

Mal sehen, was die nächste Zeit an Überraschungen bringt...

Liebe Grüße
Spirit
Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4692
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.278





Ignoriere
« Antworten #13 am: 01. Dezember 2007, 22:19:27 »


Liebe Spirit, kennst du diesen Text?
Vielleicht hilft dir das auch ein wenig beim Gefühlumschalten in eine Loslass-Richtung?

Ganz liebe Grüße von Yda kiss1

Ja, den Text kannte ich. Und ich mag ihn total - auch wenns schwer ist, ihn zu verinnerlichen - es ist ja oft so mit den Dingen, wo man genau weiß, dass jemand recht hat - und trotzdem....*seufz*

Liebe Grüße
Spirit
Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
Gondwana
Magische Vielfalt
****

Bewertung: 930
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.096



WWW

Ignoriere
« Antworten #14 am: 03. Dezember 2007, 13:27:35 »

Das ist das Problem - ich weiß nicht, wanns Zeit ist loszulassen bzw. obs dann nicht unter Vernachlässigung fällt (ist krass das Wort, aber mir fällt nix anderes ein  Roll Eyes) - Ein Mädel mit 15 "darf/soll" selbst entscheiden, ob es lernen möchte oder nicht....ist so ne Gratwanderung... Traurig1


Liebe Spirit :-),

... das Wort Vernachlässigung geisterte mir auch des öfteren durch den Kopf, als mein Sohn so alt war wie Deine Tochter jetzt ist ... Da hast Du Recht, es ist eine Gratwanderung! Ich denke, damit muß sich ein jeder auseinandersetzen - ist eine unangenehme Sache - eine mit vielen Zweifeln behaftete Zeit ... *seufz*

... und Knuddelz an Dich,
Gondwana
Gespeichert

Wake up ... you´re not dreaming!
Seiten: [1] 2 3   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.5 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS