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Autor Thema: Gluckenmutter  (Gelesen 1403 mal)
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Spirit
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« Antworten #15 am: 03. Dezember 2007, 15:06:49 »

Vielen Dank bei Euch allen für Eurer Ohr, dass Ihr mir geliehen habt!

Manchmal tuts einfach richtig gut, sich mal abjammern zu können...ja - es ist nur eine Frage der Zeit, mal die Zügel anspannen, mal lockerlassen, irgendwann sind sie einfach aus dem Alter draussen und dann sollte man loslassen können. Bis dorthin werde ich weiterhin von Fall zu Fall entscheiden - und zwar nach Bauch. Auch wenns verkehrt sein sollte Wink

Danke und liebe Grüße!
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« Antworten #16 am: 28. Dezember 2007, 19:59:51 »

Hallo Ihr Lieben, liebe Spirit,


Das mit dem Geschehen-Lassen ist so eine Sache, überhaupt wenn sie größer werden. Lässt man geschehen, wenn man bemerkt, dass der Freundeskreis im Drogenmilieu angesiedelt ist? Lässt man geschehen, wenn man sieht, dass das Kind lieber vorm TV sitzt als Hausübungen zu machen? Da gibts viele Fragen, wo man immer wieder überlegt, wie mach ich das jetzt "richtig"....Was ist Bevormundung oder Manipulation, was ist berechtigte Sorge, wo stülp ich dem Kind jetzt grade meine eigenen Ängst über?
Ja, ich kann sehr gut verstehen, was du meinst. Und ich bin auch jemand, der die Dinge nicht einfach auf sich beruhen lassen kann. Und ich verstehe auch die Problematik dieser Gratwanderung. Ich habe ja meine Tochter ja doch noch die meiste Zeit behütet unter meinen Fittichen und meinem Einfluss unterworfen, kann diese Thematik (noch) nicht aus Sicht einer Mutter einschätzen. Aber ich erinnere mich an meine Jugendzeit zurück und ich frage mich, ob meine Mutter zu diesem Zeitpunkt wirklich noch einen Einfluss auf mich ausüben konnte. Sicherlich, sie konnte mir Fernsehverbot geben, sicherlich, sie konnte mich dazu zwingen bis abends am Schreibtisch sitzen zu bleiben, sicherlich konnte sie ihre Macht noch ausüben und mich dazu zwingen ein Zimmer aufzuräumen... Aber alles lief nur auf die äußerlichen Handlungen hinaus. In meinem Inneren konnte sie mich nicht wirklich mehr berühren... Ich frage mich, wie hätte sie handeln können, wenn ich die falschen Freunde gehabt hätte... Ich glaube, sie hätte nicht wirklich handeln können, ich hätte ihr nicht zugehört, weil keine Verbindung mehr da war. Diese innige Verbindung, die auf Liebe, Vertrauen und Respekt zum Kind und in die bishere Zeit besteht. Vielleicht ist das das wichtigste unter den wenigen Dingen, die man in diesem Alter noch machen kann. Immer dafür zu sorgen, dass diese Verbindung aufrecht erhalten bleibt.

Alles Liebe und fühle dich ganz fest gedrückt.
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Ich wünsche uns allen zwei treue Freunde: Liebe und Frieden.
Spirit
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« Antworten #17 am: 28. Dezember 2007, 23:02:16 »

Liebe Suchende!

Ja, wenn ich mich an meine Jugend erinnere - ich hatte nur Angst vor meinen Eltern, darum folgte ich (zumindest eine Zeit lang), später in der Pubertät glaubte ich meinen Eltern gar nix, aber auch gar nix mehr.  Ätsch

Wenn ich daran denke, dass z.B. eine gute Freundin von mir damals ins Drogenmilieu abrutschte und nicht mehr rauskam...ihre Eltern waren so fantastisch. Die hatten immer Zeit für sie, sie konnte mit allem zu ihnen kommen....ich hab sie immer beneidet.

Dann hatte sie einen Freund, der Drogen nahm. Ausgeträumt, abgerutscht, abgehauen, sie hat sich nicht mehr erfangen.

Das geistert mir oft im Kopf herum. Vielleicht gehört ganz einfach Glück auch dazu.  Roll Eyes

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #18 am: 01. April 2008, 08:15:23 »

Liebe Leutz!

Heute isses wieder mal soweit, die Gluckenmutter hat mich wieder mal eingeholt...ich hab mir den Thread nochmal durchgelesen, in der Hoffnung, dass sich dadurch an meinem Gefühl was ändern würde...*ätschebätschenixda*  peace

Vielleicht hilft mir ja ein wenig Jammern... Rotwerden

Gestern wars wieder mal soweit. Mathe ne 5, Physik ne 5. Dabei ist sie in einem Schultyp, wo Physik ein Hauptgegenstand ist - wie Mathe.

Dazwischen eine Reihe von Versprechungen: "Mama, lass mich, ich lerne, misch Dich nicht immer ein, ich mach das schon!"...."Nein, ich lass mich von Dir nicht abprüfen, ich will alleine lernen...."....."Mama, ich hab eh gelernt, viel sogar..."

Und der Fernseher lief die ganze Zeit in ihrem Zimmer und lernen war vielleicht in Summe eine Stunde...(nicht täglich, sondern in Summe.)

Ich bin sauer. So richtig sauer. Und enttäuscht, weil ich ihr wieder mal vertraut habe, weil sie mir wieder mal versprochen hat, hoch und heilig, diesesmal zu lernen - es war unsere Abmachung, ich lass sie in Ruhe und sie lernt dafür.

Warum werden eigentlich immer, aber wirklich immer Abmachungen mit meinen Kindern von ihrer Seite her gebrochen? Ich versteh das nicht. Der Thomas Gordon hätt seine Freude an mir (da gehts darum, dass Kinder selbst Vorschläge machen sollen, wie sie sich das vorstellen und angeblich funktioniert das dann... Rotwerden) - bei mir funktioniert das nicht. Zumindest jetzt nicht, früher ging das.

Das Problem ist, dass sie tatsächlich nichts gelernt hat - sie ist nicht langsamer oder hätte Verständnisprobleme, sie lernt einfach überhaupt nichts. Ihr Weg war immer der des geringsten Widerstandes, mit möglichst wenig Energie sich durchschlängeln.

Ist ja an sich nix Schlechtes, wenn man das kann. Nur in der Schule fällt man irgendwann damit gehörig auf die Nase.

Und bei Freundinnen von mir waren die Kids genauso und ein, zwei Jahre später ging ihnen dann der berühmte Knopf auf und sie lernten...das ist eigentlich meine einzige Hoffnung. Dass sie selbst mal den Ehrgeiz entwickelt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.

Das ist nämlich meiner Meinung nach das Hauptproblem. Sie lebt in den Tag hinein, machts sichs gemütlich und lässt alles laufen. Sie hat ein schönes, sonniges Dachzimmer, mit gemütlichem Hängesessel von der Decke, das ganze Zimmer (wenns aufgeräumt ist... Rotwerden) ist ein kleines Paradies für sich, sie hat es liebevoll dekoriert, überall hängen Girlanden mit Blümlein von der Decke, sie bastelt und dekoriert unheimlich gerne und ist total kreativ, sie hat PC, TV, einen großen Tigerfellteppich zum gemütlichen Knotzen am Boden....das Zimmer ist lichtdurchflutet und sehr persönlich gestaltet.....und sie ist die meiste Zeit in ihrem Reich, fühlt sich dort offensichtlich wohl und ist auch meistens gut gelaunt und zufrieden. Sie ist so ein happy power flower Blumenkind, so ein wenig elfenhaft und verträumt und lebt halt in ihrer Welt.

Ist ja auch nix Schlechtes, nur wenigstens eine Stunde am Tag könnte sie doch....*seufz* wenigstens eine Stunde.....eine Stunde am Tag lernen, ein wenig Realität und Pflicht....

Sie zu beobachten, macht mir oft richtig Freude, weil sie so unbeschwert und fröhlich sein kann. Das ist wunderbar, eigentlich sollte ich froh sein.

Und auf der anderen Seite steht die Schule und die Pflicht und die Verantwortung und und und....und mein Gefühl, als Mutter total versagt zu haben, wenn ich ihr das nicht vermitteln konnte. Und ich fühl mich schuldig, weil vielleicht sollte ich ihr mehr auf die Nerven gehen, mich durchsetzen, sie zwingen....ach, ich weiß überhaupt nicht mehr, was richtig und was falsch ist.

Der Sohn meiner Freundin ist heute erwachsen und wirft seiner Mutter vor, sie sei schuld, dass er kein Abi gemacht habe, jetzt findet er keinen Job. Und wenn sie sagt: "Moment mal, DU hast nicht lernen wollen, DU hast Schule geschwänzt, wieso bin ICH dann schuld?" - dann sagt er drauf: "Dann hättest Du halt strenger sein sollen!".  Super.  Roll Eyes

Versteht Ihr, was ich meine?  peace

Liebe Grüße
Spirit





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Sturmfarbe
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« Antworten #19 am: 01. April 2008, 10:07:06 »

Liebe Spirit,

letztens hatte ich ein Gespräch mit meinem inzwischen 32jährigen Sohn, wo er mich fragte, warum ich nicht strenger gewesen wäre, daß ich nicht autoritär genug gewesen sei. Weil es eben ganz genauso bei ihm war, er verprach, zu lernen und eben nicht gelernt hat. Er hatte auch ein schönes Zimmer, mit allem Drum und Dran, alles Reden half nichts. Er tat, was er wollte (ab einem gewissen Alter). Er hätte alle Möglichkeiten gehabt, er hätte beruflich alles tun können, was er wollte , zumindest von unserer Seite aus, aber er hat halt etwas anderes gewählt. Irgendwann dachte ich mir, er wäre alt genug, er könne die Konsequenzen selbst einschätzen und müsse sie auch tragen. Ich habe ihm nie Vorwürfe gemacht oder so, weil ich ja selbst so gewesen wäre, wenn nicht unser Vater so streng und autoritär gewesen wäre. Ich habe auch nur unter Druck gelernt, um keine Schläge zu bekommen und um die Wutausbrüche unseres Vaters zu vermeiden. Das finde ich auch nicht besser.
Jeder geht seinen Weg, jeder macht die Erfahrungen, die für ihn wichtig sind.
Was du tun kannst, ist einfach ihr zu sagen, wie traurig dich das macht, und daß es ja um sie geht, nicht um dich. Daß sie irgendwann, in 10 Jahren,  sagen wird: "hätte ich doch....." . Mehr kannst du nicht tun, sie hat ja ihren eigenen Willen. Und je mehr schlechtes Gewissen sie hat, umso mehr kommt sie selbst in diesen seltsamen Kreislauf der Verweigerung, der ungewollten Verweigerung und in das Gefühl des Versagens. Weißt du, ich denke, daß Kinder, die geliebt werden, oft mal einen Mangel an Ehrgeiz haben - sie haben es nicht nötig, den Eltern/der Mutter dadurch zu gefallen, daß sie gute Noten haben. Sie wissen, sie werden geliebt, auch ohne gewisse Leistungen zu erbringen.
Notfalls wiederholt sie eine Klasse , könnte sein, daß ihr das die Augen öffnet.
Mein Sohn lebt übrigens trotzdem ein recht gutes, glückliches Leben, und ich denke, daß jeder von uns irgendwann mal sagt: hätte ich es doch anders gemacht. Und man kann jetzt schon absehen, daß mein Enkel, der jetzt in der 3. Klasse ist, genau dieselben Probleme haben wird. Vielleicht klappt es ja bei ihm, sie zu lösen.

Liebe Grüsse, Sturmfarbe
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« Antworten #20 am: 01. April 2008, 11:14:58 »

Liebe Spirit,

jede Mutter gibt ihr Bestes (normalerweise), jede Mutter ist aber auch nur ein Mensch, und kein Mensch ist unfehlbar.
Ich habe heute noch manchmal ein schlechtes Gewissen, was meine Töchter betrifft. Glaube mit schuld an ihren heutigen Problemen zu sein.
Wir sprachen im Erwachsenenalter, als sie selbst Mütter waren, darüber. Sie sind der gleichen Ansicht wie ich oben. Außerdem meinen sie, man könne sich nicht immer auf die Fehler der Mutter berufen, müsse sein Leben selbst in die Hand nehmen.

Ein schlechtes Gewissen solltest Du Dir also nicht machen.

Was mir weiter durch den Kopf geht – kann es sein, dass Du Deine Kinder zu sehr behütest, ihnen alle Steine aus dem Weg räumst? Lernen können sie am besten aus Misserfolgen.

Wenn Deine Tochter also von Dir in Ruhe gelassen werden will, richte Dich danach. Sie wird das Schuljahr wiederholen müssen, Folge ihres Verhaltens, ihr Problem, nicht Deines.

Es gibt ein empfehlenswertes  Buch:
„Kinder lernen aus den Folgen“. Wäre das was für dich?

http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b/302-9321197-2802414?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=Kinder+lernen+aus+den+Folgen&Go.x=15&Go.y=9

Meine Meinung muß nicht absolut richtig sein, kann dir aber evtl. Denkanstöße geben.

Alles Liebe,
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« Antworten #21 am: 01. April 2008, 11:41:02 »

Merkwürdig, ich hatte hier vor knapp einer Stunde einen Beitrag geschrieben, der ist plötzlich verschwunden!  Shocked
Als ich auf "Vorschau" klickte, dauerte das schon so lange und ich dachte: ohnein, ich hab´ nicht zwischengespeichert, aber dann erschien er doch noch ... nun ist er aber weg. Häm??

Muß jetzt leider weg ...
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« Antworten #22 am: 01. April 2008, 13:29:47 »

Liebe Gondwana!

Schade, ich hoffe, Du kommst noch dazu, ihn nochmal zu schreiben. Das ist aber auch ärgerlich mit solchen Sachen, da krieg ich auch immer eine Wut, wenn mir das passiert.... Traurig1

Liebe 11e, liebe Sturmfarbe!

Danke für den LInk, ich hab mir das Buch angesehen. Ich hab mir auch die Rezensionen dazu alle rausgesucht und durchgelesen. Ich hab nur das Gefühl, dass meine Kinder bereits zu alt dafür sind. Die großen sind ja schon 20 und 19 und die Jüngste ist jetzt 15, also wird heuer 16....Wobei sich ja bei der Problematik generell die Frage stellt (und das kam bei den Rezensionen schön dabei raus), ob Konsequenzen tragen lassen nicht auch so etwas wie ins offene Messer rennen lassen sein kann.

Aber es stimmt, ich räume ihnen immer alle Schwierigkeiten aus dem Weg, soferne ich das kann. Das ist sicher ein Fehler - denn wenns daheim so wie im Luxushotel zugeht, warum sollte man dann was dafür bzw. dagegen tun?

Und was Du schreibst, Sturmfarbe, das ist glaube ich, meine Zukunft. Dass ich irgendwann mal sage, Deine Entscheidung und leb damit. Und damit trägt sie ja eben die Konsequenzen. So wie 11e auch schreibt, Konsequenzen tragen müssen.....

Bei mir ist es auch irgendwie eine Altlast, weil meine Eltern keine Geduld mit mir gehabt hatten. "Du parierst nicht? Zack, bum, rausgeschmissen...." Und ich hab mir geschworen, es anders zu machen...Eh klar, die alte Falle...in die man sooo gerne tappt.

Meine Kinder sollten jede Chance kriegen, meine Kinder sollten es besser haben, meine Kinder sollten, wenns nötig ist, auch 100 Chancen haben, blablabla...

Und jetzt hab ich irgendwie den Salat.  Rotwerden Weil ich im wunderbaren Täter/Opfertausch nun lernen darf, meine Eltern zu verstehen. grmpf

Ok, es hatte mir keiner versprochen, dass es leicht sein würde, das Leben. *grins*

Grübelnde Grüße
Spirit

« Letzte Änderung: 01. April 2008, 13:31:25 von Spirit » Gespeichert

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« Antworten #23 am: 01. April 2008, 15:21:28 »



Liebe 11e, liebe Sturmfarbe!

Danke für den LInk, ich hab mir das Buch angesehen. Ich hab mir auch die Rezensionen dazu alle rausgesucht und durchgelesen. Ich hab nur das Gefühl, dass meine Kinder bereits zu alt dafür sind. Die großen sind ja schon 20 und 19 und die Jüngste ist jetzt 15, also wird heuer 16....Wobei sich ja bei der Problematik generell die Frage stellt (und das kam bei den Rezensionen schön dabei raus), ob Konsequenzen tragen lassen nicht auch so etwas wie ins offene Messer rennen lassen sein kann.

Stimmt, Deine Kinder sind schon keine Kinder mehr (!), lass sie los.....  Trösten
Im Prinzip ist es aber das gleiche.

Zum offenen Messer sollte man es natürlich nicht kommen lassen *spring ruhig aus dem Fenster, wirst schon sehen, wohin das führt*  Verrückt
So oft wie möglich anwenden eben.
Dir zum Trost, meine Tochter ist nach dem Buch vor gegangen, trotzdem kommt sie mit ihrer pubertierenden Tochter, fast 19 (die ihre Rechte genau kennt, von Pflichten aber nichts hält), nicht klar.
Das soll aber hier kein Thema werden *grins*

LG 11e  Umarmung
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« Antworten #24 am: 01. April 2008, 15:30:44 »

Zitat
Dir zum Trost, meine Tochter ist nach dem Buch vor gegangen, trotzdem kommt sie mit ihrer pubertierenden Tochter, fast 19 (die ihre Rechte genau kennt, von Pflichten aber nichts hält), nicht klar.

Jaja, genau das ist es ja, Du sagst es ganz richtig.... Thomas Gordon ("Die Familienkonferenz", eine Methode, die Kinder dazu bringt, von sich aus Lösungen vorzuschlagen, kombiniert mit aktivem Zuhören) war lange Zeit meine Bibel. Und funktioniert suuuuper - solange die Kinder nicht in der Pubertät sind...dann isses relativ wurscht, welchen Erziehungsstil man hatte...die meisten Kinder bocken in dieser Zeit und man zweifelt an sich selbst... Roll Eyes Auch wenn hundertmal geschrieben wird, dass man mit dieser Erziehungsmethode diese Pubertätsprobleme nicht hat....das ist immer nur in den Büchern so.

Und was bei der einen toll funktioniert hat, ist bei der anderen glatt verkehrt...grmpf

Gebrauchsanweisung bei der Geburt wäre halt wichtig gewesen....*grins*

Liebe Grüße
Spirit
« Letzte Änderung: 01. April 2008, 15:32:10 von Spirit » Gespeichert

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« Antworten #25 am: 01. April 2008, 17:25:18 »

Liebe Spirit,
meinem Sohn sind durch Schluderei und Nichtlernen einige Grundsatzdinge in Mathematik verloren gegangen, die fast den Schulabschluss geschmissen hätten. Kurz vor Toresschluss, beim Wiederholen der 10. Klasse (Realschule) hat er beim Einsehen in die Dringlichkeit des Abschlusses für eine Ausbildungschance dann zugestimmt, Nachhilfeunterricht anzunehmen.

Ein halbes Jahr hat er 2 mal die Woche je 2 Stunden Mathe Nachhilfe gehabt. Dort haben sie mit dem Lehrer gemeinsam die anstehenden Aufgaben von der Schule durchgenommen und gezielt die Probleme aufgegriffen, wo echte Defizite bestanden. Da wir das teuer bezahlen mussten (ich war arbeitslos und wir hätten ohne meinen damaligen Lebenspartner das NICHT leisten können!), hat er dann die Kurve gekriegt und das verstanden,
dass es wichtig ist, gut aufzupassen, da der Unterricht in unserer Lage schon teuer, also Luxus war,
und dass er dringend den Schulabschluss braucht, ehe der Zug in die Zukunft abgefahren ist.

Er hat es geschafft und sich von glatter 5 minus auf 3 hochgearbeitet.

Wie wäre es, wenn du in einer stillen Stunde mit deiner Sonnenscheintochter sprächest und sie wegen Nachhilfeunterricht befragst, wie sie das fände, ob es ihr was bringen könnte und wie ihr das regeln wollt. (evtl. unter ihrer Mitbeteiligung mit anteiliger Abgabe von Taschengeld, da ja selbst verschuldeter Umstand(?) )

Ich hab mir damals auch den Mund fusselig geredet...

Meine Tochter hat den Realschulabschluss vor zwei Jahren über die Volkshochschule nachgeholt, und es hat sie ihr eigenes Geld gekostet. Seitdem weiß sie Bildung zu schätzen.

Da ich selbst Abitur habe, war es für mich knallhart, diese Lernschlendrigkeit mit anzusehen bwz. zu aktzeptieren, dass es nicht jedem so zufällt. Ich brauchte bis zur 8. Klasse rein gar nichts lernen, weil ich nur im Unterricht aufpassen musste, und zack war es im Kopf drin. Erst mit ellenlangen Reihen Geschichtszahlen wurde dann das Pauken nötig...
Naja, so ist die Welt - der eine so, der andere so.

Lass dir nur keine grauen Haare deshalb wachsen!
Wenn sie es jetzt nicht schafft, dann später in eigener Verantwortung und mühevoller. Letzteres Wort begreifen die Heranwachsenden aber sicher erst bei unmittelbarer Betroffenheit, wenn wegen eines fehlenden Abschlusses nicht der Traumjob erreichbar ist.

Mamagrüße für dich von
Yda, deren Tischler-Sohn nun beim Baumarkt jobbt...  *lächel und auch ein wenig nölig drüber bin*
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« Antworten #26 am: 01. April 2008, 17:55:36 »

Ja, so isses. Es ist nur dann was wert, wenn mans nicht hat....

Bis jetzt ist immer alles offensichtlich so leicht gegangen, ging so nebenbei und meine Tochter hats immer mehr schlendern lassen.....was leicht geht, ist nix wert...

Ich weiß nur nicht, war Dein Sohn bzw. Deine Tochter in der Lage, mit 15, 16 die Dringlichkeit bzw. die Konsequenzen irgendwie zu durchblicken?

Ich denk mir, da red ich vom Ernst der Lage und sie denkt grade an die neuesten Klamotten....oder was im TV wohl grade verpasst wird, während sie mir zuhört.

Und insofern denk ich mir, wenn ich nur lange genug Geduld habe, kapiert sies vielleicht... Roll Eyes Wenn sie älter ist und gscheiter?

Oder ich alt und gebrechlich.... Roll Eyes

Wenn ich an meine Freundin denke, sie hat auch drei Kids - da kommt die Nachhilfe und geht unverrichteter Dinge wieder, weil der Sohn einfach streikt und sich weigert, seine Hefte zu holen. Trotz Abzug der Stunde vom Taschengeld, trotz Fernsehverbot etc. Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren mit den Sturköppen....wenn sie nicht wollen, wollen sie nicht.

Und dann stehst Du als Mutter da und hast nicht viel Möglichkeiten: Entweder Du hast den längeren Atem und hältst solange durch, bis sie gscheiter werden (und das kann dauern...und es birgt die Gefahr, dass es nie passiert....) oder Du steckst sie in eine Lehre (wenn sie alt genug sind) - und Lehrplätze sind rar in unserer Gegend. Nur: Wenn sie DANN draufkommen, dass sie das eigentlich gar nicht wollen und es doch anstrengender ist, als sie gedacht hatten, dann ist es zu spät. Dann führt kein Weg mehr zurück in die Schule. Dann müssen sie das durchstehen.

Hach, ich weiß nicht, wies weitergehen wird.....aber es tut gut, dass Ihr mir zuhört und mich versteht.  Umarmung

Ich werd halt hie und da diesen Thread für Selbstmitleidsdemonstrationen missbrauchen... Rotwerden

Danke!

Liebe Grüße
Spirit







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« Antworten #27 am: 01. April 2008, 18:15:41 »

Liebe Spirit :-)

... nun denn, ich versuch´s nochmal  Smiley. Vieles ist inzwischen aber auch schon gesagt worden, z.B. stimme ich 11e zu ... vielleicht lässt sich das Problem viel eher "lösen", wenn Du "los"lässt. Deine Tochter und mein Sohn würden sich bestimmt blendend verstehen, denn meiner lernt auch nicht. Gar nicht. Er wiederholt nun schon die 12.Klasse und wenn er sein Abi schaffen würde ... das müßte schon beinahe mit dem Teufel zugehen  Shocked

Wir reden nicht mehr drüber; weil der Streit damit vorprogrammiert ist. Ich frage nicht mehr nach seinen schulischen Leistungen - ich lasse ihn. Denn was wäre mein Weltbild, daß aus meiner Sicht alles, was passiert "passend" ist, noch wert; wenn ich da dann differenziere??

Deine Tochter ist evtl. "glücklicher", wenn sie nicht studiert. Wer weiß, wie ihr Leben verläuft und was wichtig ist für sie. Es mag sogar etwas sein, das sich Dir nie erschließen wird. Und auch damit müßtest Du leben  Umarmung

Wegen der Sache mit den späteren Vorwürfen, die sie Dir machen könnte: Schreib´ es doch auf, mit Datum und Unterschriften von euch beiden. Daß sie sich verbeten hat, von Dir abgeprüft zu werden und somit stehst Du für einen Vorwurf zu einem späteren Zeitpunkt dann nicht mehr zur Verfügung. Das würde ich abklären; denn Dir darüber jetzt auch noch Gedanken zu machen, das ist eindeutig zuviel!

Ich wünsche euch, einen Weg zu finden, auf dem ihr beide glücklich sein könnt und drücke dafür ganz fest die Daumen!


Liebe Grüße,
Gondwana
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« Antworten #28 am: 01. April 2008, 18:31:56 »

Ich denke schon, dass die Jugendlichen die Lage überblicken können, zumal wir ja Mütter sind, die ERKLÄREN.
Aber der eine oder andere kann nicht über seinen Schatten springen.
Warum auch immer.
Ich brauche z.B. *out* IMMER mehrere Anläufe, bis ich zum Staubsauger greife.

Kurz vorm Abitur haben wir es im Internat gemeinsam gemeistert, die ungeliebten Lernstoffe einzupauken.
Kann sehr hilfreich sein, so in der Gruppe zu leiden und das zusammen durchzustehen.
Hat deine Tochter Freunde, mit denen sie gemeinsam lernen könnte?

Meinem Sohn hab ich damals noch klar gemacht, dass ich Faulheit, wenn er deshalb keine Ausbildung kriegt, nicht unterstütze, dass ich dann streng dran denke, ihn aus dem Nest zu werfen.
Das war heftig!
Tat auch beiden Seiten weh. Aber notwendig. Er war dann mächtig stolz, als er seinen Gesellenbrief in der Tasche hatte und wusste, dass es eine echte Leistung war, nach so viel Nichtlernen das doch und sogar gut geschafft zu haben.

Versuche doch noch mal, mit deiner Tochter von Frau zu Frau erwachsen zu sprechen. Über deine Gefühle zu ihrem Tun.

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« Antworten #29 am: 02. April 2008, 08:22:03 »

Liebe Gondwana, liebe Yda!

Danke für Eure Antworten - Es tut gut, auch andere Erfahrungen dazu zu lesen. Ich werde mir meine Jüngste jetzt öfter mal zur Seite nehmen. Vielleicht hilft es ja bereits, wenn ich ihr damit auf die Nerven gehe...ich weiß von den Wochenenden mit meinem Exmann, wo sie auf Besuch ist, dass sie alleine deshalb "folgt", weil ihr das lieber ist als sich die Moralpredigten anhören zu müssen...

Das mit dem Aufschreiben und unterschreiben lassen ist eine gute Idee - vielleicht wird sie dann munter, wenn ich sie zur Unterschrift bitte.

Nachhilfe lehnt sie rigoros ab, da komm ich nicht ran an sie. Sie meint, sie schaffe das eh alles, ist ja nur ein Klacks...und auch jetzt sieht sie das alles nicht tragisch. Sie ist so ein Luft-Element-Kind, das nichts "ernst" nimmt. Verantwortung ist ein Fremdwort, wo das Leben doch so schön sein kann....

@Gondwana: Das mit Deinem Jungen hab ich jetzt mit der Ältesten. Sie ist im Maturajahr und liebt die Diskotheken mehr als die Schule. Dementsprechend hängt ihr Jahr diesesmal am seidenen Faden, es entscheidet sich Ende des Monats, ob die Schule sie überhaupt zur Matura antreten lässt, weil die Noten so schlecht sind.

Eigenartig, da kümmert mich das nicht mehr so gewaltig. Wir hatten seit Beginn des Schuljahres immer wieder Diskussionen, weil ich dachte, es ist sooo schade, wenn sie jetzt, ein paar Monate vor der Matura, sich so hängen lässt. Aber sie wird heuer 20 wird und ich muss ihr zutrauen, dass sie das selbst entscheiden muss. Es ist mir nicht egal, das nicht - aber irgendwie fühl ich mich da nicht mehr so zuständig dafür. Wenn sie das Jahr wiederholen muss, ärgert sie sich selbst am meisten, weil sie schon unbedingt erwachsen und frei sein möchte. Sei möchte endlich Geld verdienen, eine eigene Wohnung haben, weg von mir...und das geht dann nicht. Naja, mal sehen, was die nächsten Wochen da bringen...

Aber bei der Kleinen, da fühl ich mich noch so verantwortlich, das ist fast so, als wäre sie in der Volksschule und ich "kümmer" mich nicht drum....ich trau ihr einfach noch nicht zu, irgendetwas zu durchblicken, was ihre Zukunft anbelangt. Und ich fürchte, meine Ahnung ist da richtig, sie kapiert einfach noch nichts.

Esoterisch betrachtet könnte man das so ausdrücken, dass sie ihr morphisches Gedanken-Feld (noch) nicht benutzt, sondern Mama (noch) für sie denken lässt. Weils einfacher ist, weil sie noch nicht erwachsen sein möchte, weils Leben halt so schön ist und was soll ich die wertvolle Zeit mit Lernen verplempern....

Wie ein Kleinkind, irgendwie. *seufz*

Naja, ich werd jetzt mit ihr drüber sprechen, halt nicht einmal, sondern eben ständig, anders "sickerts" bei ihr nicht. Ich hasse es, wenn ich anderen Menschen auf den Wecker gehen muss, wenn ich kontrollieren muss, wenn ich "streng" und konsequent sein muss.

Aber es wird kein Weg dran vorbeiführen, so oder so...sie ist mir noch zu klein (im Sinne von: ihre Anschauungen sind noch sehr kindlich), um Verantwortung übernehmen zu können.

Danke und liebe Grüße!
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« Letzte Änderung: 02. April 2008, 08:27:08 von Spirit » Gespeichert

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