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Autor Thema: Matriarchat - Patriarchat - Gleichberechtigung  (Gelesen 1441 mal)
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Spirit
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« Antworten #30 am: 08. Mai 2007, 13:55:18 »

Liebe Daniela!

Das Beispiel ist sehr krass - da habt Ihr ja ganz schoen was mitgemacht.

Worauf ich hinauswollte: Es gibt, so glaube ich, auf beiden Seiten unfaire Gesetze. Und selbst das fairste Gesetz kann nichts bewirken, wenn die Menschen selbst unfair sind. Sprich: den Ex denunzieren, Gehaltszetteln unterschlagen etc.

Ich meine damit, man kann mit keinem Gesetz einen Menschen dazu zwingen, fair zu sein. Das ist das Drama.

Eine Freundin von mir (drei Kinder) hat ihren Mann, nachdem er eine andere so nebenbei geschwaengert hatte, vor die Tuere gesetzt. Er kam nie wieder - weder kam er fuer das eine, noch fuer das andere Kind auf.

Und diese Faelle sind sehr, sehr haeufig. Dass Frauen mit den Kids dastehen und der Vater leistet seinen finanziellen Beitrag fuer die Kinder einfach nicht.

Aber eine Frage: Dein Mann hatte die Kinder bei sich und zahlte trotzdem Unterhalt fuer seine Ex? So ganz verstehe ich das nicht.

Ein Beispiel von mir: Die Kids wurden mir bei der Scheidung zugesprochen - ich koennte besser fuer sie sorgen, denn ich haette einen Halbtagsjob, mein Ex einen Ganztagsjob und da koenne doch nicht von ihm erwartet werden, dass er drei Kinder grosszieht.

Ist ja ok, ich haette meine Kids sowieso nicht hergegeben - nur: Als ich meinen Job verlor und aufs Arbeitsamt ging, bot man mir einen Ganztagsjob an, den ich mit der Begruendung, ich koenne, solange die Kinder noch so klein sind, nur halbtags arbeiten, ausschlagen musste.

Daraufhin meinten sie, dem Gesetz sei es voellig wurscht, ob ich drei kleine Kinder haette - es gaebe KEINEN Grund, nicht ganztags zu arbeiten....

Hier wird mit zweierlei Mass gemessen - der Frau traut das Gesetz es auf jeden Fall zu, mit drei Kindern ganztags zu jobben, einem Mann sei das nicht zumutbar?

Ach, es gaebe hunderte Faelle von Ungerechtigkeiten, auf beiden Seiten....

Liebe Gruesse
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« Antworten #31 am: 08. Mai 2007, 14:24:28 »

Wow... das ist ja auch n Hammer!
Also bei uns ist es Gesetz, dass solange die Kinder nicht das 13. Lebensjahr erreicht haben, die oder der Erziehungsberechtigte nicht verpflichtet ist, vollzeit zu arbeiten.
Hatte Dein Sachbearbeiter damals vielleicht schlecht geschissen, oder so??? Den haette man... ach das sag ich lieber nicht.

Ja, Du hast das schon ganz richtig verstanden... die Kinder wollten mit meinem Mann mit... sie hatte also nur fuer sich zu sorgen... aber bekam noch Unterhalt von meinem Mann! Obwohl es umgekehrt haette sein muessen.
Weil sie eben erwerbsunfaehig war... offiziell!
Inoffiziell gings ihr gut.
D.h. wir sorgten fuer die Kids... gingen vollzeit arbeiten... und zahlten noch fuer sie, damit sie sich ein schoenes Leben machen konnte.

Aber was ich nicht verstehe... fuer die Kinder zahlen muessen die Vaeter doch normalerweise... es sei denn sie geben vor, keine Arbeit mehr zu haben... dann uebernimmt das Jugendamt... was der Mann aber, sobald er wieder verdient, zurueckzahlen muss.
Wie kann das also gehen, dass die einfach von dannen ziehen, und nicht zahlen???

Lieben Gruss
Daniela Smiley
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« Antworten #32 am: 08. Mai 2007, 16:49:56 »

Liebe Daniela!

Also bei uns gibts dieses Gesetz nicht, bei uns gibts das Argument: "Nehmens Ihnen halt a Tagesmutta"

Um Missverstaendnisse zu vermeiden, ich ging freiwillig nur halbtags (ist auch heute noch so), weil ich das Gefuehl habe, dass es in der Familie dann einfach "runder" ablaeuft, wenn Mama Zeit fuer die Kids hat. Unterhalt bekomme/bekam ich keinen. Ich bzw. wir stecken halt zurueck - es gibt halt keine teuren Urlaube oder Markenklamotten, dafuer Mama.

Damit meine ich nicht, dass Vollzeit schlecht ist fuer Kids, bei uns passt es halt so.

Ja, und das mit den Alimenten, die nicht gezahlt werden: Da gibt es etliche Moeglichkeiten. Der Mann meiner Freundin verschwand auf Nimmerwiedersehen ins Ausland. Aber da gibt es noch ganz viele Moeglichkeiten: Kuendigen und vom Notstand leben (offziell), eine Firma gruenden und einen guten Steuerberater engagieren (dann "verdienst" Du nichts) etc.

Darum meinte ich auch: Kein Gesetz der Welt kann einen Menschen dazu zwingen, fair zu sein. Aber da geht ja meistens auch eine menschliche Vorgeschichte voraus: Streit, Hass, verletzte Liebe, Zurueckweisung und aehnliches.

Oft denkt sich der Verlassene: Rache ist suess und wenn ich Dich sonst nicht "strafen" kann, dann finanziell....

Traurig, aber (leider) menschlich...

Liebe Gruesse
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