Schönen guten Morgen!
Heute im Kurier steht ein erschütternder Artikel - eine Mutter ließ ihren erst 2-jährigen Jungen bei einem fremden Spaziergänger und war danach abgängig. Sie wurde gefunden, ist nun in der Psychiatrie und der Junge in einem Heim.
Der Vater, der nach einem dreiwöchigen Psychiatrieaufenthalt der Mutter vor einiger Zeit den Jungen versorgte, bekommt das Sorgerecht diesmal nicht. Weil er nicht nachweisen kann, dass er nur halbtags beschäftigt ist plus Kindergartenplatz hat.
Quelle:
http://www.kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/1917721.phpIch zitiere kurz daraus:
Der Vater will nun die Obsorge beantragen, sieht sich aber mit schwer erfüllbaren Bedingungen konfrontiert: Der Lagerarbeiter soll seinen Job auf 20 Stunden reduzieren und einen Kindergartenplatz für Julian nachweisen.
Abgesehen von der Tragik dieses Falles kamen bei mir unangenehme Erinnerungen hoch.
Als ich nach meiner Scheidung meinen Halbtagsjob verlor, suchte ich beim Arbeitsamt Hilfe. Mir wurde erklärt, dass ich einen Ganztagsjob annehmen müsste, sonst hätte ich keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung.
Auf meinen Hinweis (ich hatte vorher einen Halbtagsjob), dass ich drei kleine Kinder zu versorgen habe, zuckten diese nur mit den Schultern. Es wäre mir lt. Gesetz sehr wohl zuzutrauen, dass ich ganztags arbeiten gehe und drei kleine Kinder "nebenbei" beaufsichtige. Wenn das nicht ginge, so müsste ich halt "eine bezahlte Kinderbetreuungsperson anstellen".....(Kostenpunkt: für drei Kinder wäre das mehr gewesen, als ich verdient hätte).
Das Paradoxe, das sich daraus ergibt:
Ein Mann DARF seinen Sohn nicht bekommen, weil er KEINEN Halbtagsjob hat.
Einer Frau wird hingegen gedroht, die Unterstützung zu streichen, weil sie mit drei Kindern "nur" halbtags arbeiten möchte (wobei das Wort "möchte" hier ironisch gemeint ist).
Ob der, der sich diese Gesetze ausdenkt, selbst Kinder hat? *grübel*
Nachdenkliche Grüße
Spirit