Ein paar interessante Geschichten über die oben angesprochene Ruine Rauhenstein (Auszüge aus unserer lokalen Homepage:
http://www.baden.at/)
Von alten Föhren umrauscht, steht, einem trotzigen mächtigen Wächter gleich, unweit vom Eingang in das vielbesuchte Helenental, die Burgruine Rauhenstein. Jahrhunderte sind an ihr vorübergezogen: von Menschen- und Zeitenschicksalen könnten ihre Mauern erzählen (Saxa loquuntur!).
Die einst stolze Veste ist zur Ruine geworden und dennoch fesselt sie heute noch den Beschauer. Einer geballten Faust gleich erhebt sie sich aus den steil aufwärtsstrebenden Felsenriffen, den Feind zur Friedfertigkeit mahnend.
Dem Freund aber, der ihr verstehend lauschen kann, erzählt sie von wackerem Männerstreit, von Not und Tod. Von Kampf und Spiel, von des Sängers alten Heldenliedern und von der Minne süßem Werben.
Vergangen ist die Macht, verklungen das Lied und verschwunden die Geschlechter, die einst hier lebten.
Im Jahr 1160 wird erstmals ein Seyfried Turso von Rauhenstein genannt. Später besaß das Geschlecht der Pillichsdorfer die Burg, von dem sie an die Puchheimer überging. Wilhelm von Puchheim lehnte sich 1466 nach der Beraubung der Kammerwägen der Kaiserin Eleonore gegen deren Gemahl Kaiser Friedrich III. auf. Ob Wilhelm II. von Puchheim an diesem Raubzug direkt beteiligt war, ist nicht bekannt. Jedenfalls schickte der Kaiser unter dem Befehl des Hauptmannes Georg von Pottendorf eine Strafexpedition aus, der es nach harten Kämpfen gelang, die Burg zu erobern und diese in kaiserlichen Besitz zu nehmen.
Eine nette, fast sagenhaft klingende Überlieferung ist über "Heinrich de Rauhenstein“ erhalten. Er hatte so um 1187 seine Tochter Hulda jenem Ritter versprochen, der ihr das Nützlichste und Angenehmste aus dem Heiligen Land mitbrächte.
Walther von Merkenstein brachte den Safran und begründete dessen Kultur im Raum von Baden. Er erhielt die Hand Huldas. Erst im Jahr 1851 verödete in Baden das letzte Safranfeld. So war der Safran durch mehrere Jahrhunderte eine Badener Spezialität.
1203 scheint ein Otto Turse von Rauhenstein auf. Er erbaute in Wien ein Haus und nannte es "Zum Rauhensteiner“. Heute erinnert noch in Wien die "Rauhensteingasse“ an ihn. Die Tursonen dürften gegen 1299 ausgestorben sein. Vermutlich durch Heirat kam die Burg in den Besitz der bereits erwähnten Pillichsdorfer.
Als Napoleon am 1. Oktober 1809 von Schönbrunn aus seine Soldaten in Baden besuchte, nahm er auch das Helenental und die Ruine Rauhenstein in Augenschein, wobei er zu seinem Begleiter, General Berthier, die beziehungsvollen Worte gesprochen haben soll: "Es müßte gut sein, in diesem stillen Örtchen St. Helena sein Leben zu beschließen.“
Im Jahr 1741 kam der Besitz in die Familie Doblhoff-Dier, der Rauhenstein bis zum heutigen Tag gehört. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Niederösterreich, des Bundesdenkmalamtes und der Stadtgemeinde Baden wurden beachtliche Erhaltungsarbeiten vorgenommen, so daß nun Ruine inklusive Turm wieder besichtigt werden können.
LG Admin