Liebe Yda!
Vielen Dank für Deinen persönlichen Bericht - jetzt hab ich auch mal angefangen, so nachzudenken, wie es in meinem Umfeld aussieht. In meinem Verwandtenkreis gibt es (und wir sind eine Monsterfamilie, was die Zahl anbelangt), nur 3 Leute (darunter ein Ehepaar), die übergewichtig sind.
So ziemlich alle waren um die Lebensmitte, also so zwischen 40 und 50 mal kurz ein wenig dicker (wobei die meisten in dem Alter mit dem Rauchen aufhörten), aber das verging wieder von alleine. Aber wir sind auch eine extrem schlanke Familie, sind viele dabei, die einfach zu dünn sind. Meine Großmutter, die Hauptproduzentin der vielen Nachkommen, starb mit 94 und war immer extrem dürr. Und gesund nebenbei.

So richtig dicke Leute kenne ich eigentlich gar nicht in meinem Umfeld. Auch wenn ich so zu den Nachbarn oder Freundinnen gucke, da kommts schon mal vor, dass eine mal ein wenig mehr auf die Waage bringt - aber alles in einem Bereich, wo man noch "schlank" dazu sagen könnte.
Aber vielleicht hab ich ja ein verzerrtes Bild, kann sein.

Es fängt ja bereits bei der persönlichen Vorliebe an. Ich finde die ganz dürren Menschen meist abstoßend. Und grantig sind sie auch fast immer.

Und ich kenn das gut, war ich doch selbst jahre- bzw. jahrzehntelang (teilweise schwer) untergewichtig. In Glanzzeiten hatte ich bei 1,72 cm Größe 42 kg. Und da ist nicht gut lachen...
Der Humor hängt tatsächlich auch mit dem Gewicht zusammen. Denn wenn man gar so dürr ist, fällt das Lachen schwerer - ich weiß auch nicht, warum. Vielleicht weil man nichts genießen kann oder vielleicht tatäschlich deshalb, weil die Fettschichten um die Nervenbahnen zu dünn sind, ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich, seitdem ich mehr Kilos auf die Waage bringe (ich schwanke zwischen 63 und 65 kg), viel mehr lachen kann und gelöster und freier bin.
Und das prägt auch sicher meine Einstellung. Ich renn meinen Mädels ständig mit dem Essen nach, obwohl sie das in dem Alter eigentlich schon selbst tun könnten. Weil sie größer sind als ich und es auf grade mal 55 kg bringen, wenns viel ist (zwei davon, die Mittlere ist eh ok, grad richtig).
Aber ich weiß, in dem Alter war ich halt bei 42 kg und konnte essen, soviel ich wollte, da ging nix rauf. Nach dem Abendessen noch ein Essen, um ja nur nicht noch mehr an Gewicht zu verlieren....irgendwann kommt der Punkt, wo Dir vorm Essen graust.
Ich kenn beide Seiten - nachdem ich zu rauchen aufgehört hatte voriges Jahr gingen die Pfunde wieder rauf und ich musste beginnen, meine lukullischen Erlebnisse einzuschränken, um nicht zur Kiste zu mutieren. *grins*
Beides ist nicht ideal. Zu dünn nicht und zu dick nicht.
Vielleicht müsste man auch definieren, was genau man unter zu dünn oder zu dick versteht, das ist sichtlich bei jedem anders. Meine Mädels finden sich zwar auch als zu dünn aber sehen sich sicher anders als ich sie sehe. Als besorgtes Muttertier.

Liebe Grüße
Spirit