Ihr Lieben,
jetzt hat es auch in Deutschland jemand gewagt,
einem Menschen beim Sterben zu helfen und nochdazu,
dieses zu dokumentieren bzw. auch eine Maschine
für tödliche Injektionen zu erfinden, die er auf Verlangen zur Verfügung stellt.
Zum Nachlesen hier der link:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,562976,00.htmlWie ist Eure Meinung dazu - ablehnend oder befürwortend?
Ich persönlich finde es zunächst erstmal stark,
dass sich dieser Mann da rangetraut hat mit allen zu befürchtenden juristischen Konsequenzen für sich selbst.
Wer schon selbst kranke, leidende Menschen erlebt hat,
kann das vielleicht auch verstehen.
In meiner erst kurzen Berufserfahrung als Altenpflegerin habe ich leider schon erleben müssen,
wie in einem kleinen Heim aus Angst des Chefs, dass man möglicherweise zum Todesspritzer ernannt wird, einer im Präfinalstadium dahinvegetierenden Krebspatientin vom Arzt verordnetes Morphium in
geringeren Dosen als notwendig verabreicht wurde, so dass die Patientin unter unsagbaren Schmerzen leiden musste, was in eklatanter Weise und so offensichtlich gegen die Menschenwürde verstoßen hat, die sich ein jeder Pfleger in seiner Ausbildung zu Herzen nimmt (§ 1 Grundgesetz!), dass ich unter dieser Verweigerung von Hilfe schwer gelitten habe und auch deshalb den Arbeitgeber wechselte, da ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte.
Tumordurchbruchsschmerzen sind die schlimmsten Schmerzen überhaupt.
Auch wenn es Schmerztherapien gibt, die mit Morphium lindern und in Kombination mit unterschiedlichen Wirkstoffen eine noch höhere Schmerzlinderung erreicht werden kann, so wurde uns im Schmerzseminar im Hospiz trotzdem offen bekannt, dass es auch heute auf dem modernen Stand der Medizin
nicht immer gelingt, die absolute Schmerzfreiheit zu erlangen! Das hat mich sehr betroffen gemacht.
Darum kann ich den Todeswunsch dieser im link genannten Krebspatientin nachvollziehen.
Wenn jemand schon so eingeschränkt ist, dass selbst das Aufnehmen von Nahrung schwierig ist und vom Betroffenen selbst als sinnlos empfunden wird - man bedenke im Gegensatz hierzu, welche immense Kraft uns Gesunden oft schon allein aus einem Hunger- und Vorstellungsgefühl heraus entsteht! - dann ist doch schon zu ermessen, WIE SCHLECHT es demjenigen gehen muss.
Im Beitrag wird als Beispiel ein 20jähriger genannt, der bei einem Unfall seine Familie verlor und sich nun den Tod wünscht. Hier sehe ich es differenzierter. Dieser Mensch ist traumatisiert, hat noch eine zu geringe Lebenserfahrung, als dass er wissen könnte, dass man aus Krisen herauskommen kann. Darum würde ich ihm Sterbehilfe verweigern, auch weil er noch sein Leben vor sich hat. Hätte er eine unheilbare Krankheit, würde ich es wohl wieder anders sehen...
Selbst wollte ich kein Sterbehelfer sein.
Wobei es ja nichts anderes ist, wenn man seinen todkranken Hund zum Tierarzt zum Erlösen bringt...
Es ist ein großes Thema.
Ich bin sehr bewegt.
Sicher sind das auch noch nicht die letzten Gedanken, die ich dazu habe.
Wer mag, möge schreiben.
Ich freu mich über Austausch.
Danke,
Yda