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Autor Thema: Was stellt ihr euch unter dem Tod vor?  (Gelesen 727 mal)
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Gondwana
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« am: 26. März 2008, 17:09:10 »

Hallo!  Smiley


Wegen der Reaktionen in der Shout-Box auf meinen Monolog von gestern, möchte ich dieses Thema eröffnen; denn es interessiert mich sehr, was ihr euch unter dem Tod vorstellt.


Spirit schrieb dort (und ich hoffe, es ist okay; wenn ich das in den Thread hier kopiere):
"Zu Deinem Monolog ist mir was eingefallen: Es gibt die (für mich eher unangenehm klingende) Theorie, dass der Tod nichts anderes ist als das Stehenbleiben der Zeit, das Verharren in der letzten Sekunde - die Ewigkeit, die tatsächlich ewig ist...*gänsehaut* *grusel*"


Daß die Zeit stehenbleiben kann, halte ich für unmöglich. Denn wie sollte sie aus einem statischen Zustand heraus wieder anfangen zu laufen oder überhaupt: angefangen SEIN zu laufen. Ewigkeit IST Zeit. Die Ewigkeit kann es ohne Zeit ja gar nicht geben. Physikalisch gesehen gibt es entweder immer Zeit oder nie Zeit. Da es Zeit GIBT, sie in jedem Moment entsteht und vergeht, gibt es (in diesem Universum) nicht keine Zeit.  Verrückt <--- ehm, ich wollte da jetzt nicht drüber referieren, als wär´s der Weisheit letzter Schluß; weil ... hört sich ein wenig so an, wenn ich´s mir nochmal durchlese ...


Nee, ist halt nur meine Sicht. Und eben WEIL es keinen Stillstand und keine endgültige Form gibt, halte ich es auch für unmöglich, daß der Tod starr (oder gar zeitlos) ist.

Es ist schwierig für mich, auszudrücken, was ich meine, weil mir das schon oft als Morbidität ausgelegt worden ist, - aber ich halte den Tod nicht für weniger ""erstrebenswert"" als das Leben. Und ich finde diese Einstellung auch nicht ungesund, denn ich bin viel länger tot als lebendig! Es ist halt mein persönliches Arrangement mit dem Tod, das so zu sehen. Obwohl ich gerne lebe!!! Aber ich denke, daß ich auch gerne tot bin. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, mich nicht gut gefühlt zu haben, bevor ich geboren wurde ... 

Der Tod ist womöglich "nur" ein weiterer Übergang, eine Zustandsänderung, Transformation. Alles, ALLES was ich kenne, transformiert - warum sollte es ausgerechnet bei mir anders sein. Wäre doch schon vermessen, das anzunehmen, oder?

Ich bin immer da - und immer schon da gewesen. In welcher Form - keine Ahnung! Nur DASS es so ist, da bin ich mir ziemlich sicher.  Cool Cool Cool



Liebe Grüße,
Gondwana

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Inti
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« Antworten #1 am: 26. März 2008, 19:18:32 »

Gondy
Zitat
Aber ich denke, daß ich auch gerne tot bin. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, mich nicht gut gefühlt zu haben, bevor ich geboren wurde ...
Lachen der war echt gut

Was ist der Tod? Was verändert sich beim Tod? wir wissen nur sicher, dass der Körper nach dem Tod zerfällt und nicht mehr von dem Wesen, dass ihn bis dahin nutzte, genutz werden kann.

Wir können keinen Tod der Seele und und auch keinen Tod des Geistes wahrnehmen, deshalb gehe ich mal davon aus, dass diese weiterexistieren. Die Physis hat eine Begrenzung welche ich aber nicht bei der Seele und schon gar nicht beim Geist wahnehme, also nehme ich mal an, dass sich Seele und Geist dann ausdehnen werden, oder zumindest keine so scharfen Begrenzungen haben werden wie der physische Körper. Dies sind äußerliche Betrachtungen - inneres Erleben wird sich  aber auch verändern, ich gehe davon aus, dass der physische Körper Geist und Seele nicht nur begrenzt sondern diesem auch Halt und Struktur gibt, somit wird es nach dem Tod schwer werden ohne die Physis sich zu konzentrieren, ohne sich zu verflüchtigen.

Zum Thema Zeit
Zitat
Daß die Zeit stehenbleiben kann, halte ich für unmöglich.
ich glaube auch nicht, dass die Zeit stehenbleibt hier im Universum, aber ich glaube dass man aus der Zeit "aussteigen" kann.
Zitat
Ewigkeit IST Zeit. Die Ewigkeit kann es ohne Zeit ja gar nicht geben.
Ewigkeit hat in meinen Augen auch überhaupt gar nix mit Zeit zu tun, für mich ist die Ewigkeit der Augenblick das sogenannte "Hier und Jetzt"  - das was passiert, passiert nicht in der Vergangenheit denn die ist vorbei und es passiert auch nicht in der zukunft, denn die ist ja noch gar nicht da - alles was passiert passiert "Hier und Jetzt" - aber dieses "Hier und Jetzt" ist immer und ewig das "Hier und Jetzt" - dieses Hier und Jetzt hat mit meiner "Anwesenheit " zu tun, mit meiner Wahrnehmung, dort wo ich wahrnehme ist "Hier und Jetzt" und das ist das Leben, dieses Leben findet nur im Hier und Jetzt statt

Ich hoffe ich konnte mich da verständlich machen.

LGInti
« Letzte Änderung: 26. März 2008, 19:42:24 von Inti » Gespeichert
Spirit
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« Antworten #2 am: 26. März 2008, 19:46:02 »

Liebe Gondwana!

Ich stell mir das so vor: Zeit ist immer an Materie gebunden, ohne Materie gibt es auch keine (irdische) Zeit - wenn die Materie zerfällt, gilt die Erdenzeit nicht mehr.

Je mehr Materie, desto langsamer vergeht die Zeit (beispielsweise bleibt beim schwarzen Loch, soweit ich das weiß  Verrückt die Zeit eigentlich stehen) - die Inkarnation, das in-die-Materie-gehen ermöglicht das Erleben von Zeit und damit chronologischen Abläufen, die ohne Zeit nicht möglich wären.

So gesehen ist die Theorie, dass beim Eintritt des Todes die Seele in der letzten Sekunde erstarrt, vielleicht gar nicht soo gruselig, denn diese "Ewigkeit" würde besagen (so wie Inti das gemeint hat), dass die Zeit nicht mehr existiert und alles parallel statt chronologisch ablaufen könnte, auch wenn das mein derzeitiges Verständnis ziemlich übersteigt.

Die Zeit spielt beim Sterben sicher eine Rolle, zumindest die subjektive Zeit. Denn mir ist zu oft aufgefallen, dass Menschen in zeitlicher Todesnähe (so ein paar Stunden vorher) immer wieder nach der Uhrzeit fragen und dann verwundert den Kopf schütteln, als gäbe es eine gravierende Diskrepanz zum eigenen Empfinden, als dass ich das als Zufall abtun könnte.

Es gibt ja auch den Ausdruck "Aus der Zeit gehen" als Synonym fürs Sterben.

Um nun die Eingangsfrage von Dir zu beantworten:

Ich stelle mir unter dem Tod vor, dass ich nicht mehr mitspiele hier auf dieser Erde. Ich steige aus, aus meinem Körper, aus meinem Verbindungsgeflecht mit anderen Menschen und aus der Zeit. Wie wenn ich in einen Zug steige und alles zurücklasse, weil ich woanders hinfahre.

Und was danach kommt, nehme ich an, ist von meiner Erwartungshaltung abhängig. Glaube ich an einen Gott, so werde ich ihn sehen, glaube ich an ein Fegefeuer, so werde ich das sehen, glaube ich an ein Nichts, so werde ich das Nichts vorfinden. Es wird ein Zustand sein, weil ich keinen Körper mehr habe, gibt es "nur"  (ist vielleicht das falsche Wort in diesem Zusammenhang) Zustände, in denen ich mich befinden werde. Und irgendwann werde ich auch diese Illusion überwunden haben. Und dann, dann kommt das große Auflösen in einer Masse, im Ursprung, das Abgeben von allen Erinnerungen, Erfahrungen und Loslassen von allem was das Bewusstsein personifizieren konnte als "mich". Und das stell ich mir sehr schön und erlösend vor.  Roll Eyes

Liebe Grüße
Spirit







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« Antworten #3 am: 26. März 2008, 21:08:31 »

dass der physische Körper Geist und Seele nicht nur begrenzt sondern diesem auch Halt und Struktur gibt, somit wird es nach dem Tod schwer werden ohne die Physis sich zu konzentrieren, ohne sich zu verflüchtigen.


Hi Inti,

... das ist ein interessanter Gedanke! Diese Dekonzentration hat ja was von Auflösung und Verteilung ... da ist dann evtl. auch gar nichts mehr, was sich konzentrieren kann/will, sondern einfach nur noch Sein. Ich bin schon lange sehr gespannt darauf, ob "ich" das wahrnehmen kann dann ...

Mit dem "Hier und Jetzt", das sehe ich eigentlich auch so, drücke es vielleicht nur etwas anders aus. Aber ich hab´ verstanden, was Du meinst.  Smiley


Lieben Gruß,
Gondwana
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« Antworten #4 am: 26. März 2008, 21:27:23 »

Liebe Spirit :-)

Zeit ist immer an Materie gebunden, ohne Materie gibt es auch keine (irdische) Zeit - wenn die Materie zerfällt, gilt die Erdenzeit nicht mehr.


Ja, in der Physik heißt es aber: Energie/Materie ist immer an Raum/Zeit gebunden und ich reduziere das (für mich!) auf: Energie ist immer an Zeit gebunden. Denn Materie wird erst durch Energie geformt und Raum wird erst durch Materie erschaffen. Wenn also, wie Du sagst, die Materie zerfällt, dann ist da trotzdem noch Energie (Energiehaltungssatz).


Zitat
Je mehr Materie, desto langsamer vergeht die Zeit (beispielsweise bleibt beim schwarzen Loch, soweit ich das weiß  Verrückt die Zeit eigentlich stehen) - die Inkarnation, das in-die-Materie-gehen ermöglicht das Erleben von Zeit und damit chronologischen Abläufen, die ohne Zeit nicht möglich wären.


Aber die Zeit ist DA, egal ob Du als "Person" in die Materie gehst oder nicht. In einem schwarzen Loch verlangsamt sich die Zeit, aber sie bleibt nie stehen. Das ist gravierend  Cheesy.


Zitat
Es gibt ja auch den Ausdruck "Aus der Zeit gehen" als Synonym fürs Sterben.

Das kenne ich gar nicht. Hier sagen wir, wenn jemand stirbt: Er hat das Zeitliche gesegnet. Darüber denke ich jetzt auch zum ersten Mal nach. Das Zeitliche segnen ...  gruebel

Deine Vorstellung "in einen anderen Zug zu steigen" finde ich sehr schön! Also keine Endstation!  yeah1


*die Fahrkartebitte!*   Cheesy beam


Liebe Grüße,
Gondwana
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« Antworten #5 am: 26. März 2008, 21:41:38 »


Ja, in der Physik heißt es aber: Energie/Materie ist immer an Raum/Zeit gebunden und ich reduziere das (für mich!) auf: Energie ist immer an Zeit gebunden. Denn Materie wird erst durch Energie geformt und Raum wird erst durch Materie erschaffen. Wenn also, wie Du sagst, die Materie zerfällt, dann ist da trotzdem noch Energie (Energiehaltungssatz).

Hm, da finde ich jetzt nicht unbedingt einen Widerspruch.  Umarmung


Zitat

Aber die Zeit ist DA, egal ob Du als "Person" in die Materie gehst oder nicht. In einem schwarzen Loch verlangsamt sich die Zeit, aber sie bleibt nie stehen. Das ist gravierend  Cheesy.

Da stellt sich für mich jetzt die Frage: Wodurch existiert die von mir unabhängige Zeit? Durch das Vorhandensein von anderem Materiellen - wäre diese Materie nicht (mehr) da, gäbe es dann noch Zeit?

Grübelnde Grüße zu später Stunde  Cheesy
Spirit
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« Antworten #6 am: 27. März 2008, 09:57:08 »

Zur Grundfrage: Ich schwanke zwischen materieller Vergänglichkeit (alles ist aus) und einer unbestimmten Vorstellung einer unbekannten Form von Weiterleben nach dem Tod.

Zur Zeitfrage: Zeit ist an Materie bzw. Energie gekoppelt, Energie und Materie sind das selbe, nur in einer anderen Erscheinungsform (e = m x c²). Wenn wir wirklich irgendeine Form von entmaterialisierten Lebens nach dem Tod erwarten könnten, hätte Zeit nach meiner Meinung keinen Stellenwert mehr.

Auch wenn wir jetzt nur spekulieren können, jeder von uns wird es unweigerlich am eigenen Leib spüren und dann gibts endlich Gewissheit... Wink

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« Antworten #7 am: 27. März 2008, 10:04:17 »

Ja, so wird es wohl sein, 11 - wir werden es irgendwann genau wissen (oder auch nicht). Der Tod ist eine feste Größe im menschlichen Leben, nicht geringer als das Leben, so sehe ich das auch. Ich selbst denke nicht, daß dieses eine menschliche Leben das einzige ist, das wir leben. Sondern sehe es schon als ein Lernen und Erfahren der Seele, die zeitlos und ewig ist. Die Seele taucht ein in die Materie, erlebt die Zeit, kommt wieder heraus, reflektiert und nähert sich immer mehr dem Zustand der Zeitlosigkeit , der Ewigkeit. Manchmal, wenn ich mir den Sternenhimmel anschaue, dann habe ich so eine Ahnung davon. Daß dieses menschliche Leben längst nicht alles ist, daß alles viel größer und weiter ist, als wir in dieser begrenzten Materie es fühlen.
Vergleichbar wie die Puppe des Schmetterlings , die Seele schwingt sich nach dem Tod auf als Schmetterling.

Liebe Grüsse , Sturmfarbe
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« Antworten #8 am: 27. März 2008, 22:04:46 »

Sehr interessante Frage, ich beginne mal mit christlichen Denkweisen  Heilig :

Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? So steht es im Korintherbrief, hier ist gemeint, dass der "Erlöser" den Stachel auf sich genommen, für uns gestorben ist und wir dafür das ewige Leben gewonnen hätten.
Was soll denn dieses ewige Leben sein?
In der christlichen Vorstellung entweder den Aufenthalt in einem ewigen Paradies, auf Wolken schwebend oder das ewige Verschmachten in der Hölle unter unsäglichen Qualen. Abstruse und perverse Vorstellungen, die aber von ca. 1,3  Milliarde Menschen (Christen) geteilt werden. Wenn man noch die Mohammedaner dazunimmt, die an Ähnliches glauben kommt man schon an 2,5 Milliarden Menschen mit diesen Vorstellungen doof Huh?

So, jetzt aber wieder zurück zu von Sinn und Geist getragenen Gedanken  Grin
Meiner Meinung nach ist der biologische Tod das notwendige Ende von allen Individuen, die sich nicht durch Zellteilung fortpflanzen. Durch die geschlechtliche Fortpflanzung erhöht sich die Chance auf evolutionären Fortschritt, dieser Vorteil muss aber durch den individuellen biologischen Tod bezahlt werden.

Ab jetzt wirds interessant aber vollkommen ungesichert (also Admins freie Fantasie und Vorstellung  Grin)
Der Geist, die Bewusstheit, welche den Massenkristall für das biologische Entstehen von Leben bildet, ist teilweise schon vor dessen Bildung vorhanden, wird aber speziell bei biologisch hochentwickelten Lebewesen auch stark vermehrt. Das ist auch Ziel der Gesamtbewusstheit, wodurch auch erklärbar ist, dass allem offensichtlich ein Drang nach Weiterentwicklung innewohnt (Evolution z.B.)
Diese vom Ganzen losgelöste individuelle Bewusstheit ist zwar Zeit des biologischen Lebens mit dem biologischen Individuum verbunden, wird aber nach dessen Tod frei. Diese Bewusstheit strebt dann nach Wiedervereinigung mit einer alles umfassenden Bewusstheit, die alles und jedes bildet und durchdringt (und eben auch den Kristallisationskern für neues Leben bildete, siehe oben ad infinitum ...... )
Manchmal gelingt diese Vereinigung längere Zeit nicht, da die Loslösung vom biologischen Leben nicht gelingt oder weil noch Konflikte aus dem Leben unaufgelöst sind. Aus derlei Möglichkeiten lassen sich dann Phänomen wie Geisterbeschwörung, Tischerücken usw. erklären.
Schlußendlich gelingt es aber jedem Geist, wieder in die große Bewusstheit einzugehen und dort das Nirwana, die individuelle Bewusstheit zu verlieren und aufzugehen im großen Ganzen.

So in etwa könnte ich mir das Phänomen Leben, Tod und Bewusstheit in sehr verkürzter Ausführung vorstellen...

LG Admin
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« Antworten #9 am: 21. Oktober 2008, 21:02:15 »

Das Thema ist ja schon ganz kalt  Smiley Naja, ich habe hier einen halbwegs interessanten Artikel über die Gefühle, die man wohl bei Sterben haben könnte...

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/06/Sterbegefuehle?page=1

LG Admin
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« Antworten #10 am: 22. Oktober 2008, 20:01:08 »

*grusel*

Jetzt habe ich mir diesen Link durchgelesen...*ächz* da braucht man gute Nerven. Und gleich der erste Teil betraf meine größte Angst, das Ertrinken.Shocked

Ich denke, dass viele Todesarten nicht gespürt werden, weil der Betreffende unter Schock steht - das hab ich oft erlebt bei Verletzten, dass sie nichts spürten, nicht mal bluteten, solange der Schockzustand andauerte.

Irgendwo hab ich auch gelesen, dass z.B. ein Reh, das gerissen wird, davon nichts spürt, weil die Angst und der Schock die Nervenmeldungen unterbindet, weil der Körper nur auf Flucht und Überleben ausgerichtet ist und Schmerz damit "stören" würde.

Auch Menschen, die z.B. von hinten verletzt wurden, haben oft berichtet, dass sie nur ein kurzes Brennen wahrgenommen hatten, wie wenn man sich kratzt (dabei wars ein Messerstich).

Ist kein nettes Thema, finde ich. Mir wärs (wie allen Menschen wahrscheinlich) am liebsten, ich schlaf irgendwann mal ein und im Himmel wieder auf.Cheesy

Liebe Grüße
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« Antworten #11 am: 22. Oktober 2008, 20:26:57 »

Für mich ist die schlimmste vorstellbare Todesart langsames Ersticken. Und wenns um Tod durch Krankheit geht, langsames Dahinsiechen durch Krebs, Chemotherapie, Morphium und dadurch Verhungerung durch Darmlähmung.  Sad
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« Antworten #12 am: 25. Oktober 2008, 09:47:57 »

Zitat von: Spirit
..am liebsten, ich schlaf irgendwann mal ein und im Himmel wieder auf.

Ja, das klingt gut, Spirit!  Smiley

Zitat von: 11
Und wenns um Tod durch Krankheit geht, langsames Dahinsiechen durch Krebs, Chemotherapie, Morphium und dadurch Verhungerung durch Darmlähmung.

Ich frage mich sowieso, warum es bei doch vielen Menschen zu starken Schmerzen vor dem Sterben kommt (physisch ist mir das schon klar), wo kann denn hier ein erfassbarer Sinn darin liegen.
Von einer Welt in eine andere zu gehen unter namenlosen Schmerzen, das klingt für mich wie ein Hohn und nimmt dem ganzen Vorgang seine Würde.

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« Antworten #13 am: 25. Oktober 2008, 10:21:42 »

... Ich frage mich sowieso, warum es bei doch vielen Menschen zu starken Schmerzen vor dem Sterben kommt (physisch ist mir das schon klar), wo kann denn hier ein erfassbarer Sinn darin liegen.
Von einer Welt in eine andere zu gehen unter namenlosen Schmerzen, das klingt für mich wie ein Hohn und nimmt dem ganzen Vorgang seine Würde.

Nun ja, einen Sinn kann ich auch nicht darin sehen.
Aber logisch ist es mir schon, denn wenn etwas defekt ist und ansonsten zum Körper gehört, damit er funktionieren kann, dann tritt an die Stelle des gesunden Organes nun einmal der Schmerz.

Richtig würdelos wird es erst dann, wenn Hausärzte überfordert sind und sich aus irgendwelchen Gründen (Ängste vor Dosierungsentscheidungen, Verordnungsbudget reicht nicht u.a.) nicht wagen, Opiate zu verordnen.

Man braucht dann schon einen guten Fürsprecher, der für einen sorgt, wenn man es selbst aus Krankheitsgründen nicht mehr schafft. Ich wüsste derzeit leider auch keine konkrete, KOMPETENTE Person, die ich als meinen Betreuer benennen könnte...  Rotwerden
Meine Gedanken dazu sind die, dass ich überlege, ob ich ein Schreiben aufsetze, worin ich deutlich mache, was ich im schlimmsten Fall haben möchte. So eine Art private Vorsorge - aber nicht mit diesem Vordruck-/Vorschriftsgedöns, wie wir es von der Patientenvollmacht her kennen, sondern frei formuliert.

Sorry, das führte jetzt vom Thema ziemlich weg.

Um vielleicht ein wenig zu beruhigen - ich habe ja genug Nachtdienste im Pflegedienst gemacht, um mir ein Urteil bilden zu können: Es gibt mehr Personen, die friedlich einschlafen, als wir zuweilen denken, denn berichtet wird ja zumeist von den Qualen, weil sie uns so fassungslos machen.

Ja, Spirit, ich möchte auch ganz einfach nur einschlafen und hinübergleiten. Vielleicht kann man das ja beim Universum bestellen. Dir geschehe, wie du geglaubt hast... Upps. Das fiel mir grade so ein. Ich lese zuviele biblische Kalendersprüche im Dienst.  Cheesy

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« Antworten #14 am: 25. Oktober 2008, 20:34:47 »

Wenn schon nicht im Bett einschlafen und im Himmel wieder aufwachen, dann wünsch ich mir, wenn mein Leben mal erfüllt ist, dass ich z.B. einen Verkehrsunfall habe.

Ich habe schon mehrere Menschen dabei sterben gesehen und denke, das war nicht schmerzhaft, weil die Verunfallten unter Schock standen. Zumindest machten sie nicht den Eindruck, dass sie Schmerzen hätten.

Ok, ich bin feige. Wer hat schon gerne Schmerzen. Roll Eyes

Bei uns im Ösiland gibts über die Hospizbewegung bei der Sterbebegleitung auch die Vermittlung von Ärzten, die Schmerzpatienten zusätzlich betreuen und sich für höhere Dosen in hoffnungslosen Fällen einsetzen. Sie sind kompetenter als oft der Hausarzt und "trauen" sich mehr.

Ich denke, es sollte ein gesetzlich verankerte Grundrecht der Menschen sein, möglichst schmerzfrei sterben zu dürfen.

Ich möchte auch im Falle eines Schlaganfalles z.B. keine lebenserhaltende Maßnahmen für mich. Lysetherapie ja, das muss ja sein, weils quasi Erste Hilfe darstellt. Aber sonst....bitte nein.

Wobei ich bei der Lysetherapie auch meine Zweifel habe. Früher ist man bei einem schweren Schlaganfall gestorben, heute schafft man es, das Leben zu retten und einen jahrelangen komatösen Patienten zu erhalten. Und da denk ich mir dann, das möchte ich nicht.

Liebe Grüße
Spirit
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