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Autor Thema: Wer hat Angst vor dem Tod?  (Gelesen 3405 mal)
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Gondwana
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« Antworten #45 am: 02. Mai 2007, 21:15:58 »

Ob das mit den Farben spaeter aufgetreten ist - ja. Es kam langsam, da war ich schon erwachsen. Ich hatte zwar eher das Gefuehl, es kam "wieder" durch, konnte mich schemenhaft an frueher erinnern - aber ich war unsicher in meiner Erinnerung.

... denkst Du, es hat etwas mit jenem Erlebnis zu tun? ... also, ich meine, ob Du dadurch sensibilisiert wurdest? Wieso hattest Du eigentlich soviel Medikamente genommen? (sorry, wenn das indiskret ist!)

Hattest Du den Eindruck, nach dieser Nah-Todes-Erfahrung haette sich etwas in Deiner Wahrnehmung veraendert? Wenn ja, was?

Es interessiert mich so sehr, weil ich schon oft Wahrnehmungen von Menschen hatte, die im Begriff waren zu sterben, oder gerade erst verstorben waren --- bis zu 3 Wochen nach ihrem Tod - danach waren sie "weg". Hattest Du das Gefuehl "weg zu gehen"? Das Gefuehl, nicht wieder in deinen Koerper zu wollen? Oder war das, wie Du beschrieben hast, auch "egal"?
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« Antworten #46 am: 02. Mai 2007, 21:52:26 »

... denkst Du, es hat etwas mit jenem Erlebnis zu tun? ... also, ich meine, ob Du dadurch sensibilisiert wurdest? Wieso hattest Du eigentlich soviel Medikamente genommen? (sorry, wenn das indiskret ist!)

Ich weiss es nicht, ob es damit etwas zu tun hatte. Koennte moeglich sein, aber es waere Spekulation. Die Medikamente....naja, war keine klasse Zeit damals.

Zitat
Hattest Du den Eindruck, nach dieser Nah-Todes-Erfahrung haette sich etwas in Deiner Wahrnehmung veraendert? Wenn ja, was?

Es interessiert mich so sehr, weil ich schon oft Wahrnehmungen von Menschen hatte, die im Begriff waren zu sterben, oder gerade erst verstorben waren --- bis zu 3 Wochen nach ihrem Tod - danach waren sie "weg". Hattest Du das Gefuehl "weg zu gehen"? Das Gefuehl, nicht wieder in deinen Koerper zu wollen? Oder war das, wie Du beschrieben hast, auch "egal"?

Wie gesagt, da muesste ich spekulieren, ob sich danach etwas veraendert hat oder nur wieder etwas zum Vorschein kam.

Ich hatte damals ueberhaupt nicht das Gefuehl wegzugehen. Ich hatte auch nicht das Gefuehl, wieder in den Koerper zu wollen. Es war wirklich "egal". Ich war nichteinmal besonders verwundert, es ist total schwer fuer mich, das zu beschreiben. Bei Astralreisen (so wie Darkzero es angeschnitten hat), bin ich orientierter (zumindest anfangs), bewusster kann man sagen, neugierig, "wach" in einem gewissen Sinne.

Damals war ich einfach "ergeben", hatte keinerlei Einfluss auf das, was geschah.

Was mir zu dem Thema noch einfaellt: Es gibt Menschen, die vor ihrem Tod bereits "weg" sind. Spuerbar in Gespraeche, die Art wie sie Dich ansehen und Du merkst, dass sie mit einem Bein bereits "drueben" sind......

Mein Schwiegervater, den ich sehr, sehr gerne mochte, hat sich vor seinem Tod oft mit mir unterhalten ueber dieses Thema und mir versprochen, wenn es ein Leben "danach" gaebe, wuerde er mir ein Zeichen geben.

Das tat er auch, ein paar Wochen nach seinem Tod - auf eine geniale Weise, er erschien meiner Juengsten in der Nacht und sagte ihr etwas, dass weder sie noch wir wissen konnten - und es stellte sich als richtig heraus. War toll, dieser "Beweis".....haette er einfach Hallo gesagt, haette sie sich das ja einbilden koennen - nein, er machte es, wie immer zu Lebzeiten, genau richtig....

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« Antworten #47 am: 03. Mai 2007, 08:22:08 »


Was mir zu dem Thema noch einfaellt: Es gibt Menschen, die vor ihrem Tod bereits "weg" sind. Spuerbar in Gespraeche, die Art wie sie Dich ansehen und Du merkst, dass sie mit einem Bein bereits "drueben" sind......


Hi Spirit,

sowas passierte mir bei einem Arbeitskollegen, den ich schaetzte. Ist ziemlich schwer erkrankt aber mit unklarer Diagnose, war ein paar Wochen im Spital und kam dann nach Hause. Ich besuchte ihn, und es war ganz komisch: Er war irgendwie abwesend.. war nicht mehr er selbst.
Ich war irgendwie bedrueckt, als ich wieder nach Hause fuhr, wusste aber nicht warum. Drei Tage spaeter war er tot.  Cry

LG  Troll  Afro
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« Antworten #48 am: 04. Mai 2007, 13:16:28 »

Was mir zu dem Thema noch einfaellt: Es gibt Menschen, die vor ihrem Tod bereits "weg" sind. Spuerbar in Gespraeche, die Art wie sie Dich ansehen und Du merkst, dass sie mit einem Bein bereits "drueben" sind......


Hi Spirit und Troll,

... ja, das kann ich so auch bestaetigen, weil es mir schon oft passiert ist. Erklaeren kann ich aber nicht, welche Parameter es sind, die das ankuendigen... es ist einfach ein ... Gefuehl.


Zitat
War toll, dieser "Beweis".....haette er einfach Hallo gesagt, haette sie sich das ja einbilden koennen - nein, er machte es, wie immer zu Lebzeiten, genau richtig....

 Smiley ... ich weiss genau, was Du meinst. Sowas nenne ich dann ein Indiz ---> wenn es keine andere "vernuenftige" Erklaerung gibt fuer eine bestimmte Wahrnehmung, sowas wie eine Eigen-Versicherung. Erst vor ein paar Wochen hatte ich das, kurz nachdem der Opa meines Freundes gestorben war. Ich hatte ihn nie persoenlich kennengelernt, traeumte aber von ihm und dabei ging es um so ein "abstruses" Wort, was ich nie und nimmer im Leben benutze und dessen Sprachgebrauch ich nicht mal kannte ... mein Freund kannte dieses Wort aber schon, eben weil sein Opa es immer benutzt hat ...


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« Antworten #49 am: 04. Mai 2007, 13:27:26 »



 Smiley ... ich weiss genau, was Du meinst. Sowas nenne ich dann ein Indiz ---> wenn es keine andere "vernuenftige" Erklaerung gibt fuer eine bestimmte Wahrnehmung, sowas wie eine Eigen-Versicherung. Erst vor ein paar Wochen hatte ich das, kurz nachdem der Opa meines Freundes gestorben war. Ich hatte ihn nie persoenlich kennengelernt, traeumte aber von ihm und dabei ging es um so ein "abstruses" Wort, was ich nie und nimmer im Leben benutze und dessen Sprachgebrauch ich nicht mal kannte ... mein Freund kannte dieses Wort aber schon, eben weil sein Opa es immer benutzt hat ...


*gaensehautkrieg*

Was mir bei Sterbenden manchmal aufgefallen ist, dass sie kurz vor dem Tod immer wieder nach der Uhrzeit fragen. Sagt man sie ihnen, wirken sie verwundert, so, als ob etwas dran nicht stimmen koennte.

In irgendeiner Sprache hab ich mal gehoert heisst sterben wortwoertlich uebersetzt: Aus der Zeit gehen. Finde ich gut, diese Bezeichnung. Wenn Zeit an Materie gebunden ist und beim Tod die Materie verlassen wird, geht man wirklich "aus der Zeit"....

Und ich denke, dass bei einem langsamen Tod dieses Phaenomen wahrgenommen wird, die Zeit bekommt eine andere Dimension....

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« Antworten #50 am: 04. Mai 2007, 13:39:48 »

Und ich denke, dass bei einem langsamen Tod dieses Phaenomen wahrgenommen wird, die Zeit bekommt eine andere Dimension....


Faszinierend!  Grin

... vielleicht ist aber auch das, was "bei einem langsamen Tod" wahrgenommen wird, die Zeit, wie sie wirklich ist und wurde Zeit (;-)) unseres Lebens immer verzerrt wahrgenommen ...

... denn: in Anbetracht unseres relativ kurzen Erdendaseins ist es moeglicherweise effektiver, Zeit als zeitlos wahrzunehmen, weil, wer hat schon Lust Milliarden von Jahre-lang die Zeit, so wie jetzt, wahrzunehmen? Puh, da wuerd´s mir aber vor grauen   Roll Eyes.

Ich denke ja, daß ein Mensch nach seinem irdischen Ableben in einer, wenn auch nicht materialistischen Form bestehen bleibt, allein schon, weil ich ansonsten mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht mehr klarkomme, der besagt, daß Energie niemals verloren geht ...   Cool

Physik kann manchmal so beruhigend sein!

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« Letzte Änderung: 26. Januar 2008, 12:57:51 von MeYLYn » Gespeichert

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« Antworten #51 am: 04. Mai 2007, 14:09:05 »


... vielleicht ist aber auch das, was "bei einem langsamen Tod" wahrgenommen wird, die Zeit, wie sie wirklich ist und wurde Zeit (;-)) unseres Lebens immer verzerrt wahrgenommen ...

... denn: in Anbetracht unseres relativ kurzen Erdendaseins ist es moeglicherweise effektiver, Zeit als zeitlos wahrzunehmen, weil, wer hat schon Lust Milliarden von Jahre-lang die Zeit, so wie jetzt, wahrzunehmen? Puh, da wuerd´s mir aber vor grauen   Shocked

Es passiert ja öfters, dass man Zeit verzerrt wahrnimmt, also die Verzerrung sich verzerrt   Grin. Bei gefährlichen Situationen z.B. läuft plötzlich alles in Zeitlupe ab. Das Zeitempfinden verändert sich sofort, wenns drauf ankommt.

Da gibts ja auch das Phänomen des Blinzelns. Wenn Du auf der Autobahn fahren würdest, so mit 130 Sachen und Dein Vordermann wirbelt einen Stein auf, der gegen Deine Windschutzscheibe geschleudert wird, ist es rein rechnerisch (wenn man Reaktionszeit und Fluggeschwindigkeit berücksichtigt), unmöglich, dass Du Deine Lider bereits schützend geschlossen hast, wenn der Stein aufknallt - aber es ist so.....Manchmal reagieren wir VORHER, so scheints... Roll Eyes

Zitat
Zitat
Ich denke ja, daß ein Mensch nach seinem irdischen Ableben in einer, wenn auch nicht materialistischen Form bestehen bleibt, allein schon, weil ich ansonsten mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht mehr klarkomme, der besagt, daß Energie niemals verloren geht ...   Cool

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Ja, wenn das nicht wäre....hätte man dieses Gesetz noch erfinden müssen *grins*

Liebe Grüße
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« Antworten #52 am: 04. Mai 2007, 14:35:02 »

zum Thema "zeitlos": Das Gehirn springt in Gefahrensituationen, in "besonderen" Momenten und im Tod auf die rechte Gehirnhaelfte um, die Zeit nicht kennt, aber intuitiv und bildhaft handelt - anders ist fuer den menschlichen Organismus keine Rettung moeglich. Wenn der Organismus in Sicherheit ist, oder die Impression verblasst, springt die Aktivitaet wieder auf die linke, rationale Gehirnhaelfte um, man denkt dann wieder in Zeit.
De rechte Gehirnhaelfte nimmt Massen mehr an Eindruecken auf, als die linke rationale.
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« Antworten #53 am: 05. Mai 2007, 07:18:42 »

zum Thema "zeitlos": Das Gehirn springt in Gefahrensituationen, in "besonderen" Momenten und im Tod auf die rechte Gehirnhaelfte um, die Zeit nicht kennt, aber intuitiv und bildhaft handelt - anders ist fuer den menschlichen Organismus keine Rettung moeglich. Wenn der Organismus in Sicherheit ist, oder die Impression verblasst, springt die Aktivitaet wieder auf die linke, rationale Gehirnhaelfte um, man denkt dann wieder in Zeit.
De rechte Gehirnhaelfte nimmt Massen mehr an Eindruecken auf, als die linke rationale.
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Hi DZ

Klingt interessant. Sind das Hypothesen von dir oder hast du auch irgendwelche weiterfuehrende Informationen fuer mich. Hab noch nie davon gehoert.

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« Antworten #54 am: 05. Mai 2007, 10:37:58 »

Ich hab ehrlich gesagt noch nie nach nem Artikel dazu gesucht ^^ Hatte mich mal mit meiner Psychologielehrerin bissl ueber Gehirnfunktionen unterhalten, dabei meinte sie, dass in Gefahrensituation die Aktivitaet schnell umspringt (was man wahrnehmen kann) und dann weitergeleitet wird in die Areale, wo man schnell und sicher schalten kann. Die linke Gehirnhaelfte waer zum Scheitern verurteilt, man wuerde sich in einer Gefahrensituation noch totanalysieren, man muss handeln, nich einschaetzen. Ganz einfacher Ueberlebensinstinkt. Ebenfalls wuerde damit der Lebensfilm geklaert sein, in Visionen isses ja auch nich anders, man nimmt paar Tage oder Geschehnisse in wenigen Sekunden wahr. Aber mal danach gegoogelt, fuendig wurde ich grad uA hier (das Signal geht von der rechten Gehirnhaelfte ueber zum Subthalamus, der fuer die Motorik zustaendig is), oder hier gibts gleich einiges mehr an Forschung zum Gehirn.

Was bisher nicht online steht, ist meine kleine Hypothese dazu, dass man nicht nur nachts, sondern sein ganzes Leben lang schlaeft, nicht philosophisch gemeint, sondern wirklich. Wenn man einschlaeft, werden die gedachten Gedanken langsam zu Vorstellungen (man sagt ja auch zB "denk an was schoenes" um besser einzuschlafen oder "zaehl Schaefchen" und wandelt das um in eine Vorstellung, die einen "mitnimmt" in den Schlaf). Diese kleinen Traeumchen sind die Hypnagogen Traeume, die weiten sich dann zu groesseren Traeumchen aus, bis man von einem mitgezogen wird (wenn nicht, kann man aus dem Koerper austreten). Man traeumt dann bildhaft, was man traeumt ist fuer meine Hypothese bedeutungslos, aber meisst mit Bezug zum Tag. Wenn man wieder aufwacht, werden diese Bilder wieder zu Gedanken, man wacht mit dem Gedankengemurmel auf, hat aber noch ne kleine Erinnerung von dem Traum, kann ihn sich aber erstmal nicht erinnern (weil zeitlose rechte Gehirnhaelfte). Faellt ueberhaupt nix auf ? Das Signal, was in der Nacht getraeumt wird, wird am Tag gedacht, wird von 2 Gehirnhaelften interpretiert, immer, ohne Ausnahme. Das nennt man Realitaet. Ist das nicht komisch ?^^ (nur meine Hypothese)
sorry fuer das Offtopic, aber steht n bissl in Beziehung zum Gehirn xD
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« Antworten #55 am: 07. Mai 2007, 08:36:17 »

Hier noch etwas meiner Meinung nach interessantes zum Thema:

"Jakoby hat die Sterbeforschung um den Begriff Verantwortlichkeit erweitert, so etwas wie ein Juengstes Gericht am Sterbebett. Er sagt: "Sie schauen sich selbst ungeschminkt ins Gesicht." Die Lebensrueckschau tritt wie eine Bilanz vor das innere Auge: Was habe ich erreicht? War ich liebevoll, habe ich andere verletzt? "Je mehr unerledigte Dinge wir anhaeufen", so Jakoby, "desto schwieriger gestaltet sich der Sterbeprozess. All unsere Gedanken, Worte, Handlungen, und Werke haben Konsequenzen. "

Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2002/08/17/58544.html  - uebrigens sehr interessanter Artikel dazu!

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« Antworten #56 am: 07. Mai 2007, 22:27:09 »

Es passiert ja oefters, dass man Zeit verzerrt wahrnimmt, also die Verzerrung sich verzerrt  Grin

*loool* ... cool!  :-)





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« Antworten #57 am: 07. Mai 2007, 22:32:14 »

so etwas wie ein Juengstes Gericht am Sterbebett. Er sagt: "Sie schauen sich selbst ungeschminkt ins Gesicht." Die Lebensrueckschau tritt wie eine Bilanz vor das innere Auge: Was habe ich erreicht? War ich liebevoll, habe ich andere verletzt? "Je mehr unerledigte Dinge wir anhaeufen", so Jakoby, "desto schwieriger gestaltet sich der Sterbeprozess. All unsere Gedanken, Worte, Handlungen, und Werke haben Konsequenzen. "


... da muss man dann sich selbst verzeihen (oder auch nicht) ... fuer all´ das, was man getan, aber auch für das, was man unterlassen hat ... ich denke, das wird noch schwerer, als über andere zu urteilen, weil´s da keine Lügen mehr gibt, keine Hintertür.


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« Antworten #58 am: 07. Mai 2007, 22:39:50 »

so etwas wie ein Juengstes Gericht am Sterbebett. Er sagt: "Sie schauen sich selbst ungeschminkt ins Gesicht." Die Lebensrueckschau tritt wie eine Bilanz vor das innere Auge: Was habe ich erreicht? War ich liebevoll, habe ich andere verletzt? "Je mehr unerledigte Dinge wir anhaeufen", so Jakoby, "desto schwieriger gestaltet sich der Sterbeprozess. All unsere Gedanken, Worte, Handlungen, und Werke haben Konsequenzen. "


... da muss man dann sich selbst verzeihen (oder auch nicht) ... fuer all´ das, was man getan, aber auch für das, was man unterlassen hat ... ich denke, das wird noch schwerer, als über andere zu urteilen, weil´s da keine Lügen mehr gibt, keine Hintertür.

Da bin ich mir nicht so sicher. Viele Menschen erleben keine sichtbare Öffnung, je älter sie werden, im Gegenteil, sie verstricken sich immer mehr in ihre Vorstellungswelten und interpretieren eingeschränkt und egozentriert. Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung.

Warum sollten diese dann am Sterbebett offen werden und tatsächlich eine "objektive" Bilanz ihres Handelns ziehen?

Sie werden sich vielmehr sagen: Ich habe mein Leben hervorragend gelebt und habe alle anderen gut behandelt. Schuld wird nach wie vor zugewiesen und umverteilt.
Und sterben ,sich selbst als Engel einschätzend.

LG Troll   Afro

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« Antworten #59 am: 08. Mai 2007, 08:30:39 »

Da bin ich mir nicht so sicher. Viele Menschen erleben keine sichtbare Oeffnung, je aelter sie werden, im Gegenteil, sie verstricken sich immer mehr in ihre Vorstellungswelten und interpretieren eingeschraenkt und egozentriert. Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung.


Lieber Troll!

Diese Beobachtung hat mir auch schon Kopfzerbrechen bereitet. Eigentlich sollten wir ja "weiser" werden.....

Wobei diese Projektionsflaechen ja auch in juengeren Jahren gehegt und gepflegt werden/wurden. Und wir moralisieren, was das Zeugs haelt.  Grin

Ich stand in einem Wachtraum einmal vor einer Art Gericht. Es war ziemlich interessant, dass genau die Dinge, die mir so moralisch einwandfrei und "gut" oder "boese" vorgekommen sind in meinem Leben, relativ egal waren.

Wiederum Dinge, die ich aus irdischer Sicht voellig anders, naemlich als unwichtig oder sogar gut bewertet haette, kamen aufs Tapet. Als Beispiel, dass ich jemanden etwas Geld geborgt und niemals zurueckverlangt hatte, weil es mir einfach unangenehm war, denjenigen darauf anzusprechen.

Fuer mich war das, wenn man es nur lange genug so dreht  Grin *Filteran* ein Akt der Naechstenliebe. *Filteraus*
Mir wurde jedoch diese Szene vorgespielt und sie wirkte ploetzlich sehr unangenehm auf mich - so als haette ich das Leben irgendwie betrogen, mich selbst beschummelt.

Ich wollte mit dem Beispiel dieser Bewertungen sagen, dass ich glaube, dass unsere "Moral" ueberhaupt nichts mit der "Moral" des Lebens zu tun haben muss. Da duerften eigene Gesetze gelten  Roll Eyes

Hm, jetzt bin ich irgendwie vom Thema abgekommen...

Trotzdem: Liebe Gruesse
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