Liebe Tvetnadl!

Märchen...damit hatte ich bei meinen Kids auch Riesenprobleme. Betonung auf
ich.
Ich weigerte mich, ihnen die gängigen Grauslichkeiten zu erzählen von verstoßenen Kindern im Wald, die gebraten werden sollten & Konsorten. Kaum waren sie bei Schwiegermama, waren sie ganz wild auf diese Gschichtln. Je grusliger, je lieber.
Ich habe Struwelpeter aus unserem Haus verbannt, nur Märchenbücher gekauft, die mir pädagogisch wertvoll erschienen (z.B. das Buch "Märchen, die den Kindern helfen") und kam jedesmal aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn die Kids "echte Märchen" hören wollten...
Ich hab sie halt dann erzählt und das ganz Arge durch harmlosere Sachen ersetzt.
Früher war der Märchenerzähler ja eine Art Psychologe, Du kamst zu ihm mit einem Problem und er erzählte Dir ein Märchen dazu, das die Lösung oder eine mögliche Lösung bot. Die Figuren in den Märchen waren Archetypen. So gesehen sind die Märchen dann gar nicht mehr so grauslig (für Erwachsene). Denn sie symbolisieren ja sehr oft unsere Ängste. Vielleicht war das die Faszination meiner Kinder an diesen Dingen, weil her Ängste offen berührt wurden mit diesen Geschichten. Und letztendlich siegt ja dann doch immer "das Gute"...

Prinzipiell mache ich heute auch noch einen großen Bogen um diese Geschichten, weil ich finde, dass es bereits viel zu viel Gewalt und schreckliche Dinge auf dieser Welt gibt, ich muss nun nicht schon kleinen Kindern vermitteln, was Angst ist...
Liebe Grüße
Spirit