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Autor Thema: Lehrer lassen arme Kinder zu selten ans Gymnasium...  (Gelesen 2756 mal)
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T.M.O.D. (the master of disaster)


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« am: 12. September 2008, 13:30:40 »

Gerade eben im Spiegel gefunden:

Auszüge:
.... Viertklässler aus armen Familien bekommen viel seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium als Kinder betuchter Eltern - bei gleichen Noten. Eine Wiesbadener Studie offenbart, wie ungerecht Lehrer entscheiden.....

....Die Forscher vom Mainzer Institut für Soziologie sammelten Daten an allen 35 staatlichen Grundschulen in Wiesbaden, rund 2000 Schüler aus über hundert Klassen wurden befragt.....

..... Lässt man die Noten statistisch außen vor, zeigt sich, dass Kinder aus der Oberschicht ohnedies fast immer eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten: 81 Prozent aus dieser Gruppe wollten die Wiesbadener Klassenlehrer auf die höchste Schule schicken. Aus armen, bildungsfernen Familien sahen die Lehrer nur 14 Prozent der Kinder für gymnasiumstauglich an.....


Die Studie bezieht sich auf Deutschland, ob in Österreich auch solche Zustände herrschen...?

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,577485,00.html

Soziale Ungerechtigkeit, wie sie im Buche steht!

LG Admin
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Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie nieder und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere zu dokumentieren. - [Khalil Gibran 1926]
Yda
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« Antworten #1 am: 12. September 2008, 20:57:29 »

 Cry
Das ist traurig.
Da Studienkosten und sich aber auch mehr und mehr verteuern, soll vielleicht verhindert werden,
dass die nicht so gut situierten Familien ihrem Kind ein Studium versagen müssen aus finanziellen Mitteln?

Es ist jedenfalls ein Horror und eine Ungerechtigkeit sondergleichen.
Ja, das würd mich jetzt interessieren, ob das in Ö auch so gehandhabt wird.

LG, Yda
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T.M.O.D. (the master of disaster)


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« Antworten #2 am: 13. September 2008, 09:29:27 »

Zitat von: Yda
Ja, das würd mich jetzt interessieren, ob das in Ö auch so gehandhabt wird.

Das wurde bei uns noch nie in der Form untersucht, soviel ich weiß...Die eigene Erfahrung hat es nicht gezeigt - Recherche ist da wohl gefragt! Es steht zumindest zu befürchten, denn D & A sind sich ja in Vielem doch ziemlich ähnlich.

LG Admin

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Spirit
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« Antworten #3 am: 13. September 2008, 21:22:17 »

Das ist wieder typisch...die Ehrfurcht vor dem Reichtum erstreckt sich auch auf die Denkweise der Lehrer...es ist schrecklich.

Gerade ein Lehrer sollte möglichst objektiv bleiben. Ok, das IST schwer, es gibt z.B. Kinder, die einem unsympathisch sind - passiert mir auch. Aber Schüler wegen gutem finanziellem Background zu bevorzugen in der Bildung ist...mir fehlen die Worte, echt.

Lg
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computerwink Ich bin nicht die Signatur - Ich putz hier nur muell
Sabine
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« Antworten #4 am: 10. Dezember 2008, 12:21:44 »

Hallo,

das ist nicht Erfurcht vor dem Reichtum, sondern das war schon immer so.
Statistiken beweisen, dass Kinder aus "reichen", sprich auch bildungsstärkeren Familien eher einen Uni-Abschluss schaffen als Kinder aus armen und bildungsschwachen Familien.

Warum?
Ein Kind bis zum 24 oder 27. Lebensjahr durchzufüttern kostet Geld. Das Geld haben die Eltern oft nicht oder müssen enorme Bürden und Einschränkungen auf sich nehmen.
Arbeiten Studenten nebenbei, bleibt oft der Lernerfolg auf der Strecke. Den Eltern fehlt die Bildung um den Kindern beim Lernen zu helfen oder Tipps für´s Studium zu geben, was die Sache auch nicht leichter macht.
Dann leckt man Blut, wenn man Geld verdiet/verdienen muss und schmeißt das Studium.
Kinder aus wohlhabenden Familien brauchen nicht zu arbeiten, die können sich locker auf das Studium konzentrieren und haben auch noch Eltern, die ihnen beim Lernen helfen können.

Seht ihr den Unterschied?

Ach ja: Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
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« Antworten #5 am: 10. Dezember 2008, 20:53:23 »

Ich denke, es ist beides.

Da ich auch Kinder im Studieralter habe, weiss ich, was es bedeutet, als Elternteil ein Studium finanzieren zu müssen - die Zeiten (unterm Kreisky), in denen geschrien wurde, Bildung sollte jedermann zugänglich und gratis sein, sind lange vorbei. Das sind Lippenbekenntnisse - denn nicht nur das Studium kostet heutzutage Geld, es kostet ja auch die Erhaltung des Kindes Geld.

Dass reiche Eltern sichs leisten können, ihre Kinder wenns sein muss auch in Privatschulen zu stecken und sie ewig studieren zu lassen - das ist sicher Tatsache.

Allerdings stellt das den Link, um den es bei dem Thread geht, nicht in Abrede. Denn vor Reichtum buckelt der Mensch gerne - und dass das auch Lehrer betrifft, ist logisch. Sind ja auch Menschen. Wink

Liebe Grüße
Spirit
« Letzte Änderung: 10. Dezember 2008, 20:55:01 von Spirit » Gespeichert

computerwink Ich bin nicht die Signatur - Ich putz hier nur muell
Sabine
Gast

« Antworten #6 am: 10. Dezember 2008, 22:13:23 »

Nein, ich denke, sie wählen die Kinder aus, die die größten (statistischen) Chancen haben, die Ausbildung zu Ende zu bringen.
Da sie auch nur Menschen sind, passieren Fehler. Und Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die meisten Leute, die ich kenne, die promoviert haben, haben wohlhabende Eltern, 1 einzigen kenne ich, der aus armen Verhältnissen das Studium geschafft hat. Alle anderen haben abgebrochen.
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sechs Schwerter
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« Antworten #7 am: 10. Dezember 2008, 22:56:38 »

Zitat
Demnach lebten in Deutschland 2006 insgesamt rund 8,396 Millionen Menschen mit abgeschlossener Hochschulausbildung, 3,374 Millionen oder 40 Prozent davon waren Frauen. Der Akademikeranteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei gut zehn Prozent und damit niedriger als in den meisten anderen Industriestaaten. Die meisten Akademiker sind Erziehungswissenschaftler, gefolgt von Wirtschaftswissenschaftlern, Ärzten und Juristen

http://www.welt.de/wams_print/article1547533/Nur_jeder_zehnte_Deutsche_ist_Akademiker.html

10 % sag ich nur.
Aber nur 1 % der Bundesbürger können sich (statistisch) zu den wirklich reichen zählen,
haben ein Jahresnetto von über 100.000 euronen.


LG

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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2008, 22:58:07 von sechs Schwerter » Gespeichert

Ich trage dich wie eine Wunde
auf meiner Stirn, die sich nicht schließt.
Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt
das Herz sich nicht draus tot.
Nur manchmal bin ich blind und spüre
Blut im Munde.
Gottfried Benn
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« Antworten #8 am: 11. Dezember 2008, 08:16:24 »

Nein, ich denke, sie wählen die Kinder aus, die die größten (statistischen) Chancen haben, die Ausbildung zu Ende zu bringen.
Da sie auch nur Menschen sind, passieren Fehler. Und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Da ich im Freundeskreis Lehrer habe, krieg ich auch Infos, wie das in Wahrheit so läuft, was die Direktionen (vor allem in Privatschulen) davon halten, einem Schüler, der reiche Eltern hat, eine schlechte Note zu geben...*tralala*

Da kannst Du als Lehrer Deinen Hut nehmen, wenn Du das tust. Schüler sind zahlende Ware.

Aber - ich bestreite nicht, dass Du recht damit hast, dass arme Eltern sich ungleich schwerer tun (siehe meinen Beitrag). Es wäre andererseits auch nett, wenn Du unsere berechtigen Argumente, dass es AUCH an den Lehrern liegt, auch so stehenlassen könntest.

Denn das eine schließt ja das andere nicht aus, oder?

Liebe Grüße
Spirit

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