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Autor Thema: Sind Jungs duemmer ???  (Gelesen 3205 mal)
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« Antworten #15 am: 01. Februar 2008, 12:10:29 »

sagen wirs übertrieben: meine meinungen sind nicht in jedem punkt abgeschlossen, mein denken ist ein offenes system (hoffe ich jedenfalls): dh ich stelle genau in jenem bereich fragen, die eben noch offen sind, wo ich in einem gewissen sinn keine festgefahrenen meinung habe, zb: schule. ich hab mir das echt überlegt und mich auch beim ministerium erkundigt.

Das heißt, Du verschweigst uns Deine Infos?

Zitat
du sagst: du würdest dein kind in jedem fall anzupassen versuchen, damit es keine schwierigkeiten kriegt. andererseits rätst du eltern, gegen die lehrer zu kämpfen?

Ach, komm schon, amoruritme, warum liest Du denn nicht genau, da schrieb ich doch schon:

Zitat
Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten.

Damit erübrigt sich wieder die Beantwortung Deiner nachfolgenden Schlüsse, die Du ziehst, die ich allerdings auch in keinen Zusammenhang mit dem Thema bringen kann.


Zitat
hättest du auch versucht, dein kind im nazisystem einigermassen anzupassen? du siehst, es ist schwierig, wenn man so generelle vermutungen hegt! ist es nicht wichtig, dem kind das gefühl zu geben, dass es wichtig ist, sich nicht unter allen umständen anzupassen, sondern seine eigene linie zu finden? besteht anständigkeit nicht darin, manchmal eigene wege zu gehen? muss man sich nicht auch zb mit ausländern solidarisieren, wenn sie schlecht behandelt werden, wenn der grösste teil der gesellschaft sie hasst? lynchjustiz, hexenverbrennung: massenpsychose: immer anpassen? das wolltest du bestimmt nicht sagen. etwas konkreter: wie ist das mit dem patriotismus in den usa: wenn die gesellschaft sagt: was, dein kind ist ein abtrünniger, ein aussenseiter, er will nicht in den krieg? oder weniger hart: das mindeste, was du tun kannst: solidarität mit den soldaten!


Natürlich ist es legitim, sich vor sein Kind zu stellen und tapfer gegen Lehrer anzutreten. Es wäre nicht legitim, eine Schule in die Luft zu jagen. Und das wäre die Quintessenz meiner Antwort an Dich auf diese zitierte Passage.

Veränderungen, die radikal sind, sind selten gut. In seinem Umfeld etwas gegen eine falsche Politik oder Ideologie zu tun ist gut - deswegen jeden Vertreter der "anderen" Meinung umzubringen, ist nicht gut. Heldentum korreliert gerne mit Hirnlosigkeit, um es auch ein wenig brutal zu sagen. Dazu kommt, dass man ja immer nur durch seine eigenen Augen sieht. Wer weiß schon, was tatsächlich "gut" ist?

Zitat
ist manchmal erziehung nicht gerade der versuch zur eigenen werthaltung? moralische werte sollte mmn jeder für sich entwickeln, "in absparache mit seinem persönlichen, individuellen gewissen": eine gesellschaft ohne individuen, ohne charakterfeste selbstdenker wird zu wahnhaften extrempositionen führen. die crux sieht man in einigen religiös verbrämten kulturen: in einigen ländern sprechen sich sogar viele mütter für die totalbeschneidung ihrer töchter aus. eine wohl ziemlich weit gehend "anpassung". wie sollte es zu einer weiterentwicklung kommen, wenn sich alle immer nur anpassen?

Dafür würden wir jeweils neue Threads brauchen, weil der Bogen zu weit gespannt ist.

Zitat
zurück zur schule: wenn die schule die kinder vll beschädigt: sollte man dann wirklich sagen: trotzdem anpassung, weil die nichtanpassung das kind noch mehr beschädigt als die beschädigung? das ist ja die fr: ist erziehung ohne gravierend beschädigung (im sinne gothes) überhaupt möglich? oder haben wir nur angst, dass wir als eltern aks unangepasst erscheinen: den kindern gibts vll sogar kraft, die eigene stärke und eigenständigkeit zu spüren?

Du wirst es schon richtig machen. Du machst Dir Gedanken und das ist gut so.


Zitat
einfach ist das ganze nicht.

ich werde mein kind "natürlich" auch in die schule schicken, gerade heut ist anmeldung!!  ;-) 

aber erst nach reiflicher überlegung!

Ging uns auch nicht anders. Und ist keine leicht Zeit, denn Schule fordert nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Es ist die erste einschneidende Trennung.

Liebe Grüße
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« Antworten #16 am: 01. Februar 2008, 12:51:35 »

ich respektiere es, wenn man auf meine bohrenden fragen keine allzu scharfen antworten gibt, aber in deinem letzten posting muss man schon sehr genau suchen, was du jetzt eigentlich gesagt hast. lustig ist nur, dass ich immer wieder "gebeten" werde, klar und tacheles zu reden...   ;-)

zitat: Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten.
das klingt schon ein bissl nach: den kuchen essen und ihn nachher noch haben wollen, bzw: den pelz waschen, ohne ihn nassmachen zu dürfen...

infos verschweigen möcht ich nicht: ich hörte mal, dass es angeblich in ö keine schul- nur eine unterrichtspflicht gäbe. ich schrieb zum ministerium, das indirekt bestätigte: das kind bräuchte nur 2x/jahr eine kommissionelle prüfung ablegen, in der es beweist, dass es bestimmte fähigkeiten hat.

unabhängig davon ergibt sich für mich die frage, was der staat, die schule ausser der vermittlung von geschicklichkeiten/techniken/wissen noch mit unseren kindern tun soll. erziehen? die seelische erziehung ist mmn ausschliesslich sache der eltern. der staat sollte kinder - nicht erziehen! ich hoffe, das war klar genug...
« Letzte Änderung: 01. Februar 2008, 12:53:21 von amoruritme » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 01. Februar 2008, 13:30:37 »


infos verschweigen möcht ich nicht: ich hörte mal, dass es angeblich in ö keine schul- nur eine unterrichtspflicht gäbe. ich schrieb zum ministerium, das indirekt bestätigte: das kind bräuchte nur 2x/jahr eine kommissionelle prüfung ablegen, in der es beweist, dass es bestimmte fähigkeiten hat.


Stimmt nicht, in Österreich gibt es eine Schulpflicht: Bundesgesetz über die Schulpflicht (Schulpflichtgesetz 1985) StF: BGBl. Nr. 76/1985 (WV)

Worauf du dich beziehst ist wahrscheinlich Artikel  § 11.

(1) Die allgemeine Schulpflicht kann - unbeschadet des § 12 - auch durch die Teilnahme am Unterricht an einer Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule mindestens gleichwertig ist.

(2) Die allgemeine Schulpflicht kann ferner durch die Teilnahme an häuslichem Unterricht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule - ausgenommen die Polytechnischen Schule - mindestens gleichwertig ist. (BGBl. Nr. 322/1975, Art. I Z 19)

(3) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben die Teilnahme ihres Kindes an einem im Abs. 1 oder 2 genannten Unterricht dem Bezirksschulrat jeweils vor Beginn des Schuljahres anzuzeigen.

Der Bezirksschulrat kann die Teilnahme an einem solchen Unterricht innerhalb eines Monates ab dem Einlangen der Anzeige untersagen, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß die im Abs. 1 oder 2 geforderte Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist.

Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates kann Berufung an den Landesschulrat erhoben werden; gegen die Entscheidung des Landesschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.
(4) Der zureichende Erfolg eines im Abs. 1 oder 2 genannten Unterrichtes ist jährlich vor Schulschluß durch eine Prüfung an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule nachzuweisen, soweit auch die Schüler dieser Schulen am Ende des Schuljahres beurteilt werden. Wird ein solcher Nachweis nicht erbracht, so hat der Bezirksschulrat anzuordnen, daß das Kind seine Schulpflicht im Sinne des § 5 zu erfüllen hat. Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.


Das bedeutet, wenn deine "häuslichen Unterrichtsmethoden" dem Bezirksschulrat nicht zusagen, kann er ablehnen (und tut das auch üblicherweise), und du kannst einmal berufen.

LG Troll  Afro
« Letzte Änderung: 01. Februar 2008, 13:32:59 von forumstroll » Gespeichert

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« Antworten #18 am: 01. Februar 2008, 13:47:37 »

aber in deinem letzten posting muss man schon sehr genau suchen, was du jetzt eigentlich gesagt hast. lustig ist nur, dass ich immer wieder "gebeten" werde, klar und tacheles zu reden...   ;-)

zitat: Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten.
das klingt schon ein bissl nach: den kuchen essen und ihn nachher noch haben wollen, bzw: den pelz waschen, ohne ihn nassmachen zu dürfen...


Ich hatte das doch beantwortet:

Natürlich ist es legitim, sich vor sein Kind zu stellen und tapfer gegen Lehrer anzutreten. Es wäre nicht legitim, eine Schule in die Luft zu jagen. Und das wäre die Quintessenz meiner Antwort an Dich auf diese zitierte Passage.

Veränderungen, die radikal sind, sind selten gut. In seinem Umfeld etwas gegen eine falsche Politik oder Ideologie zu tun ist gut - deswegen jeden Vertreter der "anderen" Meinung umzubringen, ist nicht gut. Heldentum korreliert gerne mit Hirnlosigkeit, um es auch ein wenig brutal zu sagen. Dazu kommt, dass man ja immer nur durch seine eigenen Augen sieht. Wer weiß schon, was tatsächlich "gut" ist?


Was verstehst Du daran nicht bzw. wo erkennst Du keine Antwort auf Deine Frage? Sei mir nicht bös, ich kann gerne antworten, aber lesen musst halt schon selbst...

Und in einem Forum wird es halt auch passieren, dass die Antworten nicht Deiner Erwartung entsprechen. Ich stelle mich klar gegen Radikalismus.

Liebe Grüße
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« Antworten #19 am: 02. Februar 2008, 14:03:25 »

jetzt tu ich mir wirklich mehr als schwer: da ich merke, dass du dich schon ein bissl genervt fühlst, muss ich mich in extreme höhen der vorsicht aufschwingen in der hoffnung, dass du das ganze nicht als sarkasmus betrachtest. ich muss aber doch sagen, dass ich die antwort: "ich bin gegen das töten von menschen!" auf die fr nach den grenzen der anpassung für nicht extrem aufschlussreich halte. auch ich bin gegen terrorismus, aber mir kommt echt vor, dass das nicht die fr war. aber darüber nachzudenken, ob die schule kindern schadet hat mmn sehr wenig mit terrorismus zu tun. insofern verstehe ich die antwort nicht und ich könnte jetzt ja was zwischen die zeilen hineininterpretieren, was du gemeint haben könntest, was aber auch unfair wär und ausserdem die gefahr in sich birgt, dass du dann irgendwann argumentieren klönntest, dass du das ja nie gesagt hast - was ja auch stimmen würde. ich verlass mich also auf das tatsächlich geschriebene und da find ich nicht viel mehr als ein bekenntnis gegen den mord. nun ja...

da sind wir uns ja einig.

aber dass wasser nass ist, ist fast ebenso klar. darüber wollten wir ja nicht reden.

die fr ist weiterhin: wie weit sollen wir gehen bei der anpassung der kinder an das system und wie wichtig ist das fördernde herausmeisseln der persönlichen charakters? und was tun, wenn es zu einer entscheidungssituation kommt.

was wäre zb, wenn ich nicht unbedingt dafür wäre, dass mein sohn in der schule stricken lernt - rein hypothetisch...

und tun wir doch so, als liesse ich mich nicht von den vorteilen des strickenlernens überzeugen (bitte nicht über "vorteile des strickens" disku): die allg fr lautet mmn eher: soll die gesellschaft, der staat, also die schule oder soll ich als elternteil darüber entscheiden (dürfen)?
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« Antworten #20 am: 02. Februar 2008, 14:22:17 »

Ja, es stimmt, ich war ein bisserl genervt, weil ich denke, ich hatte klar gesagt, dass ich sehr wohl dafür bin, etwas zu verändern, aber in einem legitimen Bereich. D.h. zu den Lehrern zu rennen und sich zu beschweren. Sein Kind zu verteidigen und schauen, dass es da irgendwie durchkommt.

Das mag Dir vielleicht wenig erscheinen - aber wenn Du es machen musst, wirst Du wissen, wieviel Anstrengung damit verbunden ist, wieviele schlaflose Nächte und Durchhaltevermögen damit zusammenhängen. Unterschätze es bitte nicht. So wie die Mutter mit dem Kopftuchmädel nicht gleich das ganze System ändern kann, aber schrittweise jede Gerenation ein wenig. So sehe ich das - und damit meinte ich Rückgrat zeigen ohne deswegen gleich ein Loch in die Welt zu hauen.

Das hat nun nichts damit zu tun, ob Wasser nass ist. Wie schon gesagt, kämpf Dich mal gegen die Lehrer durch, dann wirst Du wissen, dass das oft sogar mehr als ein Sprung ins kalte wasser ist. Ich hatte das Vergnügen mal drei (drei Kinder) und kämpfe heute noch, nun seit 15 Jahren, jedesmal gegen andere Lehrer. Ist halt so, man kriegt irgendwann Routine - aber es ist MEINE Art von Protest, die im Übrigen sehr effizient sein kann - vor allem dann, wenn mehrere Eltern Rückgrat beweisen. Und ich ersuche Dich, das zu akzeptieren, dass nicht jeder Mensch gleich im großen System anfangen will.

Und ich hoffe, das Thema "Wasch mich, aber mach mich nicht nass" nun endgültig vom Tisch ist.

Denn ich wasche mich seit ich Kinder habe naß, sehr naß. Vom Palavern und Denken tut sich nämlich nix auf dieser Welt. Da musst Du dann schon die Courage besitzen, selbst den David zu spielen.

Zu dem Beispiel des Strickens: Du stellst die Frage, was wäre, wenn Du nicht davon überzeugt wärest. Du hast dabei nicht erwähnt, wie das Kind selbst es sieht.

Ein ähnliches Beispiel hatten wir beim Thema Religion. Ich bin ohne Bekenntnis, bei uns in den Schulen wird Religion meistens katholisch unterrichtet. Die Frage, ob ich die Kids in den Reliunterricht schicken sollte oder nicht, stellte sich natürlich.

Nun hab ich sie für den Unterricht angemeldet und gesagt, sie können einen Glauben nur dann beurteilen, ob er für sie passt oder nicht, wenn sie ihn auch kennen. Und so handhabten wir das. Kennenlernen, selbst entscheiden.

Stricken lernen, selbst entscheiden.

Geht mir jetzt auch nicht ums Stricken, aber die Essenz meiner Aussage müsste rüberkommen.

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« Antworten #21 am: 02. Februar 2008, 15:04:39 »

nun, ich freu mich, dass du nicht ausgezuckt bist, aber ich wusste echt nicht, wie ich es anders fomulieren soll. viele menschen reagieren geradezu allergisch darauf, wenn man behauptet, es gäbe in ihrem system einen widerspruch, ich halte dieses verhalten für ein zentrum aller konflikte: so als wärs eine katastrophe, wenn man kein perfektes system hat. glaub mir, ich hab wirklich oft diese erfahrung gemacht. und die beliebteste methode, um diese bereiche herumzukommen, ist eben das herumreden, das nichtthematisieren der eigentlichen fr - mmn ("politikersprache": davor scheinen auch im grundsatzbereich nur wenige gefeit). ich seh allerdings den sinn bestimmter gespräche (im persönlichen bereich bin ich nicht einer, der nur philosophiert) gerade darin, vermeintliche widersprüche zu suchen und eben diese zu besprechen: somit ist philosophieren immer mit einer gewissen gefahr verbunden. ich möchte mich natürlich nicht mit dem grössten verwirrer und fragensteller vergleichen, aber man sieht ja immerhin schon bei sokrates, wie weit diese irritation gehen kann: und selbst "teufel" kommt von "diaballo", dh: durcheinanderwerfer: also jemand, der die vermeintlichen sicherheiten in fr stellt. umso mehr freue ich mich, dass man sogar mit persönlichen unbekannten feine gespräche führen kann: ich halte allerdings auch dafür, dass das genau der punkt ist, warums in anderen foren manchmal so unfassbar primitiv zugeht: dass man mit dem öffentlichen widersprochenwerden nicht fertig wird, wrsch ein psycho-problem...

das mit dem religionsunterricht, na super: dass du darein gerade deinen finger legst!!!   ;-)

gestern haben wir den sohn in der schule angemeldet, ich bin atheist, und was passierte...?

"wir" haben ihn auch zum reilgionsunterricht angemeldet. allerdings hab ich da wirklich meine zweifel. du siehst also, dass ich alles andere als nur konsequent bin...;-)

mein hauptargument: wenn man kindern was einredet, glauben sie das, was die lehrerin sagt. das mindeste wäre ein ethikunterricht, in der auch andere weltanschauungen, sogar der atheismus vorgestellt wird, ansonsten wärs einseitig und das an die lehrerinnen glaubende kind hat keine chance: es wäre zuviel verlangt, dem kind das kritische bewusstsein zu unterstellen...

ohne religionsunterricht wäre die religion im abendland mmn längst wegen der lächerlichkeit ihrer dogmen ausgestorben...

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« Antworten #22 am: 02. Februar 2008, 15:47:41 »

Hm, zum Widerspruch in persönlichen Systemen:

Das macht mich höchstens vergnügt. Weil Ambivalenz auch ein Zeichen dafür sein kann, dass man nicht stur und starr einen Fokus gelegt hat, sondern fähig ist, verschiedene Standpunkte nachzuvollziehen. Und diese gleich-gültig nebeneinander stehen lassen kann ohne in Ohnmacht zu fallen. twinkle

Zum Thema Religion:

Ich kann nur sagen, wie es bei uns gelaufen ist: Meine Kinder waren natürlich nicht relegiös vorbelastet, daher sahen sie von Anfang an im Religionsunterricht eine Märchenstunde, die ihnen gefiel. Meine Jüngste ging sogar wegen ihrer Freundin auch zusätzlich in den Islamunterricht, weil der dort "die lustigeren Gschichtln" hatte...Also ich denke, meine Kids haben Reli sehr locker und distanziert gesehen.

Später, als sie größer wurden, schätzten sie sogar diesen Religionsunterricht, weil er bei uns an den Gymnasien eher ein Ethikunterricht ab der Oberstufe war. Da gabs jedesmal Diskussionsrunden zu ethischen und sozialen Themen. Und mit Abschluss der Schule war es für sie klar, dass sie aus der Kirche austreten. Weil sie diesen Glauben akzeptieren, aber nicht brauchen.

Schuld, Unschluld, das waren so Themen, die bei uns keinen Stellenwert hatten. Natürlich stellten sie Fragen, wie Leben nach dem Tod etc. - da hab ich ihnen halt gesagt, wie ich das sehe - aber dass es dazu hunderte von Meinungen gibt, und meine nur für mich selbst gelten kann.

Es ist schwer als Elternteil, sich vorzustellen, dass Kinder auch selbst ein ganz gutes Gespür für Wahrheit haben. Ich kann mich daran erinnern, dass ich als Kind mit dem katholischen Glauben auch nichts am Hut hatte - für mich waren das einfach Märchen. Wie Hänsel und Gretel.

Kinder sind viel gscheiter als man glaubt - sicher gibt es einen Einfluss durch den Lehrer - aber ich glaube, man kann dem Kind schon zutrauen, selbst zu entscheiden, was für das Kind passt oder nicht. Meine Tochter hat z.B. mal in der Volksschule gesagt, der Pfarrer glaube, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer müsse. Und sie meinte, das glaube halt er. Sie sähe das anders, aber sie würde ihm das nicht sagen, weil er so fest daran glaubt.  Cool

Ist eigentlich eine reife Leistung, zwei Ansichten so gleich-gültig nebeneinander stehen lassen zu können, finde ich. Und sie hat es selbst entschieden, dass beides passt.

Dein Sohn wird das auch durchblicken - und für sich selbst DAS raussuchen, was ihm am ehesten gerecht wird.

Liebe Grüße
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« Antworten #23 am: 02. Februar 2008, 16:24:15 »

liebe spirit, danke für deinen beitrag!

ich sags ganz kitschig:

dein letztes posting war das menschlich für mich inspirierendste, das ich je gekriegt habe! danke! ich empfinde es als überschneidung von argument UND konkretem - wie soll ich sagen: "trost"Huh??

eine echt neue erfahrung, weil ich nur gewohnt war, "sachlich" (mmn ;-) zu argumentieren.

eine ECHTE beruhigung, denn mir war eben alles andere als wohl zumute, dass ich meine prinzipien nicht eingehalten habe, aber nicht weils mir um prinzipienreiterei geht, sondern um verantwortung für mein kind. deine worte passen perfekt und relativieren meine selbstzweifel.

natürlich heisst das nicht, und das würdest du sicherlich auch nicht wollen, dass ich jetzt nurmehrnoch "lieb und freundlich", streichelweich wollt ich sagen argumentiere.

aber es ist wirklich eine schöne erfahrung, dass man - "zwischendurch"?  ;-) - auch SO reden kann/soll.



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« Antworten #24 am: 02. Februar 2008, 17:11:34 »


eine ECHTE beruhigung, denn mir war eben alles andere als wohl zumute, dass ich meine prinzipien nicht eingehalten habe, aber nicht weils mir um prinzipienreiterei geht, sondern um verantwortung für mein kind. deine worte passen perfekt und relativieren meine selbstzweifel.


Weisst Du, lieber amoruritme, ich glaub, ich würde drei Leben brauchen, um alle Prinzipien, die ich je gehabt hatte BEVOR ich die Kinder bekam, noch erfüllen zu können. Denn als die Kids dann da waren, hab ich sie schrittweise "relativiert". Weil da ein Menschlein ist, für den man hundertmal mehr abwägt und überlegt, ob jetzt ein Grundsatz nützt oder schadet. Es ist ein "Durchschummeln" - ich weiß.

Da gabs mal eine Diskussion in einem anderen Forum, wo eine Mutter meinte, ihre eben 18-jährige tanze ihr auf der Nase rum, sei launisch, hysterisch - und im Maturajahr. Sie bekam 100 Antworten, alle im selben Tenor: Wirf sie raus.

Und ja, natürlich hatten sie recht. Im Prinzip. Denn Kids müssen halt auch irgendwie lernen, Rücksicht zu nehmen, sich sozial zu verhalten, Konsequenzen für ihr Handeln zu übernehmen und und und.....Aaaber: Im Maturajahr ist es ganz nützlich, diese Prinzipien mal auszusetzen, weil sie völlig von der Rolle sind in dem Alter. Natürlich kann man sie rauswerfen, dann kann man sich einen Orden an die Brust heften, dass man brav seine Prinzipien eingehalten hat. Und das Kind halt keine Matura hat, aber selbst hat man seine Prinzipien. Oder man wirft sie für ein Jahr über Bord - danach ist die 18-jährige "durch", wieder völlig normal und - hat die Matura.

Ich meine, was nützen die schönsten und richtigsten Prinzipien, wenn die Liebe in Form von Verständnis dahinter fehlt? Prinzipien bei einem Kind sind wahnsinnig wichtig, finde ich. Aber nur als grobe Orientierung - dazwischen sollte noch genug Platz sein, sich den Gegebenheiten und Situationen anpassen zu können - um dem Kind damit gerecht zu werden.

Ich schrieb es schon einmal: Du machst es schon richtig. Weil Du Dir Gedanken machst, weil es Dir nicht egal ist, was fremde Menschen mit Deinem Kind machen. Und Du wirst vorsichtig genug sein, die Zeichen zu sehen, falls irgendwas nicht stimmt. DAS ist viel mehr wert als alle Prinzipien dieser Welt.

Zitat
natürlich heisst das nicht, und das würdest du sicherlich auch nicht wollen, dass ich jetzt nurmehrnoch "lieb und freundlich", streichelweich wollt ich sagen argumentiere.

aber es ist wirklich eine schöne erfahrung, dass man - "zwischendurch"?  ;-) - auch SO reden kann/soll.

Auch streichelweich und lieb und freundlich kann konstruktiv sein. Manchmal vielleicht sogar konstruktiver, finde ich. Aber das wär jetzt ein gaaanz anderes Thema... twinkle

Liebe Grüße
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« Antworten #25 am: 04. Februar 2008, 02:12:36 »

nachdem mein sohn im kindergarten "natürlich" (?) nur mit tanten zu tun hatte, wird er auch in der volksschule in den nächsten 4 jahren es nur mit lehrerinnen zu tun haben, wenns so bleibt, wie ich jetzt gesehen habe. der gedanke, dass buben durch ihr nichtmädchensein weniger gefördert werden oder gar, dass vorsätzlich ihre "weiblichen anteile" hervorgehoben werden und dass sie, wenn sie sich wehren und nicht mitmachen wollen, evtl in irgendeiner weise "in die ecke gestellt" werden - diese gedanken scheinen ja in den ausgangsartikeln durchaus für möglich gehalten zu werden - macht mir schon gewisse sorgen. die einzigsten 2 männer in unserer volksschule verrichten die "schmutzarbeit" (schulwart)

sollte es nicht bei der frühkindlichen staatserziehung sowas wie eine "männerquote" geben?
« Letzte Änderung: 04. Februar 2008, 02:20:49 von amoruritme » Gespeichert

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« Antworten #26 am: 04. Februar 2008, 07:49:38 »

Ich hätte nix dagegen - aber die Problematik liegt bei den Männern selbst. Ich habe im Verwandten- und Bekanntenkreis Lehrerinnen - Männer machen in den seltensten Fällen diese Ausbildung, weil sie zu schlecht bezahlt wird.

An den Gymnasien ist das etwas anderes, da gibts mehr Geld dafür und vor allem mehr Prestige. Aber Volksschullehrer, Kindergärtner, da steht Mann auch im Image ziemlich weit unten - und das tun sich die wenigsten Männer an.

Liebe Grüße
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« Antworten #27 am: 08. Februar 2008, 00:54:22 »

ab wann wird eigentlich heutzutage in schulen die gender-spreche antrainiert?
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« Antworten #28 am: 08. Februar 2008, 08:26:02 »

Was meinst Du damit?  Huh?

Dass bei Hauptwörtern die (richtigen) Artikel dazu gelehrt werden? Männlich/weiblich/sächlich...

Oder dass es Frau oder Herr Lehrer heißt?

Ich steh auf der Leitung, sorry...

Liebe Grüße
Suena

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« Antworten #29 am: 08. Februar 2008, 08:53:21 »

ich mein die binnen-I-sprechweise: und ich habs auch schon erlebt, dass man beim sprechen nurmehrnoch die weibliche form verwendet, zb: liebe schülerInnen und beim sprechen hört man nur: schülerinnen, so als gäbs die männlichen beteiligten gar nicht mehr, ist dir das noch nie aufgefallen, dass in manchen hyperkorreten institutionen diese spreche üblich geworden ist und tw schon fast "vorgeschrieben" wird?

ich weiss ja nicht, obs in den oberstufen wohl schon durchgezogen wird, wollt nur erfahren, ab wann diese neue sprechmode angewendet wird...
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