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Titel: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: forumstroll am 21. September 2006, 13:00:32 Hi,
ich hoffe, dass es nicht so ist, aber seht selbst im nachfolgenden Link: http://www.falter.at/heureka/archiv/05_3/13.php Sieht mir aber eher nach gesellschaftlicher Benachteiligung aus. Troll Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 23. September 2006, 21:35:01 Wie dieser Artikel gefaerbt ist, sieht man vor allem am letzten Satzteil:
"einen Krieg gegen die Buben, gefuehrt durch verwirrte Muetter, nachlaessige Paedagogen und skrupellose Feministinnen." No comment. Der ganze Artikel koennte vom Autor des Buches "Mann Du bist gut" geschrieben worden sein. Alleine zur (abwertenden) Feststellung, dass 90% der Volksschullehrer weiblich sind: Dieser Job ist den Maennern zu schlecht bezahlt, so einfach ist das. Dieser Artikel strotzt vor Polemik. Spirit (als Mutter von drei Maedchen, bei denen sie sich bei ev. schlechten Schulleistungen halt nicht auf die "Benachteiligung" rausreden kann....) Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: firefox am 25. September 2006, 14:29:15 Wie dieser Artikel gefaerbt ist, sieht man vor allem am letzten Satzteil: "einen Krieg gegen die Buben, gefuehrt durch verwirrte Muetter, nachlaessige Paedagogen und skrupellose Feministinnen." No comment. Genau dieser Teil kommt aber von einer Frau ..... Der ganze Artikel koennte vom Autor des Buches "Mann Du bist gut" geschrieben worden sein. Alleine zur (abwertenden) Feststellung, dass 90% der Volksschullehrer weiblich sind: Dieser Job ist den Maennern zu schlecht bezahlt, so einfach ist das. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es tatsaechlich gut waere, gaebe es mehr maennliche Lehrkraefte (vor allem in Volksschule und Kindergarten). Dieser Artikel strotzt vor Polemik. Mag sein, dass du recht hast. Es geht aber ums Grundsaetzliche, dass eben Buben schlechter abschneiden bei allen Tests, dass sie eher rausfliegen und dass weniger auf die Uni gehen (koennen). Das sollte man diskutieren! Spirit (als Mutter von drei Maedchen, bei denen sie sich bei ev. schlechten Schulleistungen halt nicht auf die "Benachteiligung" rausreden kann....) Warum du dich hier persoenlich angegriffen fuehlst, verstehe ich nicht ganz?? Wer will sich denn rausreden? Die Tatsache ist wie schon weiter oben beschrieben, dass Burschen offensichtlich schlechter aus dem System rauskommen! Wo koennte man da ansetzen? Firefox Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 25. September 2006, 18:02:18 Lieber firefox! Zitat Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es tatsaechlich gut waere, gaebe es mehr maennliche Lehrkraefte (vor allem in Volksschule und Kindergarten). Das wird sich, wenn dieser Job weiterhin relativ schlecht bezahlt wird, auch nicht aendern. Es waere mir nicht lieber, wenn es mehr maennliche Lehrer geben wuerde, es waere mir lieber, wenn es MEHR Lehrer/Innen geben wuerde! Damit wuerden sich ALLE Leistungen verbessern, nicht nur die der Jungs.... Zitat Mag sein, dass du recht hast. Es geht aber ums Grundsaetzliche, dass eben Buben schlechter abschneiden bei allen Tests, dass sie eher rausfliegen und dass weniger auf die Uni gehen (koennen). Das sollte man diskutieren! Das hat in erster Linie damit zu tun, dass Buben weniger gut "stillsitzen" koennen als Maedchen, nicht so anpassungsfaehig sind an den Lehrer wie Maedchen - das wuerde sich auch mit maennlichen Lehrern nicht aendern. Ganz im Gegenteil, es gibt viele Aussagen, dass gerade Maedchen von maennlichen Lehrer bevorzugt werden. Ich glaube, man muss sich, um die Problematik besser zu verstehen, auch einmal in die Situation eines Lehrers hineindenken: Du versuchst zu unterrichten, und da gibts ein paar (Jungs), die staendig laermen, staendig rausbruellen und den "grossen Helden" mimen muessen. Im Gegensatz dazu sind die Maedchen ruhiger. Nun den Lehrern bzw. dem System zu unterstellen, SIE waeren daran schuld...... :P Zitat Warum du dich hier persoenlich angegriffen fuehlst, verstehe ich nicht ganz?? Wer will sich denn rausreden? Die Tatsache ist wie schon weiter oben beschrieben, dass Burschen offensichtlich schlechter aus dem System rauskommen! Wo koennte man da ansetzen? siehe oben. Es geht nicht ums "rausreden", sondern um ein Anerkennen von Tatsachen. Jungs sind nun mal in den meisten Faellen mehr "Stoerenfriede" in der Schule (es gibt immer wieder Ausnahme) als Maedchen. Das, was ihnen SPAeTER zugute kommt, wenn sie Karriere machen koennen, weil sie sich besser behaupten koennen als Frauen, ist zumindest in der Schule ein Nachteil. Also, bitte nicht jammern.... Spirit Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: 11 am 10. Mai 2007, 13:48:56 Nein, Jungs sind nicht duemmer, sondern alle die im Sommer gezeugt wurden und zwar wegen erhoehter Pestizidbelastung!
Das behauptet zumindest eine amerikanische Studie: "...Forscher vermuten: Unterschiedliche Pestizidbelastungen in den Zeugungsmonaten praegen schulische Leistung der Kinder Im Sommer gezeugte Kinder sind in der Schule in Mathematik und Sprachen weniger erfolgreich als Kinder, die in anderen Jahreszeiten gezeugt wurden. ..." http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/277850.html 11 Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: 11 am 10. Mai 2007, 13:57:05 Und zum Thema,
es gibt dazu wieder mal eine neue Studie, die besagt, dass es Buben schwerer in der Schule haben! http://salzburg.orf.at/stories/190947 11 Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? oder ist das gegenteil der fall? Beitrag von: amoruritme am 30. Januar 2008, 00:29:16 es ist zwar politisch nicht sehr korrekt, aber wenn schon von der einen seite her polemisiert wird, darf man gegenindizien ja wohl auch beibringen. wobei sich natürlich die frage erhebt, wie wichtig "intelligenz" überhaupt ist/sein soll. aber es kann wohl nicht angehen, dass feministinnen in den fällen, in denen männliche kinder benachteiligt werden, dafür pseudobegründungen angeben dürfen, aber dass man gegenargumenten den mund verbietet. eigentlich ists eine ungute disku, die aber wohl dennoch geführt werden soll/muss: damit weder buben noch mädchen herabgewürdigt werden!
http://www.sueddeutsche.de/,panm2/panorama/artikel/436/59377/ bei aufnahmsähnlichen vorprüfungen fürs medizinstudium haben burschen besser abgeschnitten als mädchen und dennoch solls zu einer 1:1 vergabe kommen. dh: burschen mit besserem ergebnis können vll nicht studieren, die schlechteren mädchen evtl schon. nach was schaut das aus? "quotenstudentinnen", obwohl sie eh schon die mehrheit haben? Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 31. Januar 2008, 14:41:46 Zu Deinem Link:
Nun, da diese IQ-Tests offensichtlich auf die männliche Denkweise zugeschnitten sind, wundert es mich jetzt außerordentlich, dass Männer bei diesen Tests besser abschneiden als Frauen. <ironie> Die ganzen Links, die hier in dem Thread aufgelistet sind, bezeugen zumindestens, dass die Erwartungshaltung das Ergebnis beeinflusst. Ist ja gar nix neues.... Was jetzt tatsächlich wohl die "Wahrheit" ist? Ist es nicht völlig egal, ob IQ 100 oder IQ 140? Geht nicht das Glück der Kinder vor? Menschen mit hohem IQ und Superförderung (wobei es ja einem Russen, der Name fällt mir grad nicht ein, aber ich kanns raussuchen, gelungen ist zu beweisen, dass der IQ in erster Linie vom Drill abhängt, er hatte ein Experiment mit seinen Kindern gemacht) dienen zwar der Gesellschaft (als Wissenschaftler z.B.), sind aber selbst meist sozial schwer benachteiligt und nicht gerade das, was man allgemein unter glücklich versteht. Liebe Grüße Spirit Titel: behindert intelligenz glück? Beitrag von: amoruritme am 31. Januar 2008, 18:49:27 wie ich ja selbst gefragt habe: ist intelligenz überhaupt wichtig?
davon aber unabhängig die frage: gibts sowas wie "einigermassen objektive intelligenz" überhaupt oder sind die intelligenzforscher seit jahrzehnten so dumm, dass sie nicht in der lage sind, die häufig geübte kritik, wonach intelligenz kulturspezifisch sei, in ihre neuen tests einzubauen? wie kann das aber dann sein, dass andererseits manche kinder bestimmte schulanforderungen überhaupt nicht bewältigen können? in diesen fällen sagt man dann immer: quäle dein kind nicht mit überforderungen... nur die vermutung, dass intelligente menschen irgendwie die unglücklicheren sind, muss auch erst noch überdacht werden. in diesem zusammenhang die kleine wortgeschichte des englischen "silly", das sich tatsächlich vom dt "selig" ableitet: also die selig vor sich hinlächelnden silly glücklichen... ich finds zumindest interessant... sillyness als neues erziehungsziel hast du bestimmt auch nicht gemeint... ;-) Titel: Re: behindert intelligenz glück? Beitrag von: Spirit am 31. Januar 2008, 19:24:09 nur die vermutung, dass intelligente menschen irgendwie die unglücklicheren sind, muss auch erst noch überdacht werden. Der Teufel steckt wie immer im Detail ;) - ich schrieb nicht intelligente Menschen wären unglücklicher, sondern intelligente Menschen mit Superförderung - das macht einen ziemlichen Unterschied. Der Russe, den ich erwähnte, meinte, er könne beweisen, dass der IQ durch Drill hinaufgeschraubt werden könnte. Und er drillte seine Töchter von Geburt an für dieses Experiment, stopfte Wissen in sie rein und - konnte beweisen, dass er recht hatte. Das war mal ein Artikel im Geo-Wissen, glaube ich. Der Autor des Artikels sah sich aber auch die weitere Geschichte der Mädels an: Sie waren total einsam, sozial kamen sie nicht zurecht und ich glaube mich daran erinnern zu können, dass es sogar zu einem Suizid kam. Aber da bin ich mir jetzt nicht sicher. Mir ist nur in Erinnerung geblieben, dass so besonders leistungsfähige Intelligenzler gezüchtet werden können - doch etwas bleibt dabei dann immer auf der Strecke. und damit erübrigt sich die Beantwortung Deiner Frage: Zitat sillyness als neues erziehungsziel hast du bestimmt auch nicht gemeint... Nein, das meinte ich nicht - denn Förderung setzt bei den Talenten an. Unser Schulsystem ist ein Einheitsbrei nach gewissen Maßstäben, wer da nicht reinpasst, wird schlecht bewertet. Ähnlich wie die IQ-Tests - es wird NICHT gemessen, was für andere Talente man aufweisen kann. Dazu kommt, dass schlechte oder überforderte Pädagogen Deinem Kind so schnell die natürliche Neugierde, diese natürliche Freude am Lernen so sehr zerstören können, dass nichts mehr davon übrig bleibt. Der Wahnsinn beginnt z.B. damit, dass Buben im selben Alter eingeschult werden wie Mädchen, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Jungs genau in dem Alter der Einschulung in der Entwicklungskurve den Mädels hintnachhinken. Sie holen das ein Jahr später wieder auf, aber genau in dieser Phase werden sie eingeschult. Ein Schulsystem, dass sich DEN KINDERN anpasst, würde die Mädels mit 6, die Jungs mit 7 Jahren einschulen. Nicht generell, das wäre auch falsch, aber tendenziös. Und ohne Makelgefühl. Und es müssten mehr Lehrer her, bereits in der Volksschule. Denn Sympathien gibt es - das lässt sich auch im umgekehrten Fall nicht verhindern - Antipathien. Und je mehr Lehrer ein Kind unterrichten, desto objektiver kann die Leistung gesehen werden. Es kann nicht sein, dass ein einziger Lehrer über die weitere Zukunft eines Kindes entscheiden darf. Liebe Grüße Spirit Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? vll sind alle kinder - genies! Beitrag von: amoruritme am 31. Januar 2008, 19:41:07 natürlich würde mich die geschichte des russischen wahnsinnigen trotzdem interessieren, aber man sollte mmn nicht die ganze intelligenzforschung negieren, nur weil ein dummer ideologe vor nichts zurückschreckte, um die welt zu verblüffen.
Johann Wolfgang von Goethe Wüchsen die Kinder in der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies. ich glaube auch, dass alle kinder genies sind und dass sie in den schulen, aber auch durch eine machtorientierte erziehung irgendwie verhunzt werden. deshalb würd ich es lieber sehen, wenn kinder mehr zeit fürs kindsein kriegten: die französisch-belgischen vorstellungen (tw nach 2 monaten in die krippe, man müsster schon fast sagen "krüppe") - wonach man kaum früh genug beginnen könnte, kinder zu kleinen "selbstständigen erwachsenen zu machen" - halte ich fast für makaber. ich trete für eine verlangsamung der erziehung ein und bin zb gegen ein vorschuljahr. kinder brauchen erwachsene mmn nicht, um sich zu entwickeln, nur zur verabreichung von liebe (echter gespürter liebe: das wäre zuviel verlangt von berufsbetreuerInnen). klingt kitschig, aber ich bin gegen manipulation. konsequenterweise interessiere ich mich sehr für die summerhill-methoden http://de.wikipedia.org/wiki/Summerhill Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 31. Januar 2008, 20:53:25 Naja, ich würde es mal vorsichtig so ausdrücken:
Solange ein Kind in der Schule kein Problem hat, ist das auch ok. Denn es gibt viele Kinder, denen das jetzige System gerecht wird. Nur WENN es Probleme gibt, kann man nur auf Steiner-Schulen oder ähnliches ausweichen. Das ist nicht ideal, weil diese Schulen privat und teuer sind. Der Link war interessant, den Du angeführt hast, danke dafür. Bei mir ist das nicht mehr sooo relevant, weil meine Kids schon größer sind (bis auf die Jüngste, die ist noch im Gymnasium) - aber ich hab da auch schon einiges mit dem Schulsystem mitgemacht, was mich rasend gemacht hatte. Und wenn ich als Mutter nicht immer wie eine Hyäne vor meinen Kindern gestanden wäre und sie bis auf die Zähne bewaffnet gegen so manchen Lehrer verteidigt hätte, weiß ich nicht, was alles schiefgelaufen wäre. Übrigens so ziemlich alle Mütter in meinem Umkreis rannten pausenlos in die Schulen, um mit den Lehrern zu streiten. Dürfte Mutterypisch sein *grins* Ich hab auch nicht gezögert, mal die eine oder andere Tochter kurzerhand aus einer Schule zu nehmen und in einer anderen Schule anzumelden, weil die Lehrer solche **** waren. Hatte funktioniert, in den neuen Schulen wars komplett anders. Und im Bekannten- und Verwandtenkreis hab ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern, die vor einem Lehrer "buckeln" um ihren Kindern nicht zu schaden, meistens dem Kind erst recht schaden. Was ich damit sagen möchte: Ich hab immer zu meinen Kindern gehalten - gegen jeden Lehrer. Ich bin immer davon ausgegangen, dass mein Kind völlig ok ist - wenns Probleme gab, lags am Lehrer. Auch wenn mir die Lehrer anderes einreden wollten - da bissen sie bei mir auf Granit. Und heute weiß ich, dass sich das rentiert hat. Ich kann jeder Mutter, jedem Vater nur raten, jedem Lehrer, der einem einreden will, das Kind entspräche nicht der Norm, Mores zu lehren. Sie lassen sich nämlich eh überzeugen, dass sie im Unrecht sind, wenn man als Elternteil nur vorlaut, stur und nachdrücklich genug ist. ;D Ok, jetzt bin ich am Verplaudern. Geht ja um Intelligenz und nicht um meine Schulgeschichten... Lg Spirit Titel: man braucht sozialkontakte, aber - braucht man unbedingt: schule? Beitrag von: amoruritme am 31. Januar 2008, 22:22:30 mir gefällt das verplaudern aber sehr gut, ich hab nicht das geringste dagegen. ich hoffe aber andererseits, dass meine zur eigentlichen ausgangsfrage zurückführenden rückfragen ("insistieren", "nachbohren") nicht als desinteresse oder gar sekkiererei verstanden werden. dieses hin und her wogen, herumspringen, von mir aus sogar "assoziieren" macht mmn gerade die lebendigkeit eines forums aus.
dennoch bitte ich nicht zu vergessen, dass mich meine fragen und eure antworten interessieren. und bitte nicht böse sein: ich werde eure antworten für mich wieder als fragen interpretieren. es ist wohl klar, dass ich nicht frage und auf eine antwort warte und dann sage: ah, so ist das! antworten lebt man, über fragen kann man nachdenken. so seh ich das. "zufrieden" bin ichs mit dem gespräch, dem fluss, weniger mit den antworten selbst... ich hoffe ich muss das nicht näher erklären. nur weil ich manchmal die erfahrung gemacht habe, dass mein nie enden wollendes nachfragen als affront gewertet wird. goethes satz ist doch extrem bemerkenswert, oder? damals!!! jedes kind ein genie! man bräuchte den schatz nur zu heben! sehr idealistisch, oder? nur eine metapher oder was? wenn man sieht, wie leicht ein kind in einer bestimmten zeit zu sprechen, evtl mehrere sprachen gleichzeitig lernt: dann könnte er doch fast recht haben. rein theoretisch gäbe es die möglichkeit, seine kinder gar nicht zur schule zu schicken, und einige, wenn auch ganz wenige eltern, machen davon gebrauch. eine denkvariante? Titel: Re: man braucht sozialkontakte, aber - braucht man unbedingt: schule? Beitrag von: Spirit am 01. Februar 2008, 08:03:29 rein theoretisch gäbe es die möglichkeit, seine kinder gar nicht zur schule zu schicken, und einige, wenn auch ganz wenige eltern, machen davon gebrauch. eine denkvariante? Nein. Denn dazu sind wir zu sehr in der Kette der Evolution verankert. Wenn ich jetzt oft von Müttern statt Eltern spreche, verzeih, das passiert deshalb, weil ich ein Weiblein bin. Ich meine allerdings Eltern, ok? Jede Mutter wird versuchen, ihr Kind in DIE Gesellschaft, in der sie lebt, so zu integrieren, dass es die bestmöglichen Chancen bekommt zu überleben. Gut zu überleben. Und daher gibts eine Anpassung an die bestehenden Normen plus Herausarbeitung der Vorteile. D.h. wenn eine Mutter in einer Gesellschaft, in der Frauen Kopftücher tragen oder unterwürfig sein müssen, um überleben zu können, ein Mädchen gebiert, so wird sie - entgegen unserer Logik - das Mädchen so erziehen, dass sie sich auch unterwirft. Denn nur dann hat sie eine Chance auf Überleben innerhalb dieses Systems. Sie wird versuchen, etwas zu VERBESSERN, das tut jede Generation - aber sie wird aus ihr keinen Revoluzzer machen, weil das Mädel sonst keine Chance hätte. Das ist der Grund, warum sich solche Systeme oft über Jahrhunderte halten und die Frauen offensichtlich "mitmachen" (denn wer hätte denn die Chance, durch Erziehung etwas zu verändern? Sicher die Frauen - und die tun "nichts" - genau aus diesem Grund). Und dieses Beispiel kannst Du 1:1 auf das Schulsystem bzw. unser gesellschaftliches Denken über Bildung umlegen. Du wirst Deinem Kind keinen Gefallen tun, wenn Du es aus einem bestehenden Wertungssystem ausklammerst - auch wenn Du hundertmal recht hättest. Denn dann nimmst Du dem Kind die Chancen, die ihm zustehen. Der Preis ist hoch. Du würdest das Kind für Deine Wertvorstellungen opfern. Wie die Mutter, die ihr Mädel ohne Kopftuch aufwachsen lässt in einer Welt, in der das tödlich wäre. Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten. Zitat ich hoffe ich muss das nicht näher erklären. nur weil ich manchmal die erfahrung gemacht habe, dass mein nie enden wollendes nachfragen als affront gewertet wird. Das würde es nicht, wenn Du zusätzlich Deinen Standpunkt zu dem Thema erläutern würdest. Denn so wie Du an unseren Meinungen interessiert bist, sind wir es auch an Deiner. Liebe Grüße Spirit Titel: anpassung oder individualismus, das ist die frage! Beitrag von: amoruritme am 01. Februar 2008, 09:55:29 sagen wirs übertrieben: meine meinungen sind nicht in jedem punkt abgeschlossen, mein denken ist ein offenes system (hoffe ich jedenfalls): dh ich stelle genau in jenem bereich fragen, die eben noch offen sind, wo ich in einem gewissen sinn keine festgefahrenen meinung habe, zb: schule. ich hab mir das echt überlegt und mich auch beim ministerium erkundigt.
du sagst: du würdest dein kind in jedem fall anzupassen versuchen, damit es keine schwierigkeiten kriegt. andererseits rätst du eltern, gegen die lehrer zu kämpfen? hättest du auch versucht, dein kind im nazisystem einigermassen anzupassen? du siehst, es ist schwierig, wenn man so generelle vermutungen hegt! ist es nicht wichtig, dem kind das gefühl zu geben, dass es wichtig ist, sich nicht unter allen umständen anzupassen, sondern seine eigene linie zu finden? besteht anständigkeit nicht darin, manchmal eigene wege zu gehen? muss man sich nicht auch zb mit ausländern solidarisieren, wenn sie schlecht behandelt werden, wenn der grösste teil der gesellschaft sie hasst? lynchjustiz, hexenverbrennung: massenpsychose: immer anpassen? das wolltest du bestimmt nicht sagen. etwas konkreter: wie ist das mit dem patriotismus in den usa: wenn die gesellschaft sagt: was, dein kind ist ein abtrünniger, ein aussenseiter, er will nicht in den krieg? oder weniger hart: das mindeste, was du tun kannst: solidarität mit den soldaten! ist manchmal erziehung nicht gerade der versuch zur eigenen werthaltung? moralische werte sollte mmn jeder für sich entwickeln, "in absparache mit seinem persönlichen, individuellen gewissen": eine gesellschaft ohne individuen, ohne charakterfeste selbstdenker wird zu wahnhaften extrempositionen führen. die crux sieht man in einigen religiös verbrämten kulturen: in einigen ländern sprechen sich sogar viele mütter für die totalbeschneidung ihrer töchter aus. eine wohl ziemlich weit gehend "anpassung". wie sollte es zu einer weiterentwicklung kommen, wenn sich alle immer nur anpassen? zurück zur schule: wenn die schule die kinder vll beschädigt: sollte man dann wirklich sagen: trotzdem anpassung, weil die nichtanpassung das kind noch mehr beschädigt als die beschädigung? das ist ja die fr: ist erziehung ohne gravierend beschädigung (im sinne gothes) überhaupt möglich? oder haben wir nur angst, dass wir als eltern aks unangepasst erscheinen: den kindern gibts vll sogar kraft, die eigene stärke und eigenständigkeit zu spüren? einfach ist das ganze nicht. ich werde mein kind "natürlich" auch in die schule schicken, gerade heut ist anmeldung!! ;-) aber erst nach reiflicher überlegung! Titel: Re: anpassung oder individualismus, das ist die frage! Beitrag von: Spirit am 01. Februar 2008, 12:10:29 sagen wirs übertrieben: meine meinungen sind nicht in jedem punkt abgeschlossen, mein denken ist ein offenes system (hoffe ich jedenfalls): dh ich stelle genau in jenem bereich fragen, die eben noch offen sind, wo ich in einem gewissen sinn keine festgefahrenen meinung habe, zb: schule. ich hab mir das echt überlegt und mich auch beim ministerium erkundigt. Das heißt, Du verschweigst uns Deine Infos? Zitat du sagst: du würdest dein kind in jedem fall anzupassen versuchen, damit es keine schwierigkeiten kriegt. andererseits rätst du eltern, gegen die lehrer zu kämpfen? Ach, komm schon, amoruritme, warum liest Du denn nicht genau, da schrieb ich doch schon: Zitat Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten. Damit erübrigt sich wieder die Beantwortung Deiner nachfolgenden Schlüsse, die Du ziehst, die ich allerdings auch in keinen Zusammenhang mit dem Thema bringen kann. Zitat hättest du auch versucht, dein kind im nazisystem einigermassen anzupassen? du siehst, es ist schwierig, wenn man so generelle vermutungen hegt! ist es nicht wichtig, dem kind das gefühl zu geben, dass es wichtig ist, sich nicht unter allen umständen anzupassen, sondern seine eigene linie zu finden? besteht anständigkeit nicht darin, manchmal eigene wege zu gehen? muss man sich nicht auch zb mit ausländern solidarisieren, wenn sie schlecht behandelt werden, wenn der grösste teil der gesellschaft sie hasst? lynchjustiz, hexenverbrennung: massenpsychose: immer anpassen? das wolltest du bestimmt nicht sagen. etwas konkreter: wie ist das mit dem patriotismus in den usa: wenn die gesellschaft sagt: was, dein kind ist ein abtrünniger, ein aussenseiter, er will nicht in den krieg? oder weniger hart: das mindeste, was du tun kannst: solidarität mit den soldaten! Natürlich ist es legitim, sich vor sein Kind zu stellen und tapfer gegen Lehrer anzutreten. Es wäre nicht legitim, eine Schule in die Luft zu jagen. Und das wäre die Quintessenz meiner Antwort an Dich auf diese zitierte Passage. Veränderungen, die radikal sind, sind selten gut. In seinem Umfeld etwas gegen eine falsche Politik oder Ideologie zu tun ist gut - deswegen jeden Vertreter der "anderen" Meinung umzubringen, ist nicht gut. Heldentum korreliert gerne mit Hirnlosigkeit, um es auch ein wenig brutal zu sagen. Dazu kommt, dass man ja immer nur durch seine eigenen Augen sieht. Wer weiß schon, was tatsächlich "gut" ist? Zitat ist manchmal erziehung nicht gerade der versuch zur eigenen werthaltung? moralische werte sollte mmn jeder für sich entwickeln, "in absparache mit seinem persönlichen, individuellen gewissen": eine gesellschaft ohne individuen, ohne charakterfeste selbstdenker wird zu wahnhaften extrempositionen führen. die crux sieht man in einigen religiös verbrämten kulturen: in einigen ländern sprechen sich sogar viele mütter für die totalbeschneidung ihrer töchter aus. eine wohl ziemlich weit gehend "anpassung". wie sollte es zu einer weiterentwicklung kommen, wenn sich alle immer nur anpassen? Dafür würden wir jeweils neue Threads brauchen, weil der Bogen zu weit gespannt ist. Zitat zurück zur schule: wenn die schule die kinder vll beschädigt: sollte man dann wirklich sagen: trotzdem anpassung, weil die nichtanpassung das kind noch mehr beschädigt als die beschädigung? das ist ja die fr: ist erziehung ohne gravierend beschädigung (im sinne gothes) überhaupt möglich? oder haben wir nur angst, dass wir als eltern aks unangepasst erscheinen: den kindern gibts vll sogar kraft, die eigene stärke und eigenständigkeit zu spüren? Du wirst es schon richtig machen. Du machst Dir Gedanken und das ist gut so. Zitat einfach ist das ganze nicht. ich werde mein kind "natürlich" auch in die schule schicken, gerade heut ist anmeldung!! ;-) aber erst nach reiflicher überlegung! Ging uns auch nicht anders. Und ist keine leicht Zeit, denn Schule fordert nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Es ist die erste einschneidende Trennung. Liebe Grüße Spirit Titel: sollen eltern oder staat kinder im eigentlichen sinn "erziehen"? Beitrag von: amoruritme am 01. Februar 2008, 12:51:35 ich respektiere es, wenn man auf meine bohrenden fragen keine allzu scharfen antworten gibt, aber in deinem letzten posting muss man schon sehr genau suchen, was du jetzt eigentlich gesagt hast. lustig ist nur, dass ich immer wieder "gebeten" werde, klar und tacheles zu reden... ;-)
zitat: Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten. das klingt schon ein bissl nach: den kuchen essen und ihn nachher noch haben wollen, bzw: den pelz waschen, ohne ihn nassmachen zu dürfen... infos verschweigen möcht ich nicht: ich hörte mal, dass es angeblich in ö keine schul- nur eine unterrichtspflicht gäbe. ich schrieb zum ministerium, das indirekt bestätigte: das kind bräuchte nur 2x/jahr eine kommissionelle prüfung ablegen, in der es beweist, dass es bestimmte fähigkeiten hat. unabhängig davon ergibt sich für mich die frage, was der staat, die schule ausser der vermittlung von geschicklichkeiten/techniken/wissen noch mit unseren kindern tun soll. erziehen? die seelische erziehung ist mmn ausschliesslich sache der eltern. der staat sollte kinder - nicht erziehen! ich hoffe, das war klar genug... Titel: Re: sollen eltern oder staat kinder im eigentlichen sinn "erziehen"? Beitrag von: forumstroll am 01. Februar 2008, 13:30:37 infos verschweigen möcht ich nicht: ich hörte mal, dass es angeblich in ö keine schul- nur eine unterrichtspflicht gäbe. ich schrieb zum ministerium, das indirekt bestätigte: das kind bräuchte nur 2x/jahr eine kommissionelle prüfung ablegen, in der es beweist, dass es bestimmte fähigkeiten hat. Stimmt nicht, in Österreich gibt es eine Schulpflicht: Bundesgesetz über die Schulpflicht (Schulpflichtgesetz 1985) StF: BGBl. Nr. 76/1985 (WV) Worauf du dich beziehst ist wahrscheinlich Artikel § 11. (1) Die allgemeine Schulpflicht kann - unbeschadet des § 12 - auch durch die Teilnahme am Unterricht an einer Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule mindestens gleichwertig ist. (2) Die allgemeine Schulpflicht kann ferner durch die Teilnahme an häuslichem Unterricht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule - ausgenommen die Polytechnischen Schule - mindestens gleichwertig ist. (BGBl. Nr. 322/1975, Art. I Z 19) (3) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben die Teilnahme ihres Kindes an einem im Abs. 1 oder 2 genannten Unterricht dem Bezirksschulrat jeweils vor Beginn des Schuljahres anzuzeigen. Der Bezirksschulrat kann die Teilnahme an einem solchen Unterricht innerhalb eines Monates ab dem Einlangen der Anzeige untersagen, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß die im Abs. 1 oder 2 geforderte Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist. Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates kann Berufung an den Landesschulrat erhoben werden; gegen die Entscheidung des Landesschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig. (4) Der zureichende Erfolg eines im Abs. 1 oder 2 genannten Unterrichtes ist jährlich vor Schulschluß durch eine Prüfung an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule nachzuweisen, soweit auch die Schüler dieser Schulen am Ende des Schuljahres beurteilt werden. Wird ein solcher Nachweis nicht erbracht, so hat der Bezirksschulrat anzuordnen, daß das Kind seine Schulpflicht im Sinne des § 5 zu erfüllen hat. Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig. Das bedeutet, wenn deine "häuslichen Unterrichtsmethoden" dem Bezirksschulrat nicht zusagen, kann er ablehnen (und tut das auch üblicherweise), und du kannst einmal berufen. LG Troll O0 Titel: Re: sollen eltern oder staat kinder im eigentlichen sinn "erziehen"? Beitrag von: Spirit am 01. Februar 2008, 13:47:37 aber in deinem letzten posting muss man schon sehr genau suchen, was du jetzt eigentlich gesagt hast. lustig ist nur, dass ich immer wieder "gebeten" werde, klar und tacheles zu reden... ;-) zitat: Veränderungen sind sinnvoll, aber sie brauchen Zeit und sollten keine Opfer kosten. das klingt schon ein bissl nach: den kuchen essen und ihn nachher noch haben wollen, bzw: den pelz waschen, ohne ihn nassmachen zu dürfen... Ich hatte das doch beantwortet: Natürlich ist es legitim, sich vor sein Kind zu stellen und tapfer gegen Lehrer anzutreten. Es wäre nicht legitim, eine Schule in die Luft zu jagen. Und das wäre die Quintessenz meiner Antwort an Dich auf diese zitierte Passage. Veränderungen, die radikal sind, sind selten gut. In seinem Umfeld etwas gegen eine falsche Politik oder Ideologie zu tun ist gut - deswegen jeden Vertreter der "anderen" Meinung umzubringen, ist nicht gut. Heldentum korreliert gerne mit Hirnlosigkeit, um es auch ein wenig brutal zu sagen. Dazu kommt, dass man ja immer nur durch seine eigenen Augen sieht. Wer weiß schon, was tatsächlich "gut" ist? Was verstehst Du daran nicht bzw. wo erkennst Du keine Antwort auf Deine Frage? Sei mir nicht bös, ich kann gerne antworten, aber lesen musst halt schon selbst... Und in einem Forum wird es halt auch passieren, dass die Antworten nicht Deiner Erwartung entsprechen. Ich stelle mich klar gegen Radikalismus. Liebe Grüße Spirit Titel: was soll in der schule gelernt/gelehrt werden? anpassung? Beitrag von: amoruritme am 02. Februar 2008, 14:03:25 jetzt tu ich mir wirklich mehr als schwer: da ich merke, dass du dich schon ein bissl genervt fühlst, muss ich mich in extreme höhen der vorsicht aufschwingen in der hoffnung, dass du das ganze nicht als sarkasmus betrachtest. ich muss aber doch sagen, dass ich die antwort: "ich bin gegen das töten von menschen!" auf die fr nach den grenzen der anpassung für nicht extrem aufschlussreich halte. auch ich bin gegen terrorismus, aber mir kommt echt vor, dass das nicht die fr war. aber darüber nachzudenken, ob die schule kindern schadet hat mmn sehr wenig mit terrorismus zu tun. insofern verstehe ich die antwort nicht und ich könnte jetzt ja was zwischen die zeilen hineininterpretieren, was du gemeint haben könntest, was aber auch unfair wär und ausserdem die gefahr in sich birgt, dass du dann irgendwann argumentieren klönntest, dass du das ja nie gesagt hast - was ja auch stimmen würde. ich verlass mich also auf das tatsächlich geschriebene und da find ich nicht viel mehr als ein bekenntnis gegen den mord. nun ja...
da sind wir uns ja einig. aber dass wasser nass ist, ist fast ebenso klar. darüber wollten wir ja nicht reden. die fr ist weiterhin: wie weit sollen wir gehen bei der anpassung der kinder an das system und wie wichtig ist das fördernde herausmeisseln der persönlichen charakters? und was tun, wenn es zu einer entscheidungssituation kommt. was wäre zb, wenn ich nicht unbedingt dafür wäre, dass mein sohn in der schule stricken lernt - rein hypothetisch... und tun wir doch so, als liesse ich mich nicht von den vorteilen des strickenlernens überzeugen (bitte nicht über "vorteile des strickens" disku): die allg fr lautet mmn eher: soll die gesellschaft, der staat, also die schule oder soll ich als elternteil darüber entscheiden (dürfen)? Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 02. Februar 2008, 14:22:17 Ja, es stimmt, ich war ein bisserl genervt, weil ich denke, ich hatte klar gesagt, dass ich sehr wohl dafür bin, etwas zu verändern, aber in einem legitimen Bereich. D.h. zu den Lehrern zu rennen und sich zu beschweren. Sein Kind zu verteidigen und schauen, dass es da irgendwie durchkommt.
Das mag Dir vielleicht wenig erscheinen - aber wenn Du es machen musst, wirst Du wissen, wieviel Anstrengung damit verbunden ist, wieviele schlaflose Nächte und Durchhaltevermögen damit zusammenhängen. Unterschätze es bitte nicht. So wie die Mutter mit dem Kopftuchmädel nicht gleich das ganze System ändern kann, aber schrittweise jede Gerenation ein wenig. So sehe ich das - und damit meinte ich Rückgrat zeigen ohne deswegen gleich ein Loch in die Welt zu hauen. Das hat nun nichts damit zu tun, ob Wasser nass ist. Wie schon gesagt, kämpf Dich mal gegen die Lehrer durch, dann wirst Du wissen, dass das oft sogar mehr als ein Sprung ins kalte wasser ist. Ich hatte das Vergnügen mal drei (drei Kinder) und kämpfe heute noch, nun seit 15 Jahren, jedesmal gegen andere Lehrer. Ist halt so, man kriegt irgendwann Routine - aber es ist MEINE Art von Protest, die im Übrigen sehr effizient sein kann - vor allem dann, wenn mehrere Eltern Rückgrat beweisen. Und ich ersuche Dich, das zu akzeptieren, dass nicht jeder Mensch gleich im großen System anfangen will. Und ich hoffe, das Thema "Wasch mich, aber mach mich nicht nass" nun endgültig vom Tisch ist. Denn ich wasche mich seit ich Kinder habe naß, sehr naß. Vom Palavern und Denken tut sich nämlich nix auf dieser Welt. Da musst Du dann schon die Courage besitzen, selbst den David zu spielen. Zu dem Beispiel des Strickens: Du stellst die Frage, was wäre, wenn Du nicht davon überzeugt wärest. Du hast dabei nicht erwähnt, wie das Kind selbst es sieht. Ein ähnliches Beispiel hatten wir beim Thema Religion. Ich bin ohne Bekenntnis, bei uns in den Schulen wird Religion meistens katholisch unterrichtet. Die Frage, ob ich die Kids in den Reliunterricht schicken sollte oder nicht, stellte sich natürlich. Nun hab ich sie für den Unterricht angemeldet und gesagt, sie können einen Glauben nur dann beurteilen, ob er für sie passt oder nicht, wenn sie ihn auch kennen. Und so handhabten wir das. Kennenlernen, selbst entscheiden. Stricken lernen, selbst entscheiden. Geht mir jetzt auch nicht ums Stricken, aber die Essenz meiner Aussage müsste rüberkommen. Liebe Grüße Spirit Titel: staat und kirche tun sich zusammen, um kinder zu manipulieren - mmn Beitrag von: amoruritme am 02. Februar 2008, 15:04:39 nun, ich freu mich, dass du nicht ausgezuckt bist, aber ich wusste echt nicht, wie ich es anders fomulieren soll. viele menschen reagieren geradezu allergisch darauf, wenn man behauptet, es gäbe in ihrem system einen widerspruch, ich halte dieses verhalten für ein zentrum aller konflikte: so als wärs eine katastrophe, wenn man kein perfektes system hat. glaub mir, ich hab wirklich oft diese erfahrung gemacht. und die beliebteste methode, um diese bereiche herumzukommen, ist eben das herumreden, das nichtthematisieren der eigentlichen fr - mmn ("politikersprache": davor scheinen auch im grundsatzbereich nur wenige gefeit). ich seh allerdings den sinn bestimmter gespräche (im persönlichen bereich bin ich nicht einer, der nur philosophiert) gerade darin, vermeintliche widersprüche zu suchen und eben diese zu besprechen: somit ist philosophieren immer mit einer gewissen gefahr verbunden. ich möchte mich natürlich nicht mit dem grössten verwirrer und fragensteller vergleichen, aber man sieht ja immerhin schon bei sokrates, wie weit diese irritation gehen kann: und selbst "teufel" kommt von "diaballo", dh: durcheinanderwerfer: also jemand, der die vermeintlichen sicherheiten in fr stellt. umso mehr freue ich mich, dass man sogar mit persönlichen unbekannten feine gespräche führen kann: ich halte allerdings auch dafür, dass das genau der punkt ist, warums in anderen foren manchmal so unfassbar primitiv zugeht: dass man mit dem öffentlichen widersprochenwerden nicht fertig wird, wrsch ein psycho-problem...
das mit dem religionsunterricht, na super: dass du darein gerade deinen finger legst!!! ;-) gestern haben wir den sohn in der schule angemeldet, ich bin atheist, und was passierte...? "wir" haben ihn auch zum reilgionsunterricht angemeldet. allerdings hab ich da wirklich meine zweifel. du siehst also, dass ich alles andere als nur konsequent bin...;-) mein hauptargument: wenn man kindern was einredet, glauben sie das, was die lehrerin sagt. das mindeste wäre ein ethikunterricht, in der auch andere weltanschauungen, sogar der atheismus vorgestellt wird, ansonsten wärs einseitig und das an die lehrerinnen glaubende kind hat keine chance: es wäre zuviel verlangt, dem kind das kritische bewusstsein zu unterstellen... ohne religionsunterricht wäre die religion im abendland mmn längst wegen der lächerlichkeit ihrer dogmen ausgestorben... Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 02. Februar 2008, 15:47:41 Hm, zum Widerspruch in persönlichen Systemen:
Das macht mich höchstens vergnügt. Weil Ambivalenz auch ein Zeichen dafür sein kann, dass man nicht stur und starr einen Fokus gelegt hat, sondern fähig ist, verschiedene Standpunkte nachzuvollziehen. Und diese gleich-gültig nebeneinander stehen lassen kann ohne in Ohnmacht zu fallen. <twinkle> Zum Thema Religion: Ich kann nur sagen, wie es bei uns gelaufen ist: Meine Kinder waren natürlich nicht relegiös vorbelastet, daher sahen sie von Anfang an im Religionsunterricht eine Märchenstunde, die ihnen gefiel. Meine Jüngste ging sogar wegen ihrer Freundin auch zusätzlich in den Islamunterricht, weil der dort "die lustigeren Gschichtln" hatte...Also ich denke, meine Kids haben Reli sehr locker und distanziert gesehen. Später, als sie größer wurden, schätzten sie sogar diesen Religionsunterricht, weil er bei uns an den Gymnasien eher ein Ethikunterricht ab der Oberstufe war. Da gabs jedesmal Diskussionsrunden zu ethischen und sozialen Themen. Und mit Abschluss der Schule war es für sie klar, dass sie aus der Kirche austreten. Weil sie diesen Glauben akzeptieren, aber nicht brauchen. Schuld, Unschluld, das waren so Themen, die bei uns keinen Stellenwert hatten. Natürlich stellten sie Fragen, wie Leben nach dem Tod etc. - da hab ich ihnen halt gesagt, wie ich das sehe - aber dass es dazu hunderte von Meinungen gibt, und meine nur für mich selbst gelten kann. Es ist schwer als Elternteil, sich vorzustellen, dass Kinder auch selbst ein ganz gutes Gespür für Wahrheit haben. Ich kann mich daran erinnern, dass ich als Kind mit dem katholischen Glauben auch nichts am Hut hatte - für mich waren das einfach Märchen. Wie Hänsel und Gretel. Kinder sind viel gscheiter als man glaubt - sicher gibt es einen Einfluss durch den Lehrer - aber ich glaube, man kann dem Kind schon zutrauen, selbst zu entscheiden, was für das Kind passt oder nicht. Meine Tochter hat z.B. mal in der Volksschule gesagt, der Pfarrer glaube, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer müsse. Und sie meinte, das glaube halt er. Sie sähe das anders, aber sie würde ihm das nicht sagen, weil er so fest daran glaubt. 8) Ist eigentlich eine reife Leistung, zwei Ansichten so gleich-gültig nebeneinander stehen lassen zu können, finde ich. Und sie hat es selbst entschieden, dass beides passt. Dein Sohn wird das auch durchblicken - und für sich selbst DAS raussuchen, was ihm am ehesten gerecht wird. Liebe Grüße Spirit Titel: inSPIRIerend!!! Beitrag von: amoruritme am 02. Februar 2008, 16:24:15 liebe spirit, danke für deinen beitrag!
ich sags ganz kitschig: dein letztes posting war das menschlich für mich inspirierendste, das ich je gekriegt habe! danke! ich empfinde es als überschneidung von argument UND konkretem - wie soll ich sagen: "trost"???? eine echt neue erfahrung, weil ich nur gewohnt war, "sachlich" (mmn ;-) zu argumentieren. eine ECHTE beruhigung, denn mir war eben alles andere als wohl zumute, dass ich meine prinzipien nicht eingehalten habe, aber nicht weils mir um prinzipienreiterei geht, sondern um verantwortung für mein kind. deine worte passen perfekt und relativieren meine selbstzweifel. natürlich heisst das nicht, und das würdest du sicherlich auch nicht wollen, dass ich jetzt nurmehrnoch "lieb und freundlich", streichelweich wollt ich sagen argumentiere. aber es ist wirklich eine schöne erfahrung, dass man - "zwischendurch"? ;-) - auch SO reden kann/soll. *vielfreu* Titel: Re: inSPIRIerend!!! Beitrag von: Spirit am 02. Februar 2008, 17:11:34 eine ECHTE beruhigung, denn mir war eben alles andere als wohl zumute, dass ich meine prinzipien nicht eingehalten habe, aber nicht weils mir um prinzipienreiterei geht, sondern um verantwortung für mein kind. deine worte passen perfekt und relativieren meine selbstzweifel. Weisst Du, lieber amoruritme, ich glaub, ich würde drei Leben brauchen, um alle Prinzipien, die ich je gehabt hatte BEVOR ich die Kinder bekam, noch erfüllen zu können. Denn als die Kids dann da waren, hab ich sie schrittweise "relativiert". Weil da ein Menschlein ist, für den man hundertmal mehr abwägt und überlegt, ob jetzt ein Grundsatz nützt oder schadet. Es ist ein "Durchschummeln" - ich weiß. Da gabs mal eine Diskussion in einem anderen Forum, wo eine Mutter meinte, ihre eben 18-jährige tanze ihr auf der Nase rum, sei launisch, hysterisch - und im Maturajahr. Sie bekam 100 Antworten, alle im selben Tenor: Wirf sie raus. Und ja, natürlich hatten sie recht. Im Prinzip. Denn Kids müssen halt auch irgendwie lernen, Rücksicht zu nehmen, sich sozial zu verhalten, Konsequenzen für ihr Handeln zu übernehmen und und und.....Aaaber: Im Maturajahr ist es ganz nützlich, diese Prinzipien mal auszusetzen, weil sie völlig von der Rolle sind in dem Alter. Natürlich kann man sie rauswerfen, dann kann man sich einen Orden an die Brust heften, dass man brav seine Prinzipien eingehalten hat. Und das Kind halt keine Matura hat, aber selbst hat man seine Prinzipien. Oder man wirft sie für ein Jahr über Bord - danach ist die 18-jährige "durch", wieder völlig normal und - hat die Matura. Ich meine, was nützen die schönsten und richtigsten Prinzipien, wenn die Liebe in Form von Verständnis dahinter fehlt? Prinzipien bei einem Kind sind wahnsinnig wichtig, finde ich. Aber nur als grobe Orientierung - dazwischen sollte noch genug Platz sein, sich den Gegebenheiten und Situationen anpassen zu können - um dem Kind damit gerecht zu werden. Ich schrieb es schon einmal: Du machst es schon richtig. Weil Du Dir Gedanken machst, weil es Dir nicht egal ist, was fremde Menschen mit Deinem Kind machen. Und Du wirst vorsichtig genug sein, die Zeichen zu sehen, falls irgendwas nicht stimmt. DAS ist viel mehr wert als alle Prinzipien dieser Welt. Zitat natürlich heisst das nicht, und das würdest du sicherlich auch nicht wollen, dass ich jetzt nurmehrnoch "lieb und freundlich", streichelweich wollt ich sagen argumentiere. aber es ist wirklich eine schöne erfahrung, dass man - "zwischendurch"? ;-) - auch SO reden kann/soll. Auch streichelweich und lieb und freundlich kann konstruktiv sein. Manchmal vielleicht sogar konstruktiver, finde ich. Aber das wär jetzt ein gaaanz anderes Thema... <twinkle> Liebe Grüße Spirit Titel: männerquote für kiga/volksschule-personal? Beitrag von: amoruritme am 04. Februar 2008, 02:12:36 nachdem mein sohn im kindergarten "natürlich" (?) nur mit tanten zu tun hatte, wird er auch in der volksschule in den nächsten 4 jahren es nur mit lehrerinnen zu tun haben, wenns so bleibt, wie ich jetzt gesehen habe. der gedanke, dass buben durch ihr nichtmädchensein weniger gefördert werden oder gar, dass vorsätzlich ihre "weiblichen anteile" hervorgehoben werden und dass sie, wenn sie sich wehren und nicht mitmachen wollen, evtl in irgendeiner weise "in die ecke gestellt" werden - diese gedanken scheinen ja in den ausgangsartikeln durchaus für möglich gehalten zu werden - macht mir schon gewisse sorgen. die einzigsten 2 männer in unserer volksschule verrichten die "schmutzarbeit" (schulwart)
sollte es nicht bei der frühkindlichen staatserziehung sowas wie eine "männerquote" geben? Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 04. Februar 2008, 07:49:38 Ich hätte nix dagegen - aber die Problematik liegt bei den Männern selbst. Ich habe im Verwandten- und Bekanntenkreis Lehrerinnen - Männer machen in den seltensten Fällen diese Ausbildung, weil sie zu schlecht bezahlt wird.
An den Gymnasien ist das etwas anderes, da gibts mehr Geld dafür und vor allem mehr Prestige. Aber Volksschullehrer, Kindergärtner, da steht Mann auch im Image ziemlich weit unten - und das tun sich die wenigsten Männer an. Liebe Grüße Spirit Titel: gender-spreche schon in der volksschule? Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 00:54:22 ab wann wird eigentlich heutzutage in schulen die gender-spreche antrainiert?
Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 08:26:02 Was meinst Du damit? ???
Dass bei Hauptwörtern die (richtigen) Artikel dazu gelehrt werden? Männlich/weiblich/sächlich... Oder dass es Frau oder Herr Lehrer heißt? Ich steh auf der Leitung, sorry... Liebe Grüße Suena Titel: gender speech = binnen-I-spreche, odr? Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 08:53:21 ich mein die binnen-I-sprechweise: und ich habs auch schon erlebt, dass man beim sprechen nurmehrnoch die weibliche form verwendet, zb: liebe schülerInnen und beim sprechen hört man nur: schülerinnen, so als gäbs die männlichen beteiligten gar nicht mehr, ist dir das noch nie aufgefallen, dass in manchen hyperkorreten institutionen diese spreche üblich geworden ist und tw schon fast "vorgeschrieben" wird?
ich weiss ja nicht, obs in den oberstufen wohl schon durchgezogen wird, wollt nur erfahren, ab wann diese neue sprechmode angewendet wird... Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Administrator am 08. Februar 2008, 09:01:32 * Offtopic ON*
das kann dann soweit gehen, dass die eine Emanze zur anderen am Frühstückstisch sagt: Sei doch so lieb und reich mir die Salzstreuerin :D <laugh> LG Admin * Offtopic OFF* Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Eidechse am 08. Februar 2008, 09:05:00 brülll
<laugh> <laugh> <laugh> <laugh> Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 09:12:15 *muahahaha* <holy>
@amoruritme: Nein, das kenn ich so nicht - es wird nach wie vor die männliche Bezeichnung verwendet, was zwar genauso unfair ist, aber wir sind ja nicht so kleinlich... <blinz> Lg Spirit Titel: in ö1 gehört und wörtlich aufnotiert, und es war von denen nicht witzig gemeint! Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 09:12:51 (ich fürchte, korrektionistInnen haben eher nicht sehr viel humor...)
"Beschleunigung und Geschwindigkeit sind die ständigen Begleiterinnen des täglichen Lebens geworden!" schräger gehts immer! Titel: Re: in ö1 gehört und wörtlich aufnotiert, und es war von denen nicht witzig gemeint! Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 09:26:02 "Beschleunigung und Geschwindigkeit sind die ständigen Begleiterinnen des täglichen Lebens geworden!" Das ist aber cool. Da könnte man jetzt echt drüber diskutieren....*grins* Da beide Hauptwörter weiblichen Geschlechts sind...cool. Wirklich cool der Gedanken..... Lg Spirit Titel: korrektionistische spreche als machtmittel? Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 09:40:33 *grinso*
das wär aber nicht der sinn meiner fragen gewesen, dich dazu zu bringen, selbst in die gender-spreche zu verfallen... hast du nicht das gefühl, dass diese permanenten versuche, die sprache korrektionistisch als machtmittel bewusst einzusetzen und ihr dadurch die natürlichkeit zu nehmen, kontraproduktiv für die gesunde zwischenmensschliche kommunikation sein könnte? lasst kinder und sprache natürlich und unmanipuliert heranwachsen! ;-) so schnell wird aus einem witz (siehe oben: admins salzstreuerin) ein ernstgemeintes machtspielchen.... in diesem minigespräch wunderbar nachvollziehbar!!! dauerte nicht mal 1 seite... köstlich! Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Eidechse am 08. Februar 2008, 12:15:18 Zitat "Beschleunigung und Geschwindigkeit sind die ständigen Begleiterinnen des täglichen Lebens geworden!" schräger gehts immer! aber wahr und dass schon seit geraumer Zeit ernstgemeinte Frage : War dir dass neu? Eidechse heute mal nicht so nachdenklich <wink> Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Gondwana am 08. Februar 2008, 12:36:41 * Offtopic ON* das kann dann soweit gehen, dass die eine Emanze zur anderen am Frühstückstisch sagt: Sei doch so lieb und reich mir die Salzstreuerin :D <laugh> LG Admin * Offtopic OFF* Herrlich! <lach> <lach> <lach> (nee, sorry: Fraulich muß das ja heißen ... *twinkle*) Titel: Re: korrektionistische spreche als machtmittel? Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 12:44:18 hast du nicht das gefühl, dass diese permanenten versuche, die sprache korrektionistisch als machtmittel bewusst einzusetzen und ihr dadurch die natürlichkeit zu nehmen, kontraproduktiv für die gesunde zwischenmensschliche kommunikation sein könnte? Nein. Hab ich nicht, das Gefühl. Ich finde diese Wortspielereien höchstens witzig. :D - mehr Bedeutung interpretier ich da nicht rein. Zitat lasst kinder und sprache natürlich und unmanipuliert heranwachsen! ;-) Das tun sie eh. (Soferne sie nicht vorm Internet sitzen, dann gutn8. ;D) Zitat so schnell wird aus einem witz (siehe oben: admins salzstreuerin) ein ernstgemeintes machtspielchen.... in diesem minigespräch wunderbar nachvollziehbar!!! dauerte nicht mal 1 seite... Findest Du? Ist mir schleierhaft, was Du aus einem harmlosen Witz konstruierst. Ok, ich bin da vielleicht nicht tiefgründig genug. <blinz> Liebe Grüße Spirit Titel: sprache als katalysator von machtverhältnissen? oder lächerlich unwichtig? Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 13:28:01 ich bin mir da nicht sicher, ob manche ideen anfangs nicht fast wie ein witz waren (wissen und witz hängen etymologisch zusammen, siehe noch: "spielwitz": da ist nicht gemeint, dass man zum lachen kommt, sondern, dass er durch sein erhöhtes wissen für überraschungen sorgt - über die man dann doch tatsächlich lächeln könnte...). und manche feministische übertreibungen, über die man schmunzeln könnte (herrlich find ich: herrlich-fraulich!) mausern sich zu echten problemen: zb muss ich zugeben, dass ich mir die gender-spreche auf ö1 kaum mehr anhören kann: diese sprachverhunzung ist mehr als nervig und bei seminaren und vorträgen kommts echt schon zu völlig irritierenden vorfällen: wenn man zb die binnen-I-schreibweise aufs akustische sprechen überträgt, hört man nurmehrnoch die weiblichen varianten: und wenn ich wo sitze und ich werde mit "liebe zuhörerinnen" angeredet, ists einfach vorbei mit meiner konzentration auf sache: (-;
im übrigen besteht ja die hauptargumentation der feministInnen darin zu sagen: man sollte die spreche nicht zu unernst nehmen: also: entweder ists wichtig oder nicht, aber beides gleichzeitig nervt nur, ich hoff, du weisst,was ich meine. ansonsten ists mir fast egal, und du sollst nicht denken, dass ich mich allzu sehr ärgere und verbissen gegen gender bin. wie gesagt, eigentlich wollt ich mich nur erkundigen, ob jemand weiss, "wann das jetzt in den schulen anfängt", ob man da schon in der volksschule den kindern beibringt: achtung: ihr seid gar nicht in erster linie kinder, sondern in erster linie buben oder mädels. das wär dann vll schon ein bissl schlimmer als nur nervig, odr? Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Yda am 08. Februar 2008, 13:29:39 * Offtopic ON* das kann dann soweit gehen, dass die eine Emanze zur anderen am Frühstückstisch sagt: Sei doch so lieb und reich mir die Salzstreuerin :D <laugh> LG Admin * Offtopic OFF* OT an: Es gibt sie, die Salzstreuerin! In personifizierter Eierform mit weiblichem Körper. Natürlich im Zusammenhang mit einem männlichen Salzstreuer als Begleiter. Immer schön paaaaarweise und für jeden das Richtige dabei! OT aus Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 13:41:33 * Offtopic ON* das kann dann soweit gehen, dass die eine Emanze zur anderen am Frühstückstisch sagt: Sei doch so lieb und reich mir die Salzstreuerin :D <laugh> LG Admin * Offtopic OFF* OT an: Es gibt sie, die Salzstreuerin! In personifizierter Eierform mit weiblichem Körper. Natürlich im Zusammenhang mit einem männlichen Salzstreuer als Begleiter. Immer schön paaaaarweise und für jeden das Richtige dabei! OT aus Da bin ich mir aber jetzt sicher, dass bei dem weiblichen Stück der Pfeffer drin ist... <blinz> Lg Spirit Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Eidechse am 08. Februar 2008, 13:44:26 Zitat ihr seid gar nicht in erster linie kinder, sondern in erster linie buben oder mädels. das wär dann vll schon ein bissl schlimmer als nur nervig, odr? Nö je nach Geschlecht sind Kinder in erster Linie entweder Jungen oder Mädchen dann gibt es die Menschengruppe die bis zu einem bestimmten Alter als Kinder bezeichnet werden und der gehören dann Jungen und Mädchen an bzw finden sich darin wieder ... Zitat "liebe zuhörerinnen" angeredet, ists einfach vorbei mit meiner konzentration auf sache: (-; und warum ??? auch ernst gemeint Titel: Re: sprache als katalysator von machtverhältnissen? oder lächerlich unwichtig? Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 13:48:54 ich bin mir da nicht sicher, ob manche ideen anfangs nicht fast wie ein witz waren (wissen und witz hängen etymologisch zusammen, siehe noch: "spielwitz": Jö, hast du auch den etymologischen Duden am Nachttisch liegen? *handreicht* Zitat da ist nicht gemeint, dass man zum lachen kommt, sondern, dass er durch sein erhöhtes wissen für überraschungen sorgt - über die man dann doch tatsächlich lächeln könnte...). und manche feministische übertreibungen, über die man schmunzeln könnte (herrlich find ich: herrlich-fraulich!) Och, da gibts noch viel gemeineres: herrlich-dämlich. ;D Wir tragens mit Fassung. <twinkle> Zitat mausern sich zu echten problemen: zb muss ich zugeben, dass ich mir die gender-spreche auf ö1 kaum mehr anhören kann: diese sprachverhunzung ist mehr als nervig und bei seminaren und vorträgen kommts echt schon zu völlig irritierenden vorfällen: wenn man zb die binnen-I-schreibweise aufs akustische sprechen überträgt, hört man nurmehrnoch die weiblichen varianten: und wenn ich wo sitze und ich werde mit "liebe zuhörerinnen" angeredet, ists einfach vorbei mit meiner konzentration auf sache: (-; Da muss ich Dir jetzt aber schon sagen, dass Du vielleicht ein wenig übersensibel reagieren könntest. "Wir" müssen uns seit wir denken können, mit der männlichen Form: lieber Zuhörer! anreden lassen. Und kriegen deswegen auch keine Ohnmachtsanfälle... *zwinker* Zitat im übrigen besteht ja die hauptargumentation der feministInnen darin zu sagen: man sollte die spreche nicht zu unernst nehmen: also: entweder ists wichtig oder nicht, aber beides gleichzeitig nervt nur, ich hoff, du weisst,was ich meine. Ja, ich glaube, das ist nur ein Interpretationsmissverständnis, das bei weiblichen Aussagen ganz gerne vorkommen kann, sie wollten Dir damit vielleicht einfach nur sagen: Sei nicht so verkrampft. Zitat ansonsten ists mir fast egal, und du sollst nicht denken, dass ich mich allzu sehr ärgere und verbissen gegen gender bin. wie gesagt, eigentlich wollt ich mich nur erkundigen, ob jemand weiss, "wann das jetzt in den schulen anfängt", ob man da schon in der volksschule den kindern beibringt: achtung: ihr seid gar nicht in erster linie kinder, sondern in erster linie buben oder mädels. das wär dann vll schon ein bissl schlimmer als nur nervig, odr? Ich habe wie gesagt, nicht den Eindruck, dass das an den Schulen so gehandhabt wird. Aber ich habe verwandte Lehrer, die ich fragen kann. Mach ich. Liebe Grüße Spirit Titel: korrektionistInnen-esperanto - nein danke! Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 14:17:27 also auf den tag, an dem ich einer lockeren unverkrampften feministischen korrektionistin begegne, die mir - ohne dass es allzu abstrus rüberkäme - nahelegte, ICH solle lockerer (vll gar so locker wie sie???) werden, warte ich gern noch eine zeitlang...
wenn man "die lehrer" sagt, sind nur nie männer gemeint, aber wenn man nurmehr "die lehrerinnen" hört, kann ein mann sich gar nicht mehr angesprochen fühlen... das ist wirklich die umdrehung, ein wehschütten des kindes zusammen mit dem alten schmutzwasser eines männlichen sexismus. und es wird klar worums geht: um macht, die sich jetzt auch noch in der sprache widerspiegeln soll. so seh ichs halt. die kinder werden in kinderkrippen entsorgt, der mann kommt in der sprache nicht mehr vor. nur mehrnoch frauen sollen sicht- und hörbar sein: weiblicher sexismus? moderner "hexismus"? jetzt fällt mir als gegenprinzip ein wort ein, das alles das aussagen sollte, was ich meine: ich weigere mich, die spreche eines künstlichen korrektionistInnen-esperanto zu erlernen! Titel: Re: korrektionistInnen-esperanto - nein danke! Beitrag von: Spirit am 08. Februar 2008, 15:02:36 wenn man "die lehrer" sagt, sind nur nie männer gemeint, aber wenn man nurmehr "die lehrerinnen" hört, kann ein mann sich gar nicht mehr angesprochen fühlen... Vorsicht, das könnte Deine eigene Interpretation sein. Du bist es nur so gewohnt, dass die Frauen jahrhundertelang grammatikalisch ignoriert wurden. *grins* Darum denkst Du, Lehrer wäre unisex. Ist aber männlich. <ja> <ja> <ja> Zitat das ist wirklich die umdrehung, ein wehschütten des kindes zusammen mit dem alten schmutzwasser eines männlichen sexismus. und es wird klar worums geht: um macht, die sich jetzt auch noch in der sprache widerspiegeln soll. so seh ichs halt. die kinder werden in kinderkrippen entsorgt, der mann kommt in der sprache nicht mehr vor. nur mehrnoch frauen sollen sicht- und hörbar sein: weiblicher sexismus? moderner "hexismus"? Deine Schlüsse die Du ziehst, erstaunen mich immer. <blinz> Zitat jetzt fällt mir als gegenprinzip ein wort ein, das alles das aussagen sollte, was ich meine: ich weigere mich, die spreche eines künstlichen korrektionistInnen-esperanto zu erlernen! ...sed mi parolas esperanton...almenau ia malmulta....hier bewusst weiblich gehalten, weil ich bescheiden bin. <peace> Zwinkernde Grüße Spirit Titel: ums rein grammatische allein wirds ja wohl nicht gehn... Beitrag von: amoruritme am 08. Februar 2008, 15:12:39 liebe spirit!
jetzt vertrau ich dir! nach meinen letzten wortkreationen hätte ich vermutet: wenn sie jetzt nicht ausrastet! dann wird alles gut... ich werd nicht immer schleimen/metaebenenloben... aber jetzt musste es wieder mal sein!!!! alle achtung! du bist wirklich tolerant und definierst dich nicht über dogmen... (es gibt nämlich auch antidogmatische dogmatiker: was du hast dogmen!!!??? so ne schweinerei! ab zum antidogmatischen grossinquisitor!!!) ;-) Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Gondwana am 08. Februar 2008, 18:31:10 * Offtopic ON* das kann dann soweit gehen, dass die eine Emanze zur anderen am Frühstückstisch sagt: Sei doch so lieb und reich mir die Salzstreuerin :D <laugh> LG Admin * Offtopic OFF* OT an: Es gibt sie, die Salzstreuerin! In personifizierter Eierform mit weiblichem Körper. Natürlich im Zusammenhang mit einem männlichen Salzstreuer als Begleiter. Immer schön paaaaarweise und für jeden das Richtige dabei! OT aus Da bin ich mir aber jetzt sicher, dass bei dem weiblichen Stück der Pfeffer drin ist... <blinz> Lg Spirit Yeah! <yeah1> Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: forumstroll am 07. April 2008, 21:44:43 Mal was vom neuen Spiegel zum schmökern, das beschränkt zum Thema passt:
"Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik geht Jungs gewaltig auf die Nerven" Hinter den Mädchen bleiben Jungen schulisch deutlich zurück. Sind sie Bildungsversager mit Gewaltneigung? In Kindergärten wie Schulen dominiere ein verhuscht-weibliches Klima, sagt Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann im Interview - und sieht Jungs trotzdem im Vorteil. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,545037,00.html LG Troll O0 Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Yda am 08. April 2008, 08:19:39 Wow! Ich bin beeindruckt. Danke, lieber Troll!
Da ich selbst ein Mädel und einen Jungen großgezogen habe, sind mir die Unterschiedlichkeit der Anlagen schon stark aufgefallen. Besonders gefallen hat mir in dem verlinkten Artikel dieser Satz: "Gleichzeitig werden sie dann eingehüllt in diese weibliche harmonische Lebenswelt, die ihnen unendlich auf den Keks geht." Das habe ich bei meinem Sohn ganz deutlich gespürt. Er war absolut begeistert, als er endlich in den letzten beiden Schuljahren einen Klassenlehrer hatte. Schluss mit dem weiblichen Wischi-waschi-heiti-tei. :) Um aus dem Ganzen zu lernen und es für Jungs wieder annehmbarer zu gestalten, hieße ja sicher, dass wir wieder zurückkehren zu Mädchen- und Jungsschulen. Dabei frage ich mich dann aber: Wie und wann können beide Geschlechter dann den Umgang miteinander erlernen/erproben? LG, Yda Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 08. April 2008, 08:48:44 Liebe Yda, lieber Troll!
Im Gymnasium gibts auch männliche Lehrer, in den Volksschulen ganz selten. Es gab ja bei uns auch schon den (in meinen Augen völlig idiotischen) Vorschlag, männlichen Anwärtern auf Volksschullehrerposten die Wartezeit zu streichen, die im Moment bei 4 Jahren liegt. Das hieße, Männer würden die freien Lehrerposten sofort kriegen und Frauen nicht. Ich hoffe nur, dass das niemals durchgeht, wäre noch ein weiterer Schritt, um die Schere der Frauenbenachteiligungen noch weiter auseinanderklaffen zu lassen, als sie eh schon tut. Idiotisch ist dieser Vorschlag auch deshalb, weil er das Übel nicht an der Wurzel packt. Denn es lassen sich nun mal (fast) keine Männer als Volksschullehrer ausbilden. Weil der Beruf nicht sonderlich gut bezahlt wird und kein Prestigeberuf für einen Mann ist. DESHALB gibt es keine Lehrer und fast nur Lehrerinnen. Was mich in dem Artikel aber massivst gestört hat, war der (wohlweislich unausgesprochene aber sehr offensichtliche) Vorwurf, dass die Betreuung durch Frauen letztendlich an der Gewalttätigkeit der Jugendlichen schuld sei. Und das ist wieder mal typisch...Gebt den Müttern die Schuld, gebt den Lehrerinnen die Schuld, wenn Männer aggressiv sind. Und DAS bringt mich auf die Palme. Denn dass Kinder so brutal werden, hat ganz sicher nichts mit der weiblichen Betreuung zu tun, sondern eher damit, dass Gewaltvideos und Gewaltspiele am PC überhand nehmen - und DAS ist eine männliche Erfindung....Hier wird Schuldverschiebung betrieben, und zwar von der übelsten Sorte. Lg Spirit Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Yda am 08. April 2008, 11:16:18 Liebe Spirit,
das ist jetzt interessant! Ich sehe das aus einem ganz anderen Blickwinkel. Natürlich - die Frauen sind sicher nicht schuld, dass Jungs aggressiver auftreten. Dieses Kampfgebahren hängt ganz sicher mit dem Testosteron zusammen, was der männliche Körper nunmal produziert - egal, welche Erziehung der Junge grade bekommt. Und das will raus, das ist Zündstoff. Mittlerweile denke ich daher, dass es sicher richtiger ist, Jungs gleichwertig von Frauen UND Männern erziehen zu lassen. Nicht nur phasenweise, wie jetzt: Grundschule nur Frauen, spätere Schulen nur Männer. Das muss von Anfang an 50:50 sein, damit das für die Jungs und auch für die Mädels gut ist. Eine Frau kennt doch den männlichen Körper nicht aus eigener Erfahrung. Genauso umgekehrt das Beispiel: Als ich 13 war, das 2. Mal die Menstruation hatte, hatte ich solche Krämpfe, dass ich den männlichen Sportlehrer bat, mich bitte auf der Bank sitzen zu lassen. Nein, da kam die Antwort, das brauche er schriftlich von meiner Mutter oder vom Arzt bescheinigt! Morgens beim Frühstück, wo ich mir hätte einen Schrieb von meiner Mutter geben lassen können, hatte ich aber noch kein Bauchweh! Und für einen Arztbesuch hat es auch nicht gelangt! Und als krönender Abschluss: "Nu stell dich mal nicht so an, da muss jeder durch!" Ganz schön krass, oder? Und so denke ich, dass auch Frauen den Jungs sicher oft an Stellen weh tun, die wir als solche gar nicht erkennen, da uns das männliche Wesen fremd ist. Jungs waren auch schon VOR PC-Welten und Überreiz aus der Umwelt aggressiver, als Mädchen. Das liegt sicher in den Genen. Frauen/Mädchen muss ihren Körper schützen, da dieser Leben gebiert. Männchen kämpfen für das Überleben der Sippe notfalls mit dem Speer. Wir stammen nun mal aus dem Tierreich. Wer weiß, wie lange die Evolution noch braucht, um diese Urtriebe im Menschen abzuschalten? LG, Yda Titel: Re: Sind Jungs duemmer ??? Beitrag von: Spirit am 08. April 2008, 21:35:43 Liebe Spirit, das ist jetzt interessant! Ich sehe das aus einem ganz anderen Blickwinkel. Natürlich - die Frauen sind sicher nicht schuld, dass Jungs aggressiver auftreten. Liebe Yda! Genau das habe ich aus dem Artikel allerdings herausgelesen, und zwar vor allem in folgenden Zeilen: Zitat SPIEGEL ONLINE: Sollen etwa Eltern, Erzieher, Lehrer aggressive Jungs einfach prügeln lassen? Bergmann: So lange es ungefährlich ist, unbedingt. Das ist Erlernen von sozialen Verhaltensweisen. Jungs sind schon im zarten Alter von zwei bis vier Jahren völlig anders als Mädchen. Sie müssen ihre Erfahrungen mit dem Raum um sie herum auch mit männlicher Wucht machen können. Wenn das blockiert wird, wird die kognitive und soziale Entwicklung eines Jungen gehemmt. Gleichzeitig werden sie dann eingehüllt in diese weibliche harmonische Lebenswelt, die ihnen unendlich auf den Keks geht. Weiblich ist auch mütterlich, das darf dabei nicht vergessen werden - und eine Frau ist meistens auch gleichzeitig Mutter. Das würde bedeuten, dass Mütter Söhne nicht erziehen können. Weil sie eben eine "weibliche harmonische Lebenswelt" haben - das, was der Autor kritisiert, denn Jungs sollen "mit männlicher Wucht" Erfahrungen machen können. Alleine schon die Aussage, dass "aggressive Kinder" unbedingt prügeln dürfen, weil sie dadurch (!) "soziale Verhaltensweisen" erlernen, finde ich schlichtweg empörend. Wohlgemerkt, es ging hier nicht um balgende Jungs, sondern definitiv um "aggressive" Kinder. Zitat Dieses Kampfgebahren hängt ganz sicher mit dem Testosteron zusammen, was der männliche Körper nunmal produziert - egal, welche Erziehung der Junge grade bekommt. Und das will raus, das ist Zündstoff. Da gebe ich Dir unwidersprochen recht - ob nun die Lehrer männlich oder weiblich sind, hat damit sicher nichts zu tun. Zitat Mittlerweile denke ich daher, dass es sicher richtiger ist, Jungs gleichwertig von Frauen UND Männern erziehen zu lassen. Nicht nur phasenweise, wie jetzt: Grundschule nur Frauen, spätere Schulen nur Männer. Das muss von Anfang an 50:50 sein, damit das für die Jungs und auch für die Mädels gut ist. Das Problem dabei, wie schon angesprochen, ist ein ganz simples: Volksschul(=Grundschul)lehrer werden nicht besonders gut bezahlt, und haben kein besonderes Image und schon gar keine Karrieremöglichkeiten (bis auf den Direktorsposten, aber da warten halt schon viele drauf) - damit fällt dieser Beruf für die meisten Männer flach - denn gerade die Grundschule wird noch eher als Erziehungsarbeit gesehen, und das sollen die Frauen machen..... Zitat Eine Frau kennt doch den männlichen Körper nicht aus eigener Erfahrung. Genauso umgekehrt das Beispiel: Als ich 13 war, das 2. Mal die Menstruation hatte, hatte ich solche Krämpfe, dass ich den männlichen Sportlehrer bat, mich bitte auf der Bank sitzen zu lassen. Nein, da kam die Antwort, das brauche er schriftlich von meiner Mutter oder vom Arzt bescheinigt! Morgens beim Frühstück, wo ich mir hätte einen Schrieb von meiner Mutter geben lassen können, hatte ich aber noch kein Bauchweh! Und für einen Arztbesuch hat es auch nicht gelangt! Und als krönender Abschluss: "Nu stell dich mal nicht so an, da muss jeder durch!" Ganz schön krass, oder? Das finde ich schlimm....möglicherweise könnte das auch sein, dass das nichts mit der Unkenntnis von der weiblichen Anatomie zu tun hatte, sondern mit einer ganz einfachen männlichen Eigenart: Ein Indianer kennt keinen Schmerz....hätte ein Junge die Schmerzen gehabt, wäre dieser "nette" Lehrer sicher auch nicht verständnisvoller gewesen....Auf gut Deutsch: Das muss ein unmöglicher Klotz gewesen sein.... ::) Zitat Und so denke ich, dass auch Frauen den Jungs sicher oft an Stellen weh tun, die wir als solche gar nicht erkennen, da uns das männliche Wesen fremd ist. Ich weiß nicht, Yda...Ich würde als Frau einem Jungen, der Kopfschmerzen hat, auch nicht Hilfe verweigern, genausowenig einem Mädchen, das Menstruationskrämpfe hat....ich versteh da die Sorgen von Deiner Seite her nicht ganz. Ich meine rücksichtslose Lehrer gabs immer und wirds immer geben, aber die sind dann sicher nicht geschlechtsspezifisch rücksichtslos, sondern einfach immer kalt und verständnislos. Und im Gegenzug mütterliches, wohlwollendes Verhalten wird doch einem Jungen nicht schaden? Zitat Jungs waren auch schon VOR PC-Welten und Überreiz aus der Umwelt aggressiver, als Mädchen. Das liegt sicher in den Genen. Frauen/Mädchen muss ihren Körper schützen, da dieser Leben gebiert. Männchen kämpfen für das Überleben der Sippe notfalls mit dem Speer. Wir stammen nun mal aus dem Tierreich. Wer weiß, wie lange die Evolution noch braucht, um diese Urtriebe im Menschen abzuschalten? Ich weiß es nicht, Yda. Die Unterschiede wirds wahrscheinlich noch in tausenden von Jahren geben, weil sie sich bewährt haben. Und ich hätte nix dagegen, wenn es mehr männliche Lehrer gäbe - das ist nicht der Punkt. Sollen mehr männliche Lehrer her, ja, warum nicht... Ich hab nur irgendwie ein sehr, sehr ungutes Gefühl, wenn von dem Autor argumentiert wird, dass die Männlichkeit (bzw. das was er darunter versteht) in der Schule unterdrückt werden würde, nur weil aggressive Jungs nicht prügeln dürfen....sondern sich so verhalten müssen, dass niemand anderer zu Schaden kommt. DAS ist mir echt suspekt - wenn unter Männlichkeit in erster Linie das Ausleben von Aggressionen verstanden wird und gleichzeitig Verständnis und soziales Verhalten als "weibliche harmonische Verhaltenswelt" abgelehnt (!) wird, da läuten bei mir schon alle Alarmglocken dem Autor gegenüber.... Und wer sagt denn, dass Frauen automatisch Jungs falsch oder schlechter behandeln würden? Die meisten Lehrerinnen haben doch auch Kinder, und sicher nicht nur Mädchen.... Es geht mir um eine sehr prinzipielle Botschaft des Autors: Heute wäre die Forderung, Jungs nur von männlichen Lehrern unterrichten zu lassen, später nur von männlichen Professoren, noch später wird gefordert, dass in der Firma, in der sie arbeiten, nur männliche Kollegen vorhanden sein dürfen, weil die weiblichen Verhaltensweisen Komplexe auslösen könnten...weisst Du, woraus ich hinaus will? Ich erinnere mich noch sehr gut an das Buch "Mann, Du bist gut!" das in den 80ern erschienen war - hier waren ganz ähnliche Ansätze. Die Forderung z.B., dass nur Männer die Jungs erziehen dürfen. Frauen würden das falsch machen, weil sie sich in dem männlichen Hierarchiedenken nicht auskennen. Jungs müssten von Beginn weg nur beim Vater sein, mit in den Job genommen werden (wo idealerweise natürlich auch nur Männer arbeiten), später mit dem Papa ins Puff gehen.....So ähnlich sieht die Konsequenz aus, wenn man den Artikel des Autors zu Ende denkt. ::) Liebe Grüße Spirit |