Danke, lieber Ady!
Hochinteressant!!!
Der Herr Flynn unterrichtet Moralphilosophie. Darüber wüsste ich gern mehr!
Ady, dein Gedanke, dass Reizüberflutung die Intelligenz beeinträchtigt bzw. niedergehen lässt, erscheint mir korrekt.
Die Intelligenz an sich wohl nicht, aber deren Entwicklung!
Das hat mit dem Faktor Zeit sicher auch viel zu tun.
Wir sammeln eine Flut von Informationen, die nicht mehr konkret zu Ende gedacht werden, da wir auf Info-Sammel-Jagd sind. Nicht zu Ende gedacht heißt ja auch, dass sich nichts ergibt daraus. Auch, dass sich nichts setzen kann. Es entsteht kein neues umfangreiches Wissen, sondern wir haben sozusagen ein gepflegtes Halbwissen.
Der Interviewte gab dafür das Beispiel Bücherlesen an.
Lesen von Büchern GIBT Zeit. Inhalt wird nicht als Kurzzusammenfassung übertragen sondern an Hand von Beispielen nachfühlbar gestaltet und durch den Zeitfaktor beim Lesen besser abgespeichert.
Ich ertappe mich auch oft dabei, Info-Hopping zu betreiben.
Lese etwas in einem thread, beantworte z. B. mit "hab ich auch was gelesen, irgendwo abgespeichert, sehe ich nachher mal nach...", gehe aber nicht nachsehen, weil schon wieder irgendwo neue Infos "warten", von mir gelesen zu werden. DAS IST DOCH KRANK!!!
Für mich selbst hab ich das schon erkannt, muss aber endlich anfangen, strikt dran zu arbeiten.
Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Welt so detalliert, wie sie nun schon erforscht ist, nicht mehr KOMPLETT für jeden in allen Einzelheiten erkannt, gelernt und gelebt werden kann.
Besser also, jeder sucht sich ein Gebiet heraus, wo er sich sozusagen beheimatet fühlt, und lebt das, aber dann auch gründlich.

Mein Wunsch ist es, dass die Schulbildung für unsere Nachkommen besser angepasst wird. Dass alte, immer noch gültige Grundwerte erhalten bleiben, dass kein absoluter Kultur- und Traditionsverfall passiert. Ich wünsche mir z.B., dass auch in 100 Jahren noch gedruckte Bücher gelesen werden. Weil sie einfach bilden. - siehe oben -
Dein Beitrag war sehr wertvoll für mich. DANKE!

LG, Yda