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Nicht mehr wegzudenken !
    
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T.M.O.D. (the master of disaster)
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« Antworten #1 am: 01. April 2007, 12:44:11 » |
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So und hier der Rest!
Kunstgriff 20 (den Schluss selber ziehen)
- Wenn wir dem Gegner die Vordersaetze abgefragt haben und er sie zugegeben hat, so sollten wir den Schluss daraus nicht etwa auch noch abfragen, sondern geradezu selbst ziehen. Ja sogar wenn von den Vordersaetzen noch der eine oder der andere fehlt, so nehmen wir ihn doch als gleichfalls eingeraeumt an und ziehen selber den Schluss daraus (welches dann eine Anwendung der fallacia non causae ut causae ist). - *braucht keine weitere Erklaerung -
Kunstgriff 21 (immer ein Argumentum ad hominem zurueckgeben)
*Kurz: Sophismen mit Sophismen beantworten, Argumentum ad hominem immer mit Gegenargumenten ad hominem beantworten, ueberhaupt ist es besser, immer mit einem argumentum ad hominem zu antworten: das spart meist argumentativen Aufwand. -
Kunstgriff 22 (Argument als Satz vom zureichenden Grund ausgeben)
- Fordert der Gegner, dass wir etwas zugeben, woraus das in Streit stehende Problem unmittelbar folgen wuerde, so lehnen wir es ab, indem wir es fuer eine petitio principii (hier: Satz vom zureichenden Grund) ausgeben (meint: Die Begruendung ist voellig ausreichend), denn er und die Zuhoerer werden einen dem Problem nahe verwandten Satz leicht als mit dem Problem identisch ansehen: und so entziehen wir ihm sein bestes Argument. - *braucht keine weitere Erklaerung -
Kunstgriff 23 (den Gegner zur Uebertreibung reizen)
*Kurz: Den Gegner durch Widerspruch und Streit zur Uebertreibung reizen und dann die Uebertreibung widerlegen.
Will uns der Gegner jedoch zur Übertreibung reizen, dann sage: Soviel habe ich gesagt und nicht mehr. -
Kunstgriff 24 (verfängliche Konsequenzmacherei erzwingen)
*Kurz: Aus dem Satz des Gegners durch falsche Folgerungen und Verdrehung der Begriffe Sätze erzwingen, die nicht darin liegen und gar nicht die Meinung des Gegners sind: verfängliche Konsequenzmacherei erzwingen -
Kunstgriff 25 (Apagoge durch eine Instanz)
*Kurz: Falsche Instanz, falsches exemplum in contrarium. Bei Instanzen, die der Gegner macht, beachten: - #Ist das Beispiel wirklich wahr? - #gehört es wirklich unter den Begriff der aufgestellten Wahrheit? - #steht das Beispiel wirklich im Widerspruch mit der aufgestellten Wahrheit? - #All dies ist oft nur scheinbar. -
Kunstgriff 26 (Spieß umdrehen zu einem Gerade-Weil-Argument)
- Ein brillianter Streich ist die retorsio argumenti: wenn das Argument, das der Gegner für sich gebrauchen will, besser gegen ihn gebraucht werden kann und wenn er z.B. sagt: «es ist ein Kind, man muss ihm was zu gute halten» dann benutze man die retorsio (salopp gesagt: Retourkutsche): eben weil es ein Kind ist, muss man es züchtigen, damit es nicht verhärte in seinen bösen Angewohnheiten. - -
*Kurz: Mit einem Retorsio argumenti (Retourkutsche): antworten: mit besseren Gründen den argumentativen Spieß umdrehen zu einem Gerade-Weil-Argument. -
Kunstgriff 27 (wenn der Gegner böse wird hat man eine schwache Stelle entdeckt)
- Wird bei einem Argument der Gegner unerwartet böse, so muss man dieses Argument eifrig urgieren: nicht bloß weil es gut ist, ihn in Zorn zu versetzen, sondern weil zu vermuten ist, dass man die schwache Seite seines Gedankenganges berührt hat und ihm an dieser Stelle wohl noch mehr anzuhaben ist, als man vor der Hand selber sieht. - *braucht keine weitere Erklärung -
Kunstgriff 28 (unsachkundige Argumente vorbringen)
*Kurz: Unsachkundige Argumente nur im Blick der Hörer vorbringen: ein ungültiger Einwurf, dessen Ungültigkeit aber nur der Sachkundige einsieht, der Hörer aber nicht, wird so in ihren Augen geschlagen. Besonders wirksam, wenn der Einwurf die Behauptung des Gegners lächerlich macht. -
Kunstgriff 29 (Diversion)
*Kurz: Merkt man, dass man geschlagen wird so macht man eine Diversion; d.h. man fängt mit einem Male von etwas ganz anderem an und tue so, als gehöre es zur Sache und wäre ein Argument gegen den Gegner. Oder man werde gar persönlich, zänkisch, beleidigend. Im Disputieren ist derlei üblerweise allgemein gebräuchlich auch ohne Kenntnis der Eristischen Kunstgriffe. -
Kunstgriff 30 (Autoritäten statt Gründe angeben)
*Kurz: Argumentum ad verecundiam (ein an die Ehrfurcht gerichtetes Argument). Statt der Gründe gebe man Autoritäten nach Maßgabe der Kenntnisse des Gegners. Es wird für ihn (den Gegner) desto mehr gültige Autoritäten geben, je beschränkter seine Kenntnisse und Fähigkeiten sind. Mögliche Autoritäten sind: Berühmte Personen, Fachleute, Experten, Titelträger, allgemeine Vorurteile, griechische und lateinische Floskeln und die allgemeine Meinung. -
Kunstgriff 31 (sich mit feiner Ironie für inkompetent erklären)
*Kurz: Wo man gegen die dargelegten Gründe des Gegners nichts vorzubringen weiß, erkläre man sich selbst mit feiner Ironie für inkompetent. Dadurch erweckt man bei den Zuhörern, bei denen man in Ansehen steht, den Eindruck, dass es Unsinn ist. - Der Gegenstreich ist: „Erlauben Sie, bei Ihrer großen Penetration muss es Ihnen ein leichtes sein es zu verstehen, und so kann nur meine schlechte Darstellung Schuld daran sein. -
Kunstgriff 32 (Gegenargument verdächtig machen)
*Kurz: Subsumtion unter eine verhasste Kategorie: z.B.: „Das ist Idealismus, Rationalismus, Spiritualismus, Mystizismus, Esoterik etc.“ Wir nehmen dabei zweierlei an: - :# dass jene Behauptung wirklich identisch oder wenigstens enthalten sei in jener Kategorie, rufen also aus: oh, das kennen wir schon! – und - :# dass diese Kategorie schon ganz widerlegt sei und kein wahres Wort enthalten könne. -
Kunstgriff 33 (Konsequenz leugnen)
- Sagen Sie: Das mag in der Theorie richtig sein, in der Praxis ist es jedoch falsch. - Durch dieses Sophisma gibt man die Gründe zu und leugnet doch die Folgen. - - Wenn die Theorie wirklich richtig ist, muss es nämlich auch in der Praxis zutreffen. - - *braucht keine weitere Erklärung -
Kunstgriff 34 (nachhaken bei vermutlich faulen Punkten)
- Wenn der Gegner Gegenfragen stellt, keine direkten Antworten gibt, ausweicht, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass wir auf einen faulen Punkt getroffen haben. Der von uns angeregte Punkt ist also zu urgieren und den Gegner nicht vom Fleck zu lassen, selbst wenn wir noch nicht genau wissen, worin eigentlich die Schwäche besteht, die wir getroffen haben. - - *braucht keine weitere Erklärung -
Kunstgriff 35 (Dein Argument widerspricht Deinem Interesse)
*Kurz: Argumentum ab utili. Kann man dem Gegner fühlbar machen, dass seine Meinung, wenn sie gültig würde, seinem Interesse – oder dem Interesse seiner Sekte, seinem Club, seiner Partei etc. - merklich Abbruch täte, so wird er sie so schnell fahren lassen wie ein heißes Eisen, das er unvorsichtigerweise ergriffen hatte. -
Kunstgriff 36 (Gegner durch hochgestochenen Wortschwall verdutzen)
*Kurz: Den Gegner durch sinnlosen, hochgestochenen Wortschwall verdutzen, verblüffen, außer Gefecht setzen. -
Kunstgriff 37 (sachlich richtig: Beweisführung falsch anführen)
*Kurz: Wenn der Gegner in der Sache recht hat, aber einen schlechten Beweis wählt, dann den Beweis widerlegen und dies für die Widerlegung der Sache ausgeben. (Hier wird ein argumentum ad hominem für ein argumentum ad rem ausgegeben.) -
Kunstgriff 38 (persönlich beleidigend werden)
*Kurz: Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird: persönlich, beleidigend, grob werden (Argumentum ad personam, im Unterschied zum Argumentum ad hominem). - -
Ergänzt am 29.02.2008 durch Admin ----
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