Kreativ-Forum  DAS Kreativforum für Kreative, Freigeister und Aufgeschlossene
03. Dezember 2008, 08:38:15 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
News: ACHTUNG: Die "Nordlichter" veranstalten ein Forumstreffen -- Hier klicken für Info!!!
 
 
   Übersicht   Kreativ-Galerie Hilfe Kalender Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Immanuel Kant - Aufklärung, Mündigkeit, Unmündigkeit  (Gelesen 604 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
YumeNoNeko
Mittlerer Kreis
***

Bewertung: 237
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 182


Ernannte Forumsoberdichterin (by Yda)


WWW

Ignoriere
« am: 06. Oktober 2008, 00:44:59 »

Ich habe auf der RS praktische Philosophie gehabt, was mich doch sehr interessierte. Unter anderem lernte ich dort Immanuel Kant kennen. Das mit dem folgenden Text:

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. 'Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!' ist also der Wahlspruch der Aufklärung."

Nun wollte ich eine Diskusion starten:
- verständlich/ einleuchtend?
- Wie seht ihr das, richtig, falsch, oder veränderlich (in Philo umschrieben mit eine These a) verifizieren b) falsifizieren c) modifizieren)
- Was bedeutet Unmündigkeit / Mündigkeit für euch?
- Aufklärung, was haltet ihr von diesem Ausgangspunkt?
- Wie passt die Kirche hier ins Bild?
- Ist die Kirche / der Glaube damit vereinbar?
und alles was euch dazu einfällt

Ich hoffe ich stoße (wie in Religion bei manchen Klassenkammeraden) hier nicht zu sehr auf Stöhnen und Grausen. Ich würde mich über eine rege Diskusion und viele Meinungen freuen!!

LG Yume
Gespeichert

In meinem Kopf sind Spiegelscherben
Taumeld stürz ich ins Verderben
Zwischen Tod und ewig Leben
Muss es etwas drittes geben...

Gib, aber gib niemals auf!
Administrator
______________
Administrator
Nicht mehr wegzudenken !
******

Bewertung: 3740
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 4.569


T.M.O.D. (the master of disaster)


WWW
« Antworten #1 am: 06. Oktober 2008, 21:33:01 »

Zitat von: Yume
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. 'Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!' ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Interessantes Thema, Yume!
Kant "at his best", könnte man da sagen... Obwohl man eigentlich annehmen könnte, dass die Aufklärung schon voll durchgegriffen hat, ist das Gedankengut von Kant heute noch immer aktuell, wenn auch der Ansatz beim heutigen "modernen" Menschen ein wenig anders ist.
Es scheint so, als ob wir in der demokratischen Umgebung von heute eigentlich kein direktes Manko an politischer Mündigkeit hätten, da wir ja angehalten sind, unsere politische Meinung von Zeit zu Zeit abzugeben.... obwohl sich eigentlich genau genommen de facto nicht viel geändert hat, die Politik hat uns Stimmvieh voll im Würgegriff und manipuliert uns eigentlich dahingehend, uns vorzuspiegeln, wir wären mündige Bürger.  Und wir unterwerfen uns immer wieder dieser eigentlich noch immer feudalen Situation, in der wir zu bequem und zu faul sind, um selber Verantwortung zu übernehmen und die Entscheidungen anderen zu überlassen.....

Nun zu den Fragen, ja mir leuchten Kants Gedanken vollkommen ein, wenn man auch die eigene Bequemlichkeit nicht unterschätzen sollte.
Mündigkeit bedeutet unter anderem auch Zivilcourage gegenüber "Mächtigeren", wenn Unrecht passiert.
Die Kirche war (und ist eigentlich noch immer)  ein grundsätzlicher Gegner der Aufklärung (siehe Giordano Bruno, Galileo Galilei), schon allein der Name "Aufklärung" sagt, dass Wissen verbreitet werden soll, Aufklärung über jahrtausendealte Lügen und Hirngespinste. Das war und ist nicht im Sinne der verkrusteten Machtstrukturen der Kirche.

LG Admin


Gespeichert

Spirit
Nicht mehr wegzudenken !
*****

Bewertung: 4900
Online Online

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.452





Ignoriere
« Antworten #2 am: 20. Oktober 2008, 07:53:30 »

Nun wollte ich eine Diskusion starten:
1.) - verständlich/ einleuchtend?
2.) - Wie seht ihr das, richtig, falsch, oder veränderlich (in Philo umschrieben mit eine These a) verifizieren b) falsifizieren c) modifizieren)
3.) - Was bedeutet Unmündigkeit / Mündigkeit für euch?
4.) - Aufklärung, was haltet ihr von diesem Ausgangspunkt?
5.) - Wie passt die Kirche hier ins Bild?
6.) - Ist die Kirche / der Glaube damit vereinbar?
und alles was euch dazu einfällt


Liebe Yume!

Hätt ich fast was Interessantes übersehen... Rotwerden

1.) Die Kantsche Ausdrucksweise liegt mir nicht besonders, da krieg ich immer einen Knopf im Sprachzentrum, wenn ich ihn lese...

2.) c) modifizieren. Kant spricht von "selbstverschuldeter" Unmündigkeit und ich bezweifle, dass es so etwas überhaupt gibt.

3.) Unündigkeit/Mündigkeit bedeutet für mich, Verantwortung übernehmen zu wollen

4.) Da ist jetzt der Kantsche Knopf, was versteht er darunter GENAU? Kann Aufklärung jemals objektiv sein und nicht manipulierenwollend?

5.) Die Kirche ist ein Machtinstrument, das manipulativ arbeitet, wird also aus der Natur der Sache an Mündigkeit nicht viel Interesse haben.

6.) Dieser Glauben nicht. Ich denke jetzt an die Christen. Denn solange es zu einer Abspaltung kommen muss (durch die Glaubensvorstellungen), d.h. etwas von mir abgespalten werden muss, weil es "schlecht" oder "böse" ist, ist es unmöglich, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Die Christen haben das in ihrer Religion verankert, dass es gut und böse gibt UND dieses bewertet wird. Dadurch ergibt sich zwangsläufig beim Gläubigen die Tendenz, eigenes als "gut" zu betrachten, Fremdes jedoch als "schlecht" - die Trennung muss gemacht werden, um den Lohn dafür zu erhalten - den Himmel. Und so ist es gar nicht möglich, sich selbst SO zu sehen, wie man wirklich ist - mit allen Anteilen, die ein Mensch haben kann, egal ob gut oder schlecht. Und jeder Mündigkeit wird somit ein Riegel vorgeschoben.

Liebe Grüße
Spirit
Gespeichert

Wenn Du etwas nicht willst, gibt es Gründe, wenn Du etwas willst, gibt es Wege...
11
Forums-Urgestein
******

Bewertung: 700
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.288





Ignoriere
« Antworten #3 am: 20. Oktober 2008, 21:37:23 »

Folgendes ist sehr treffend gesagt . dank Spirit  Smiley

Zitat
Die Christen haben das in ihrer Religion verankert, dass es gut und böse gibt UND dieses bewertet wird. Dadurch ergibt sich zwangsläufig beim Gläubigen die Tendenz, eigenes als "gut" zu betrachten, Fremdes jedoch als "schlecht" - die Trennung muss gemacht werden, um den Lohn dafür zu erhalten - den Himmel. Und so ist es gar nicht möglich, sich selbst SO zu sehen, wie man wirklich ist - mit allen Anteilen, die ein Mensch haben kann, egal ob gut oder schlecht. Und jeder Mündigkeit wird somit ein Riegel vorgeschoben.
11

Gespeichert


Nichts ist einfacher, als sich schwierig auszudrücken, und nichts ist schwieriger, als sich einfach auszudrücken.
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.5 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS