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Autor Thema: Die Zukunft der Finanzmärkte (und des Kapitalismus?)  (Gelesen 627 mal)
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« am: 21. September 2008, 18:55:45 »

Hi meine Lieben,

ihr werdet sicher die Finanzkrise der letzten Wochen mitgekriegt haben, ein Kursabsturz nach dem anderen, kaum eine große Finanzgesellschaft, egal welcher Art, die nicht in Schwierigkeiten steckt, die eine oder andere ist bereits bankrott.... die Börsen der Welt erzittern in ihren Grundfesten, die Kurse sind auf desaströsem Tiefstand.

Und da beginnt die amerikanische Regierung mit Maßnahmen, die eindeutig kommunistisch zu nennen sind: Eine große Versicherung, die ins Trudeln gerät, wird verstaatlicht.
Weiters stellt man dem risikoreichen Anlagemarkt noch 700 Milliarden Dollar oder auch mehr als Finanzspritze zur Verfügung. Steuergelder sind das, mit denen Risikopapiere gekauft werden sollen, das ist natürlich auch eine Art von Verstaatlichung. Der Staat = Bürger besitzt dann Aktien, man legt riskante Papiere in die Hände des steuerzahlenden Bürgers.

Ich sehe mit diesen Maßnahmen auch das Ende einer Ära gekommen: Die Ära der freien Finanzmärkte und des "Laissez-faire" dem Turbokapitalismus gegenüber.
Das Ende eines verantwortungslosen und desaströsen Geschäftsmodells! Das ganze Finanzsystem der USA ist unglaubwürdig geworden, und natürlich auch eine konservative Regierung, die nur zu Nothandlungen fähig ist.

Das könnte bedeuten, dass die Finanzmärkte in den USA, aber auch im Rest der Welt in Zukunft unter staatliches Kuratel gestellt werden und dass die Zeiten der Extremspekulationen, der Heuschrecken und verantwortungslosen Luftblasen vorbei ist. Ein Hoffnungsschimmer ??
Ist der herkömmliche Kapitalismus am Ende?

LG Admin

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Yda
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« Antworten #1 am: 21. September 2008, 21:32:43 »

... Ich sehe mit diesen Maßnahmen auch das Ende einer Ära gekommen: Die Ära der freien Finanzmärkte und des "Laissez-faire" dem Turbokapitalismus gegenüber.
Das Ende eines verantwortungslosen und desaströsen Geschäftsmodells! Das ganze Finanzsystem der USA ist unglaubwürdig geworden, und natürlich auch eine konservative Regierung, die nur zu Nothandlungen fähig ist.

Das könnte bedeuten, dass die Finanzmärkte in den USA, aber auch im Rest der Welt in Zukunft unter staatliches Kuratel gestellt werden und dass die Zeiten der Extremspekulationen, der Heuschrecken und verantwortungslosen Luftblasen vorbei ist. Ein Hoffnungsschimmer ??
Ist der herkömmliche Kapitalismus am Ende?

LG Admin

Lieber Admin,
danke schön für deine Betrachtungen!
Ich überblicke das ehrlich gesagt nicht so komplex wie du,
aber deine Ausführungen leuchten mir ein.

Wenn an dem so ist, dass der Kapitalismus nun so total am Boden ist, können wir das ja ansich begrüßen.
Nur was kommt danach?

Und was wird, wenn die Steuergeldreserven erschöpft sind?
Dann bleiben Finanzlöcher offen. Und dann?

Ist das dann der Exodus, der öfter angemahnt wurde? Wie genau wird das aussehen?
Kommen dann rasante Firmenpleiten auf uns zu, die das Angebot der momentan viel zu vielen Warensortimente verkleinern? Kommen wir dann wieder weg von der Wegwerfgesellschaft?

Nachdenkliche Grüße von Yda
« Letzte Änderung: 21. September 2008, 21:35:51 von Yda » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 22. September 2008, 09:07:20 »

Lieber Admin!

Der Gedanke, dass hier etwas eigentlich sehr Peinliches passiert, nämlich dass eine kapitalistische Gesellschaft dann, wenns eng wird, zu kommunistischen Gegenmaßnahmen greift, ist mir auch schon gekommen.

Nur über die Konsequenzen hab ich mir noch nicht Gedanken gemacht, ich verharrte weiterhin im großen Staunen. Cheesy

Irgendwie könnte das ja auch in Mode kommen. Denn das Geld, das verloren ist, ist ja nicht "weg" - auch wenn scheinbar alle Verluste gemacht haben - irgendwo muss doch dann einer/mehrere sitzen, der den Megagewinn mit dieser Aktion gemacht hat?

Oder sehe ich das falsch? Ich bin wahrscheinlich zu sehr Laie, aber bei Börsengschichtln gibts doch, wenn es Verlierer gibt, auch logischerweise einen Gewinner, oder?

Liebe Grüße
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Yda
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« Antworten #3 am: 22. September 2008, 16:17:47 »

Hi,
in anderen Foren spricht man von einer zu erwartenden Hyperinflation und dem vollständigen Niedergang des USD und somit aller Währungen!

Zum Nachlesen einfach mal ein link für den Interessierten: http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=87973

Ich bin nur drübergeflogen, da ich zugegebenermaßen zu wenig davon verstehe.

LG, Yda
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« Antworten #4 am: 22. September 2008, 18:55:23 »

Zitat von: Yda
in anderen Foren spricht man von einer zu erwartenden Hyperinflation und dem vollständigen Niedergang des USD und somit aller Währungen!

Ich glaube daran nicht, das ist viel Panikmache und "bauchbewegtes" Denken dabei.
Das ganze ist bei weitem keine Weltwirtschaftskrise sondern nur eine veritable amerikanische Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten. Eine Blase voller Kredite speziell auf Immobilien, die irgendwann einmal platzen musste. Die Wolfsnatur der Finanzmärkte.....  Verrückt
Amerika lebte und lebt immer auf Pump und das fällt ihnen jetzt auf den Kopf. Das Ganze hat mit der europäischen und asiatischen Wirtschaft eigentlich weniger zu tun, leider gibt es natürlich Verstrickungen und Geschäfte zwischen all diesen Finanzmärkten und daher wird die Krise auch außerhalb Amerikas schmerzlich bewusst.

Es kommt dadurch, wenn es in Amerika wirklich zu bunt zugeht (und es sieht danach aus), zu einer wesentlichen Entkopplung der Finanzmärkte und eben zu der schon beschriebenen stärkeren Kontrolle mit Eindämmung der reinen Spekulationsgeschäfte. Und hoffentlich zu einem Umdenken, welches die Welt langfristig von der Geisel der Börsen befreien könnte (starker Tobak, aber man wird sich ja noch was wünschen dürfen  Smiley)

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Gondwana
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« Antworten #5 am: 24. September 2008, 20:45:22 »

Alex Jones im Gespräch mit dem im Jahre 2007 verstorbenen Filmemacher Aaron Russo über Rockefeller und die NWO (Neue Weltordnung)

http://www.infofaktor.de/video/video.inc.php?w=750&h=602&path=videos&datname=7567094269982045905&title=Aaron%20Russo%20im%20Interview%20mit%20Alex%20Jones&portal=google



« Letzte Änderung: 24. September 2008, 20:46:34 von Gondwana » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 28. September 2008, 11:32:25 »

Jetzt scheint es wahr zu werden, die 700 Milliarden Finanzhilfe werden vom Kongress lockergemacht! Ob es nütz, wird die Zukunft zeigen, ich befürchte ein Fass ohne Boden, vor allem ohne rigorose Kontrolle der Geldflüsse.
http://www.zeit.de/online/2008/40/finanzkrise-rettungspaket-vor-durchbruch
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« Antworten #7 am: 26. Oktober 2008, 09:51:18 »

Inzwischen ist ja einiges passiert, meine Einschätzung ein paar Beiträge weiter unten war nicht ganz richtig und auch zu optimistisch  Sad , auch die europäischen und asiatischen Finanzmärkte sind stark betroffen, sogar in einem kleinen Land wie Österreich wird ein 100 Milliarden Euro Paket geschnürt (im Vergleich dazu ist das US Paket eigentlich lächerlich)
Banken auch in Europa kommen ins Trudeln und müssen aufgefangen werden, die ganze Welt steht im Bann dieser Ereignisse. Meiner Anschauung nach wäre es jetzt an der Zeit, grundlegende Änderungen für Finanz- und Börsen durchzusetzen. Bis jetzt gibt es aber nur Kosmetik und Maßnahmen, die sowieso auch ohne Krise schon längst notwendig gewesen werden (Verbot von Leerverkäufen z.B.)
Ich fürchte, dass wir (die Steuerzahler dieser Erde) nun die Rechnung für alles bezahlen müssen, was an Mist hier gebaut wurde. Und wir haben Regierungen, die zwar in unserem Namen handeln, aber nicht in unserem Interesse sondern nach wie vor im Interesse der Lobbys, die teilweise an dem Schlamassel schuld sind.
Dadurch könnte es zu einer riesigen Umverteilung kommen, aber in die völlig falsche Richtung. Ich hoffe, den Regierungen ist bewusst, dass auch sie nicht auf Sand bauen dürfen, denn wenn die Armut = Unzufriedenheit zu groß wird, werden paradoxerweise die Rechtsparteien überall die Oberhand kriegen (Beispiel Wahl Österreich).
Außerdem kann ich mich an eine Studie erinnern (weiß leider nicht mehr die Koordinaten), nach der nach dem Erreichen eines gewissen Armuts - Unzufriedenheitslevels (ich glaube mich an 30 oder 40% erinnern zu können) sogar revolutionäre Bewegungen wieder möglich werden.

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« Antworten #8 am: 26. Oktober 2008, 10:05:37 »

Dazu noch ein guter Artikel von Andrea Böhm in der Zeit

http://www.zeit.de/2008/44/Wunschwelt-nach-der-Krise?page=1

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Yda
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« Antworten #9 am: 26. Oktober 2008, 10:51:50 »

Lieber Admin,
danke schön für die neue Zusammenfassung und den interessanten link!

Endlich wird auch öffentlich zugegeben, dass Deutschland vor einer Rezession steht.
http://de.news.yahoo.com/2/20081014/tbs-d-konjunktur-finanzen-banken-f41e315.html

Mich erstaunt es, wie die einzelnen Staaten es schaffen, so riesige Summen zur Verfügung zu stellen,
um die Banken zu stützen. Woher nehmen sie plötzlich diese Reserven, wo doch immer über die Staatsverschuldung geklagt wurde, die jaaaaa nicht noch zunehmen dürfe...?

Ich befürchte auch, dass der normale Arbeitnehmer und Steuerzahler letztendlich alles bezahlen muss.
Die Verursacher haben alles verschleudert und sich ein reiches Leben gemacht...

LG, Yda
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« Antworten #10 am: 26. Oktober 2008, 16:43:59 »


Mich erstaunt es, wie die einzelnen Staaten es schaffen, so riesige Summen zur Verfügung zu stellen,
um die Banken zu stützen. Woher nehmen sie plötzlich diese Reserven, wo doch immer über die Staatsverschuldung geklagt wurde, die jaaaaa nicht noch zunehmen dürfe...?


Ja, genau - das sehe ich auch so. Bei uns wurde locker eine Riesensumme versprochen, um die Banken abzusichern. Aber für den kleinen Mann ist angeblich "überhaupt nichts da außer Schulden".... cool1

Auch wenn ein kommunistischer Ansatz offensichtlich die Welt gerade rettet, wird es nur getan, um den Kapitalismus weiterführen zu können. Roll Eyes

Ich bin nur neugierig, wie eng der einzelne Kleine den Gürtel schnallen wird müssen, damit ein paar Reiche vor Verlusten gerettet werden.

Lg
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« Antworten #11 am: 26. Oktober 2008, 20:48:00 »

Das folgende gehört eigentlich in die Ecke "Skurriles", aber vom Thema her ist es hier anzusiedeln:  Shocked

Ifo-Chef vergleicht Kritik an Managern mit Antisemitismus

Ifo-Präsident Sinn hält Manager für unschuldig: Er macht einen Systemfehler verantwortlich für die Finanzkrise. In einem Zeitungsinterview sagte Sinn, in der Weltwirtschaftskrise 1929 hat es "die Juden getroffen, heute sind es die Manager"


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586614,00.html

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« Antworten #12 am: 27. Oktober 2008, 07:16:05 »

... Systemfehler...  Lachen
Glaubt Ihr das? Ich weiß ja nicht..., wo doch sooo viele IT-Experten überall sitzen und administrieren in den Netzwerken.

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« Antworten #13 am: 27. Oktober 2008, 08:08:34 »

Da kann man nur noch den Kopf schütteln.....

Liebe Grüße
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« Antworten #14 am: 06. November 2008, 16:19:50 »

Die Wahrheit .... zum Lachen.....hier stehts:

Papa, kann eine Bank ethisch sein?

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/wild-dueck-blog/allgemein/2008-11-03/papa-kann-eine-bank-ethisch-sein

LG black Admin  Wink
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