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30. Juli 2010, 10:50:02 *
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Autor Thema: ... was geht mich das Sex-Leben des Dalai Lamas an?...  (Gelesen 986 mal)
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Yda
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« am: 30. Juli 2009, 09:13:24 »

Bislang war ich vom Dalai Lama beeindruckt, der seine Weisheiten so diplomatisch und freundlich unter die Völker bringt, dass man meinen könnte, der Buddhismus wäre das Non plus Ultra aller Religionen.

Gestern erschien ein Artikel in der "Jungen Welt", der mich ob seiner Überschrift zunächst befremdete, da ich dachte, was geht denn mich oder die Welt das Sexleben des Dalai Lamas an...?

Als ich jedoch las und immer mehr las, war ich erschüttert, welches Frauenbild da herrscht, wie sogar schon 8jährige Mädchen benutzt und missbraucht werden und wie über 30jährige Frauen quasi auf den Müll geschmissen werden.
Ich bin zutiefst erschüttert.

http://www.jungewelt.de/2009/07-29/021.php?sstr=Dalai|Lama

Aber ansich war ja irgendwie klar, dass bei denen, die Zölibat predigen, irgendwas nicht stimmen kann.
Man kann die Naturgesetze - auch der Sexualtrieb zählt ja dazu - nicht negieren und so tun, als sei man immun dagegen.

Dass dabei jedoch nun zu erfahren ist, dass sich Buddhisten verhalten, wie man es aus dem Mittelalter oder aus dem Islam kennt, hat mich sehr befremdet und erschüttert.
An den Geburtstag dieses Mannes werde ich von nun an im Kalender-thread NICHT mehr erinnern wollen.

LG, Yda
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« Antworten #1 am: 30. Juli 2009, 09:28:48 »

Liebe Yda!

Danke für den aufschlussreichen Link, ich war teilweise ziemlich erschüttert. Die Nicht-Achtung des Weiblichen ist offensichtlich in fast jeder Kultur verankert, auch in Kulturen, die das auf den ersten Blick nicht ausstrahlen.

Ich denke, dass ausnahmslos JEDER Glaube, wenn er mit Machtgefühlen verbunden wird, lebensfeindlich wird. Aus den bestgemeintesten Regeln kann Tödliches werden, wenn sie aus Machtgelüsten heraus angewendet oder ausgelegt werden.

Das findet man im katholischen Glauben, im islamischen, auch im buddhistischen Glauben, überall. Nicht "der Zweck heiligt die Mittel", sondern:

"An den Mitteln erkennst Du den Zweck."

Dankeschön!

Liebe Grüße
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« Antworten #2 am: 30. Juli 2009, 09:34:05 »

Liebe Yda,

ich möchte hier, ohne Wertung und ohne genauere Kenntnis der Tatsachen einwerfen, dass deine Quelle schon eine sehr linke Färbung hat, welche mit den Machthabern in Peking zweifellos sympathisiert ...siehe zum Bsp.:

https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2009/03-27/008.php
https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2008/08-15/022.php


und daher das eine oder andere mal versuchen wird, den Dalai Lama zu diskreditieren. Leider kann ich nur einen kleinen Teil dieser Artikel lesen, da ich nicht Abonnent bin, aber es genügen eigentlich schon die Überschriften bzw. wenigen Zeilen.
Vllt. sollte man auch versuchen, andere Quellen zu sondieren, um hier niemand unrecht zu tun...

LG Admin
« Letzte Änderung: 30. Juli 2009, 09:35:51 von Administrator » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 30. Juli 2009, 09:45:08 »

Vllt. sollte man auch versuchen, andere Quellen zu sondieren, um hier niemand unrecht zu tun...

LG Admin

Ich denke, es wird immer zwei Seiten einer Münze geben. Am Ende des Artikels waren viele Quellenangaben, das werden nicht ausschließlich links gefärbte Autoren sein, glaube ich.

Die Wahrheit wird - wie immer - irgendwo in der Mitte liegen...

lg
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« Antworten #4 am: 30. Juli 2009, 10:57:53 »

Lieber Admin,
ich stimme dir zu - die "Junge Welt" ist eine sozialistische Tageszeitung und stark links eingefärbt, auch wenn das "soz." nicht mehr im Titel steht, wie es vor Jahren noch war.

Schade, dass die Artikel nur für online-Abonnenten vollständig lesbar sind.
Obwohl ich keins angemeldet habe, kann ich dort lesen, wahrscheinlich, weil ich die Printausgabe bekomme.

Als Diskreditierung des Lamas empfinde ich es nicht, eher als Offenlegung dessen, was öffentlich verschwiegen wird. Wenn nach außen hin immer nur von Transzendenz und Sublimierung sexueller Gelüste die Rede ist und der Lama als göttliche Instanz vorbildhaft und makellos, über alle Impulse erhaben, ins Licht gerückt wird, finde ich es schon interessant, zu erfahren, wie er das hinbekommt. Und wenn dabei das herauskommt, was im link beschrieben ist, dann fühle ich mich irgendwie betrogen und vom Buddhismus hinters Licht geführt, da Anspruch und Wirklichkeit nicht überein stimmen.

Man kann sich drüber streiten, ob einen das Intimleben von jemandem etwas angeht. Ansich sehe ich das als schutzwürdig an. Wenn dabei jedoch die Menschenwürde anderer verletzt wird, kann ich mich eines Kommentares nicht enthalten.
Dem Beitrag in der "jW" traue ich, weil da nicht nur der eine Lama benannt wurde, sondern da dort auch die Namen früherer Lamas mit Lebensdaten stehen. Mag sein, ich bin naiv...?

Ich sage es ehrlich: Da sind mir ein ehrlicher Schwuler oder eine Lesbe menschlich gesehen lieber, die mit jemandem, der sie als Partner möchte, verkehren, wo niemand zu etwas gezwungen wird usw. und die sich nicht da hinstellen und ihre Ansichten als "Weisheit" und "Lebensmaximen" propagieren.

LG, Yda


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« Antworten #5 am: 01. August 2009, 12:55:03 »

Ich wollte hier nur auf eine mögliche politische Einäugigkeit der Publikation, die du zitiert hast, hinweisen. Wenn es stimmen sollte, bin ich der letzte, der das Geschriebene gut heißt.... ich habe halt nur Zweifel an der Objektivität  ... man suche mal "Dalai Lama" in der Suche der Zeitung, praktisch alle Artikel, die dann erscheinen haben einen eindeutigen Anti Dalai Lama Touch (wobei ich gern die ganzen Artikel gelesen hätte, auch hier sind die meisten gesperrt und nur ein paar Zeilen sichtbar Sad )
Ist die Anmeldung kostenpflichtig? Muss mal suchen...

LG vom Admin
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« Antworten #6 am: 01. August 2009, 21:22:36 »

Jedes Ding hat wohl seine 2 Seiten: http://www.stern.de/politik/ausland/:Tibet-Konflikt-Der-Dalai-Lama-Unschuldsengel/616803.html
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« Antworten #7 am: 02. August 2009, 13:34:18 »

In einem anderen Forum lief mal sehr lange ein Thread über sexuelle Enthaltsamkeit, wo ein User ständig Texte aus dem Buddhismus übersetzte, als Begründung für die Chance der Erleuchtung, wenn man(n) denn sexuell enthaltsam lebt. Da war schon herauszulesen, daß die Frau möglichst als etwas Schmutziges betrachtet werden soll, um den Gelüsten zu entgehen. Ich mein, es sind auch nur Männer und die kochen auch nur mit Wasser, es sind keine Heiligen, gell. Also bitte, das soll kein pauschales Urteil über Männer sein, nur sind eben die meisten bzw. alle gängigen Religionen von Männern beherrscht. Und sie fürchten die Frau wie der Deibel das Weihwasser, zurecht aus ihrer Sicht. Denn was da bei den Frauen über die Jahrtausende unterdrückt wurde an spiritueller Kraft, hmmm, ja, da können sie nur davon träumen, die Mönche, gleich welcher Religion.
Mich wundert dieser Artikel nicht im geringsten, weil mich in dieser Hinsicht eh nix mehr wundern kann.

Liebe Grüsse von Sturmfarbe
« Letzte Änderung: 02. August 2009, 13:34:55 von Sturmfarbe » Gespeichert

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« Antworten #8 am: 03. August 2009, 08:40:03 »

Ich denke auch, dass die allermeisten Religionen von Männern gemacht wurden und/oder danach auch von Männern interpretiert wurden.

Die Religionen bieten eine perfekte Studie über das damals (und leider teilweise auch noch heute) herrschende Bild der Frau. Solche Schilderungen, wie Yda sie in dem Link angeführt hatte, tun mir einfach in der Seele weh.

Weil Religion sollte eigentlich *Rück-Verbindung* heißen, wörtlich übersetzt. Rückverbindung zum Selbst, zu dem, was uns ALLEN gemeinsam ist - und NICHT trennen oder sogar hierarchisch einteilen.

Und es ist unerheblich, ob man diese Rück-Verbindung nun Gott nennt oder Seelenpool oder auch einfach Selbst. Da gibts genaugenommen weder Macht, noch Hierarchie. Und DORT läge ein Ziel, nicht umgekehrt.

Es ist traurig, dass Religionen immer als Mittel für Machtgeilheit und Karriegeilheit benutzt wurden und noch weiter werden.

Macht über Frauen, Macht über Tiere, Macht über andere Menschen, Macht über "Seelen", egal wie man das nennen möchte.

Gibt es eigentlich irgendeine Religion, die ohne Hierarchie jemals ausgekommen ist? *grübel*

Liebe Grüße
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« Antworten #9 am: 03. August 2009, 10:11:10 »

Ohne Hierarchie geht gar nichts, bei Religionen schon gar nicht, darauf beruhen letzendlich alle Glaubenssysteme und auch jeder Staat. Muss wohl ein Teil von uns sein  Sad
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« Antworten #10 am: 13. August 2009, 10:17:01 »

[Versteckter Beitrag: Du brauchst 1000 , um es zu sehen. Du hast derzeit 0.]
« Letzte Änderung: 13. August 2009, 10:29:55 von Yda » Gespeichert
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« Antworten #11 am: 13. August 2009, 11:58:52 »

Liebe Yda!

Danke fürs Reinstellen! Es ist immer wieder erschütternd, das zu lesen.... Traurig1

Liebe Grüße
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« Antworten #12 am: 13. August 2009, 17:47:28 »

Danke Yda! Sehr interessanter (und leider auch tlw. stark frauenverachtender) Einblick in das Denkgebäude des (tibetischen?) Buddhismus. Offensichtlich sind sich in Hinsicht auf Frauenverachtung alle herkömmlichen Religionsbewegungen ähnlich und proklamieren das unbedingte Patriarchat.
Und ich dachte immer, der Buddhismus hätte hier den sonstigen Religionen gegenüber einen gewisen Vorteil, das scheint ein Irrtum gewesen zu sein  Sad

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« Letzte Änderung: 13. August 2009, 17:48:06 von Administrator » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 13. August 2009, 22:05:44 »

... Und ich dachte immer, der Buddhismus hätte hier den sonstigen Religionen gegenüber einen gewisen Vorteil, das scheint ein Irrtum gewesen zu sein  Sad

LG Admin

Ja, genau das ist der Punkt, der mich auch wirklich stark enttäuscht hat, dass es so ist.

Aufgrund der vielen Quellenangaben denke ich auch, dass das nicht nur jemand aus einem Zusammenhang gerissen aufgeschnappt und als Wahrheit ausgegeben hat.

Es ist mir absolut unverständlich, wie man ein/sein Geschlecht so überbetonen kann und gleichzeitig das andere doch für seine Zwecke be- und ausnutzen kann, es ja nach wie vor für den Weiterbestand des Lebens ohnehin braucht und es dennoch in den Schmutz ziehen... ?! Ich empfand die Lebensweisheiten des Dalai Lamas lange Zeit als sehr weise und richtungsweisend. Wie können intelligente Menschen da so eine Verbohrtheit haben und die Realität zu ihren Gunsten verunglimpfen?
Und solche Menschen predigen FRIEDEN und MITMENSCHLICHKEIT! Das passt überhaupt nicht übereinander.

Ich musste das einfach einstellen, weil ich dieses Gefühl unbedingt teilen musste. Es hat mich fast erstickt.
Danke für Eure Anteilnahme!

Die Frage, die mir noch bleibt, ist, ob das nun nur im tibetischen oder auch allgemein im Buddhismus so gehandhabt wird.
Hat jemand eine Idee, was ich die Suchmaschine fragen kann, um das rauszufinden?

LG, Yda
« Letzte Änderung: 13. August 2009, 22:08:25 von Yda » Gespeichert
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« Antworten #14 am: 20. August 2009, 12:03:59 »

Zitat aus einem youtube-Beitrag, den ich Euch zum Thema "Dalai Lama" einstellen möchte:
"Wofür steht der Dalai Lama? Der Lamaismus hat eine durchaus zweifelhafte Tradition, wie eine Beschäftigung mit der Geschichte ergibt: gnadenloser Feudalismus, unmenschliche Strafen. Tibet unter dem Dalai Lama war ein Armenhaus. Schon 1997 berichtete Panorama darüber -- auch aus heutiger Sicht ist der Bericht noch interessant."

http://www.youtube.com/watch?v=O6DmkXyQB4g&feature=related

und Teil 2 - "Panoramabeitrag 1997 über die Herrschaft und Entscheidungsfindung des Dalai Lama."

http://www.youtube.com/watch?v=gh5Bu95_tyI&NR=1

Liebe Grüße von Yda
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