Aber das Ganze ist ja eigentlich ziemlich off-topic.... dieser Thematik könnte man getrost einen eigenen Thread in einer anderen Abteilung spendieren, oder? .......

LG Admin
Lieber Admin!
So offtopic sehe ich das gar nicht....denn es geht ja eigentlich darum, dass "befremdliche" Bibeltextstellen heute noch ihre Gültigkeit hätten, also so gar befremdlich nicht sind. Das heißt, würde man in der damaligen Sprache unsere heutigen Verhältnisse beschreiben, würden die Texte ähnlich klingen.
Denn wie Du schreibst, Fehlentwicklungen gibt es dort und dort und gab es zu jeder Zeit. Was gestern Mann gegen Mann mit der Keule war, könnte heute eine Atombombe sein. Besondere Verbesserungen sehe ich da auch nicht.
Allerdings: Und da muss ich Dir recht geben - die Menschen heute (ich gehe jetzt bewusst von unseren Breitengraden aus und nicht vom Standpunkt es hungernden Kindes in der Wüste, da gelten sicher andere Bezugspunkte) haben definitiv mehr Möglichkeiten, sich zu entscheiden als früher.
Früher war man (auch bzw. vor allem durch die Kirche) dermaßen eingezwängt, harte körperliche Arbeit und Existenzkampf haben sicher nicht viel Spielraum gelassen für persönliche Entwicklung.
Und dieser Spielraum ist im Normalfall heute gewachsen. Um es anders auszudrücken: Heute "dürfen oder können" wir uns es leisten, "gut" zu sein bzw. "gut" zu handeln.
Auch wenn ich jetzt damit ein wenig offtopple

- ich möchte ein Beispiel bringen, das ich in einem Interview mit Bert Hellinger gelesen habe, das hat mir als Definition eigentlich sehr viel gegeben, ich versuche es sinngemäß wiederzugeben:
Gewissen - was ist das Gewissen?
Jeder Mensch wird in ein System hineingeboren, in dem gewisse Regeln vorgegeben sind, je nach Staatsangehörigkeit, Religion, Moral, Familienehre etc.
Und jeder Mensch wird sich bemühen, diese oft ungeschriebenen Gesetze des Stammes, um es vereinfacht auszudrücken, dem er angehört, zugehörig ist, nicht zu verletzen, weil er sonst mit einem Rausschmiss aus dem System rechnen muss, was genaugenommen seinen Tod bedeuten könnte.
Und er wird immer das tun, was ihm diese Zuhgehörigkeit in das Familiensystem (im weitesten Sinne) erhält - alles andere würde ein "schlechtes Gewissen" hervorrufen. Gewissen ist nichts anderes, als die jeweils geltenden Regeln innerhalb EINES Systems.
Es wird sich ein Mensch, der in einer Gemeinschaft aufgewachsen ist, wo es z.B. Usus wäre, Tiere zu opfern, als "gut" und "heilig" und "moralisch ok" sehen, der Tiere schlachtet, weil das in seinem Familiensystem so bewertet wird.
In einem anderen System, die z.B. vegetarisch aufwachsen (ist ein blödes Beispiel, aber es verdeutlicht das glaube ich ganz gut, was Schuld im Grunde genommen ist), wäre er ein Täter und böse und schlecht und schuldig.
Und im eigenen System wäre er böse/schlecht/schuldig, wenn er das Tier NICHT schlachten würde.
Schuld entsteht durch den Verstoß gegen Regeln, die eine Familie/ein Staat/ein Volk aufgestellt hat.
Dann gibt es die übergeordnete Regeln, wie das Leben an sich - ein Mörder wird wahrscheinlich in jedem System schuldig sein, weil er gegen das Leben agiert (und bereits da gibt es Ausnahmen: Krieg oder wenn man jemanden umbringt, der selbst "schuldig" war.....

), Diebstahl etc. das sind Vergehen, die in fast allen Systemen mit dem Wort Schuld in Verbindung gebracht werden (wobei es auch bei Diebstahl wiederum so ist, dass der Diebstahl beim "Feind" kein Vergehen ist, sondern eine Heldentat...nur wenn der Bestohlene ein "Unschuldiger" im Sinne des Systems wäre, dann wäre es Schuld).
Man sieht sehr gut, dass die Begriffe Schuld und Gewissen etwas sehr relatives sind und vom jeweiligen System oder der jeweiligen Kultur willkürlich festgesetzt werden.
Um jetzt wieder zu meinem ursprünglichen Sätzen zurückzukehren, wir - und damit meine ich jetzt in unserer Kultur - haben heute mehr Freizeit, mehr Möglichkeiten, mehr Wahlmöglichkeiten.
Kinder haben einen völlig anderen Stellenwert als noch zu Bibelzeiten. Kinder werden heute beschützt, wo es nur geht - ich denke, früher - als Frauen im Durchschnitt bei der 16. Geburt starben (hab ich mal wo gelesen), wurden Kinder anders behandelt als heute, wo man ein oder zwei Kinder bekommt und diesen dann alle Möglichkeiten bieten möchte.
Auch denke ich, dass Frauen heute einen anderen Stellenwert haben als damals.
Und aus diesem heutigen Verständnis heraus sind (für mich zumindest) diese Bibelstellen einfach empörend. Und ich sehe nicht ein, warum ich mir von einer Institution, die solche Ansichten vertritt, irgendetwas vorschreiben oder auch nur raten lassen sollte....
Liebe Grüße
Spirit