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Autor Thema: Unitarier ?  (Gelesen 350 mal)
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Kelte
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« am: 15. April 2008, 20:30:17 »

Heute bin ich zufällig (durch den Nekrolog hier  Smiley) auf den Begriff Unitarier gestossen und hab mich mal ein wenig schlau gemacht:

Ein Auszug: (von hier- http://www.unitarier.de/Artikel-t2-p4.html)
---Zu den Grundsätzen unitarischer Religion gehört die Überzeugung, dass jedes Lebewesen, so auch der Mensch, Teil eines all-umfassenden Zusammenhangs ist. So tragen wir für die Mitwelt ebenso Verantwortung wie für die Mitmenschen.

In uns und um uns erfahren wir die gleichen schöpferischen Kräfte, die wir „göttlich“ nennen, ohne damit einen Gott zu meinen.

Wir glauben, dass alles, was ist, eine Ganzheit bildet. Ihre vielfältigen Erscheinungsformen sind eingebunden in einen allumfassenden Zusammenhang. Wir erleben uns als Teil dieses Zusammenhangs, der uns trägt und auf den wir Einfluss nehmen.
In uns und um uns erfahren wir die gleichen schöpferischen Kräfte, die viele als göttlich erleben. Sie wirken im Großen wie im Kleinen und sind immer gegenwärtig, auch wenn wir sie nicht jederzeit wahrnehmen.

Unitarische Religion ist offen für neue Erkenntnisse und Erfahrungen.

Über den Menschen

Der Mensch ist eine unter zahllosen Erscheinungsformen der Natur, eingebunden in die Evolution des Lebens. Er ist ein unteilbares Ganzes. Körperlich, seelisch und geistig entwickelt er sich im Wechselspiel mit seiner Umgebung. Alle Menschen mit ihren individuellen Unterschieden sind gleichberechtigt.

Aufgrund seiner Fähigkeit, vielfältige Zusammenhänge zu erkennen und zu bewerten, trägt jeder Mensch für sein Tun und Lassen Verantwortung gegenüber der Mitwelt und sich selbst. In allem, was er entscheidet und was ihm geschieht, liegen Chancen zur Entfaltung, aber auch Möglichkeiten der Gefährdung. Stärken und Schwächen, Schicksalsschläge und schuldhafte Verstrickungen erfordern Auseinandersetzung und Bewältigung.

Der Tod beendet das Leben des Menschen. Darüber hinaus gibt es keine Gewissheit. Dieses Wissen verstärkt unser Bestreben, bewusst und Sinn erfüllt zu leben. Jeder Mensch hinterlässt Spuren, die seinen Tod überdauern

Ob es Existenzformen vor der Geburt und nach dem Tode gibt, entzieht sich jeder Beweisführung und damit jeder Möglichkeit sicheren Wissens. Die Deutschen Unitarier lehnen gemeinschaftsverbindliche Aussagen darüber ab.

Viele von ihnen sind davon überzeugt, dass das menschliche Ich mit seiner Gestalt und seinem Bewusstsein im Tod vergeht, nicht aber sein Wirken. Sie sehen das unausweichliche Ende des persönlichen Daseins als Gegebenheit des Lebens an und bemühen sich, es mit Gelassenheit zu tragen. Nach ihrer Überzeugung ist alles Leben im Kreislauf von Werden und Vergehen aufgehoben, daher begegnen sie dem Erlöschen des individuellen Lebens mit der gleichen Ehrfurcht wie seinem Entstehen.

Gerade das Bewusstsein der eigenen zeitlichen Begrenzung gibt dem Leben und der Mitverantwortung des Einzelnen besondere Bedeutung.----

Das Ganze klingt für mich recht interessant. Weiß jemand Näheres über diese Gemeinschaft`??

Kelte

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Yda
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« Antworten #1 am: 15. April 2008, 20:42:31 »

Lieber Kelte,
danke für den interessanten Beitrag.

Einiges darin ist den Ansichten der Atheisten gleich.
Z.B. hier: "Gerade das Bewusstsein der eigenen zeitlichen Begrenzung gibt dem Leben und der Mitverantwortung des Einzelnen besondere Bedeutung."
Und daher ergab sich Moral und Erziehung der Kinder.

Aber ich will nicht von deinem Thema ablenken.
Leider weiß ich hierzu nichts zu berichten.

LG, Yda
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« Antworten #2 am: 16. April 2008, 08:52:39 »

Ich hab gegoogelt: In Österreich gibt es offensichtlich keine Unitarier, ich hab nur deutsche und sonstige Homepages gefunden. Na, Österreich war schon immer strengstens katholisch, da ist es kaum ein Wunder, dass sich solche offensichtlich freisinnigen Gemeinschaften hier nicht behaupten konnten. Sogar Protestanten sind hier selten.
LG Troll  Afro
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« Antworten #3 am: 28. August 2008, 20:06:06 »

Hallo zusammen!

Ich kenne die Unitarier ganz gut - bin nämlich seit Januar selbst Mitglied einer unitarischen Gemeinde  hier in Deutschland. Die sog. "Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft" finde ich aber problematisch. Ich war auch zuerst auf diese Gruppe gestoßen, habe dann aber erfahren, dass es dort zumindest einige rechte Mitglieder gab (oder gibt??). Davon war ich so geschockt, dass ich zuerst einmal nichts mehr von den Unitariern wissen wollte. Heute weiß ich aber, dass es auf der ganzen Welt Unitarier gibt (in Amerika die Unitarien Universalists), die nichts mit solchen Leuten zu tun haben. Mir geht sowieso nicht in den Kopf, wie sich unitarische (und damit auch humanistische) Ideen mit NS-Ideologie vereinbaren lassen! Aber solche Leute finden wohl alle Schlupfwinkel. Nur schade, dass dadurch die Unitarier im Allgemeinen einen schlechten Ruf bekommen. Ich fühle mich in unserer Gemeinde jedenfalls sehr wohl und habe nicht mehr - wie zu der Zeit, als ich noch katholisch war - das Gefühl, mein Gehirn am Weihwasserkessel abgeben zu müssen, um den Gottesdienst ertragen zu können ...

Liebe Grüße aus Deutschland!
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Spirit
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« Antworten #4 am: 28. August 2008, 21:07:03 »

Liebe Space Girl!

Das ist interessant, was Du schreibst.

Ich muss gestehen, ich kenn mich da viel zuwenig aus, ich habe erst durch dieses Forum überhaupt den Begriff Unitarier kennengelernt. Rotwerden

Ist es richtig, dass die Unitarier die Meinung vertreten, dass mit dem Tod das Leben (oder das Sein) endet?

Wenn ja, wie ist das für Dich als ehemalige Katholikin, da herrscht ja die Überzeugung, dass man weiterlebt?

Wenn ich was falsch verstanden habe, dann entschuldige, ich bin da nicht so versiert bei diesem Thema.

Liebe Grüße
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« Antworten #5 am: 28. August 2008, 21:18:18 »

Hallo Spirit!

Da wir auch in diesem Bereich nichts dogmatisch festgelegt haben, steht es jedem frei, an ein Leben nach dem Tod zu glauben / nicht zu glauben. Viele glauben wohl nicht unbedingt daran, ich persönlich schon - aber das ist vielleicht ein Überbleibsel meiner katholischen Erziehung. Smiley Die Mitgieder der unitarischen Kirche in Berlin scheinen sogar mehrheitlich an die Wiedergeburt zu glauben, wie ich auf ihrer Homepage gelesen habe. Das kann ich mir nicht so wirklich vorstellen. Ich glaube allerdings auch nicht an Fegefeuer und Hölle etc. Das widerspricht auch meinem pantheistischen / panentheistischen Weltbild.
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« Antworten #6 am: 28. August 2008, 21:52:35 »

Hm, ich wurde auch katholisch erzogen *grins*...habe mich allerdings schon relativ früh (mit 23) von der katholischen Kirche distanziert und bin dann auch ausgetreten, weil sie frauenfeindlich agiert. Und sowas lass ich mir auch in anderen Lebensbereichen nicht gerne gefallen - und sehe schon gar nicht ein, dass ich etwas Frauenfeindliches mitfinanzieren sollte.

Jetzt hab ich mal die Tante Wiki befragt, was ein pantheistisches bzw. panentheistisches Weltbild ist - Du siehst, Du hast einen relativen Laien vor Dir, was diese Begrifflichkeiten betrifft. cool1

Ich weiß nicht genau, ob meine Einstellung da hineinpasst - ich denke, dass Bewusstsein überall ist - auch in "toter" Materie, Bewusstsein in jedem Molekül. Ob man das nun Gott nennen möchte oder eine universelle Energie oder eine Metaseele, darüber kann man sicher auch verschiedener Meinung sein.

Für mich ist alles Leben - jedes Elektron, Neutron, jedes Proton in einer "toten" Materie ist in Bewegung, besitzt eine In-Form-ation, ist das, was ich auch als Bewusstsein definieren würde.

Liebe Grüße
Spirit
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