Schönen guten Abend!
Ich denke, dass das Glücklich- bzw. nicht-glücklich-Sein (*ächz* wie schreib ich das jetzt richtig?) direkt damit zusammenhängen, dass Frauen, die von klein auf ihren Wert über das Aussehen bestimmt hatten (Mensch, bist Du aber ein hübsches Mädchen...) später auch davon abhängig sind, wie andere über sie denken.
Sich selbst zu spüren und aus sich heraus zu leben haben diese Frauen oft gar nicht gelernt, denn ihren ganzen Selbstwert und ihre Lebensberechtigung machen sie von ihrem Aussehen abhängig. Und da ist dann ein Pickel auf der Nase ein Suizidgrund.

Eine ganz liebe Bekannte von mir - sie ist inzwischen in der Rente - war immer die absolute Über-Drüber-Super-Klasse-Frau. Groß, schlank, langbeinig, lange schwarze Locken - eine Frau, wo jedermann den Kopf verdrehte, wenn sie vorbeirauschte.
Wir sprachen eines Tages über das Älterwerden und da meinte sie, das Älterwerden für eine Frau beginne mit dem Tag, an dem sie bermerkt, dass sie einkaufen gehen kann, ohne gesehen zu werden.
Das sei anfangs ein ziemlicher Schock gewesen, weil sie das Gefühl entwickelt hatte, gar nicht existent zu sein. Heute sei sie total froh drüber, endlich mal ungeschminkt, mit Jogginghose und Leiberl irgendwohin zu fahren und unbeachtet genau das zu tun, was sie gerne tun wolle.
Früher hätte sie immer darauf achten müssen, wie sie auf andere wirkt. Jetzt sei alles viel lockerer und authentischer.
Ist gut nachvollziehbar, was sie sagt, finde ich.

Liebe Grüße
Spirit