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Autor Thema: Traum - ein Universum für sich?  (Gelesen 902 mal)
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Spirit
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« am: 07. August 2008, 08:25:54 »

Liebe Foris!

Ich hatte heute nacht einen Traum, der an sich nichts Ungewöhnliches war...ich werde ihn ganz kurz schildern und dann den Grund dafür erklären, warum er etwas Merkwürdiges für mich hat....

Ich war (offensichtlich in der Hitlerzeit) in einer großen Stadt und wurde von den Gestapoleuten verhört wegen des Versteckens einer alten Frau und wegen Waffenbesitzes.

Unter anderem wurden mir von einem offensichtlich dafür geschulten Mann mehrere psychologische Fragen gestellt, offenbar dafür, um versteckt meine Gesinnung zu erfahren.

Manche Fragen waren auf den ersten Blick in keinerlei politischem Zusammenhang. Unter anderem wurde ich aufgefordert, spontan zu beantworten, welche drei Fragen ich den Leuten stellen würde, wenn ein Feuer ausbrechen würde.

Ich sagte:

1.) Wo ist Wasser?
2.) Wo befindet sich ein Telefon?
3.) Welche Telefonnummer hat die Feuerwehr?

Das war nun DER Ausschnitt aus dem Traum, der mich heute beschäftigt.

Und zwar aus dem Grund, weil ich im Traum die Möglichkeit bzw. die Existenz eines Mobiltelefons gar nicht kannte. Die Antwort Nr. 2 bezog sich auf eines der Wandtelefone, die es zu diesem Zeitpunkt gab.

In der heutigen Zeit und mit dem heutigen WISSEN würde man zum Handy greifen und den Notruf wählen.

Nun ist man offensichtlich in einem Traum von diesem Wissen abgeschnitten? Oder taucht man tatsächlich in eine andere Zeit ein, in der es dieses Wissen (noch) nicht geben kann?

Oder existiert so etwas wie eine Parallelwelt, die nur Segmente sichtbar macht, die man betreten kann?

Wie seht Ihr das?

Liebe Grüße
Spirit
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« Antworten #1 am: 07. August 2008, 18:23:45 »

Vielen Dank Spirit... sehr anschaulich erzählt, und tatsächlich seltsam, Wissen über gewisse Dinge je nach "Traumzeit" nicht zu haben. Es sieht so aus, als ob Träume wesentlich komplexer sein könne als ich bis jetzt angenommen habe. Oder sind sie sogar mehr? .... Ich selber träume leider eher selten und bin daher wenig erfahren  Sad

LG Admin
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Yda
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« Antworten #2 am: 07. August 2008, 18:29:07 »

Ja, sehr interessanter Ansatz, Spirit!

Vielleicht hast du mit deinem Traum auf das kollektive Bewusstsein zurückgegriffen.
Jede Generation erlebt ja Dinge, die die nachfolgende nicht mehr betrifft, und doch wird davon in den Genen etwas weitergegeben. Das zeigt sich dann zuweilen in Träumen oder De ja vue...?

Fakt ist für mich, dass wir IMMER mehr wissen, als uns bewusst von den Eltern oder anderen Menschen beigebracht wurde. Es ist einfach in uns.

Ich zum Beispiel fühle die Weiten Ostpreußens in mir, ohne jemals dort gewesen zu sein.
Vorfahrenwissen im Blut wird das sein...

L G, Yda
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Spirit
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« Antworten #3 am: 07. August 2008, 22:06:16 »

Lieber Admin, liebe Yda!

Danke für die Antworten -ja, ich finde, dass dieser Punkt sehr rätselhaft ist - und irgendwo liegt da ein Schlüssel drin.

Ich hatte mir auch überlegt, ob man im Traum überhaupt man selbst ist, wäre auch noch eine Möglichkeit, dass man Anteile erlebt, die nichts mit einem zu tun haben. Rollenspiele sozusagen.


Fakt ist für mich, dass wir IMMER mehr wissen, als uns bewusst von den Eltern oder anderen Menschen beigebracht wurde. Es ist einfach in uns.

Ich zum Beispiel fühle die Weiten Ostpreußens in mir, ohne jemals dort gewesen zu sein.
Vorfahrenwissen im Blut wird das sein...


Das denk ich mir auch oft - wir vererben eventuell ja auch Erinnerungen - zumindest das, was wir bis zur Geburt unserer Kinder erlebt haben. Das wäre theoretisch möglich. So gesehen haben unsere Zellen möglicherweise die Erinnerungen zurück bis zu Adam und Eva *grins*

Aaaber: Das ist das eigentlich Paradoxe - Du schreibst, wir wissen immer mehr...im Traum scheint das anders zu sein, und eigentlich SOLLTEN wir mehr wissen.

Weil wir (so dachte ich bis jetzt immer) im Traum ja ohne an die Materie bindenden Körper unterwegs sind, so müssten wir doch MEHR Überblick haben - und nicht weniger (=Handy unbekannt).

Darüber zerbreche ich mir grade den Kopf... Roll Eyes - das passt irgendwie gar nicht.

Ist nur interessant, jetzt, wo ich mir rückblickend meine gesammelten Träume (soweit ich sie noch weiß) so ansehe, war das eigentlich immer schon so, dass ich in dem Traum nicht über den Tellerrand gucken konnte. Also das Wissen, das ich im Wachzustand habe, war nicht zugänglich.

Nur ist mir das nie aufgefallen, weils so selbstverständlich ist, wenn man in einer Traumhandlung drin ist. Erst heute hats "klick" gemacht, dass da eigentlich was nicht stimmt.....

Liebe Grüße
Spirit



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Sturmfarbe
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« Antworten #4 am: 23. August 2008, 15:06:41 »

Liebe Spirit,

also ich habe auch Träume, wo mir der Alltag bzw. mein jetziges Leben bewußt ist. Als mal eine Ärztin im Traum zu mir sagte, sie müßte mich einschläfern, weil es "mir mir eh keinen Sinn mehr hätte", da sagte ich zu ihr, ich möchte mich doch verabschieden von meinem Sohn und meinem Mann, was sie ablehnte. Aufgewacht bin ich dann weinend, weil ich eben schon auf der Liege lag und eingeschläfert werden sollte. Nur als Beispiel jetzt, der Traum ist schon sehr lange her.

Bei solchen Träumen, wie du sie schilderst, könnten es ja Erinnerungen an vergangene Leben sein?

Ich habe auch Träume, wo ich mehr Überblick habe, also eine andere Sicht der Dinge.

Glaube, daß genau das im Traum geschieht, was eben wichtig ist für uns. Und da ist bestimmt oft der Alltag völlig ausgeschlossen davon.

Liebe Grüsse, Sturmfarbe
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Je mehr wir uns erheben, um so kleiner erscheinen wir denjenigen, die nicht fliegen können (Zitat von Nietzsche)
Spirit
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« Antworten #5 am: 23. August 2008, 17:39:50 »

Hm, wenn ich Träume habe, die sich in der Gegenwart abspielen, dann sind meine Alltagserfahrungen irgendwie auch abrufbar.

Nur wenn es Träume sind, die sichtlich in die Vergangenheit gehören, dann bin ich offenbar auf dem Wissensstand, der damals herrschte.

Erinnerungen an ein vergangenes Leben...könnte ich mir irgendwie schon vorstellen. Oder gar nicht meine persönlichen Erinnerungen, sondern die Erinnerungen eines anderen Menschen, in die ich reingerate (und dessen Inkarnation vielleicht auch zu diesem Zeitpunkt geendet hatte, weil wenn er seit damals noch "leben"  würde, wüsste ich ja auch wiederum von Handies).

Ich denk mir halt, dass Erinnerungen gespeichert werden in einem Feld, in das man im Traum hineinkann. Wie ins Kino, um sich einen Film anzugucken.

Sehr oft träum ich, dass ich anderen Menschen über einen Fluss helfen muss, oft sind es viele. Dann bin ich immer total k.o. am Morgen, weil ich so mitlebe.

Ich such mir auch immer so komische Filme aus.  Verrückt

Was mich auch nachdenklich macht und mich darin bestärkt, dass es vielleicht nicht "meine" Erinnerungen sind, ist die Tatsache, dass ich z.B. schon geträumt hatte, ein Terrorist zu sein, der in der jetzigen Zeit ein Attentat durchführt. Ich seh das alles, den Ort, eine Explosion, meine Flucht - ich arbeite in einem Amt - werde von der Polizei einvernommen, aber sie können mir nichts beweisen. Ich spüre diese Angst, dieses Lügen-Müssen, diese Panik...

Das wäre Neuzeit, das kann eigentlich (modernere Gebäude) nicht von früheren Leben sein. *grübel*

Liebe Grüße
Spirit
« Letzte Änderung: 23. August 2008, 17:42:50 von Spirit » Gespeichert

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Yda
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« Antworten #6 am: 23. August 2008, 23:41:19 »

Liebe Spirit,
da ich denke, dass du eine sehr liebe Frau bist, die ihre Aggressionen nicht so ohne Weiteres unbedacht herauslässt,
kann es schon zu solchen Träumen kommen, wo wir offensiv handeln.
Ich habe im Traum mal meinem Vater mit einem Messer das Gesicht zerkratzt!
Das fand ich total schlimm, da war ich in der Pubertät. Ich konnte es mir damals weder erklären,
noch traute ich mich, mit irgendwem darüber zu sprechen...

Komisch, an das kollektive Bewusstsein kann ich mich gedanklich rantrauen. Das leuchtet mir auch irgendwie ein
von der Vererbung her.
Aber dass man in andere Felder von anderen kommt..., das ist wie mit der Matrix..., da komm ich nicht mehr hinterher...

LG, Yda
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« Antworten #7 am: 24. August 2008, 10:01:38 »

Liebe Spirit,
da ich denke, dass du eine sehr liebe Frau bist, die ihre Aggressionen nicht so ohne Weiteres unbedacht herauslässt,
kann es schon zu solchen Träumen kommen, wo wir offensiv handeln.
Ich habe im Traum mal meinem Vater mit einem Messer das Gesicht zerkratzt!
Das fand ich total schlimm, da war ich in der Pubertät. Ich konnte es mir damals weder erklären,
noch traute ich mich, mit irgendwem darüber zu sprechen...

Bei mir war mein Vater immer ein Zombie, der uns Kinder verfolgt hat und fressen (!) wollte...*grusel* - das behielt ich auch lieber für mich *kicher*

Das könnte auch eine Möglichkeit sein, dass das ein Verarbeitungstraum war, mit dem Terroristen.

Zitat
Komisch, an das kollektive Bewusstsein kann ich mich gedanklich rantrauen. Das leuchtet mir auch irgendwie ein
von der Vererbung her.
Aber dass man in andere Felder von anderen kommt..., das ist wie mit der Matrix..., da komm ich nicht mehr hinterher...

LG, Yda

Ich kann mir das gut vorstellen. Gibt ja auch Telepathie und ähnliche Phänomene und das geschieht sogar beim Wachbewusstsein - wie offen muss man dann erst sein, wenn man nicht "bewusst" ist?

Aber es ist, wie gesagt, nur eine Möglichkeit, die ich in Betracht ziehe. Ich könnte niemals sagen, so oder so ist es - ich weiß es einfach selbst nicht. Roll Eyes

Liebe Grüße
Spirit
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